Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Klamatsch I bis Klämm II (Bd. 4, Sp. 602 bis 604)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Klamatsch I , Pl. -tə Eup-Lonzen, Aach-Merkst f.: eine besondere Kette als Zugvorrichtung, bes. beim Baumfällen.
 
Artikelverweis 
Klamatsch II  Sg. t. m.:
1. -mat.
a. dicker, klebriger Strassenschmutz Barm. —
b. unsauberes Weib Aach-Würselen (Pl. -tə). —
2. -mā:t Klemme, heikle Lage Prüm-Mürlenb 1860.
 
Artikelverweis 
Klamau -mǫu u. -mǫuk  Birkf, Wend-Sien, Saarl, Merz, Saarbg, Bitb, Wittl, Zell, Bo, Grevbr, MGladb, Kemp, Sol, Barm, Rees-Stdt Wesel; daneben -gə Saarbr-Bildstock; -gəs  Saarl, Bitb; kalmǫu Wippf-Frielingsd Sg. t. m.: Lärm, Kl. schlohn; Unsinn, dummes Geschwätz, Kl. schwätzen; viel Aufhebens um nichts, Kl. machen.

Klamer -ā- = Traubensorte s. Kleinberger.
 
Artikelverweis 
Klam-Gallas MGladb Sg. t. m.: scherzh. Geld; wo de Kl. G. feəhlt, do kan mer de Mul möm Hölzke opstippe.
 
Artikelverweis 
klamm I -a- zunächst vereinzelt Kreuzn-Langenlonsh, Meis-Meddersh, Saarbr, Bitb-Speicher [-mp Simm-Gehlw Laub], dann lrhn. geschlossen an der uMos in Zell, Koch, Kobl, Goar (Rheinorte), May u. von NPrüm, Schleid, Aden, Ahrw u. rrhn. vom gesamten Westerw an nach N. allg. [-ā- Koch-Urschmitt, Malm, Eup-Raeren, Sieg-ODollend, Aach-Stdt, Geilk-Honsd Üb; -- Heinsb-Dremmen Erpen; -u- Heinsb-Bocket Dremmen Haaren Karken Lümb; -- Erk-NKrüchten, MGladb-Viersen, Kemp; -ę- Jül; -amə Eup, WSelfk] Adj.:
1. den Zwischenzustand zwischen trocken u. feucht bezeichnend, feucht-kleberig, nicht trocken, bes. wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Luft (kl. Wedder) sich einem Gegenstande mitteilt oder der Tau sich etwa ins Heu hineingezogen hat

[Bd. 4, S. 603]


(deshalb innen erhitzt, dumpfig, moderig), oder von Stoffen, die völlig durchnässt waren u. noch nicht ganz wieder getrocknet sind; bes. Heu, Getreide, Wäsche, Stoffe sind kl. (nur von Getreide Kemp); et Heu föhlt sech noch jet kl. an Rip, Allg.; de Frucht es schön schier (trocken), mer zauen (eilen) us mem ren machen, dat se nit ze lang om Denn lit on kl. on fürchte wüərd Wippf-Biesf, Allg.; wenn de Wäsch noch kl. es, darf mer se net en de Schrank lege; auch die Wände der Kammer, Holz, Möbeln, Türen, Geschirre, Würste sind kl.; et gef Regen, de Saltpott es kl. Geld, Allg.; der Schnee es kl. wenn er sich gut ballen lässt Berg; wenn de Schn. kl. es, riənt (regnet) et drin Lennep-Radevormwald; de Grond (Erde) es kl. Klevld; die Haut, die Hände sind kl. vom Schwitzen; der kl.ə Schweiss Meis-Meddersh (meist nur in dieser Verb.), Monsch, Aach, Gummb. —
2.
a. durch Feuchtigkeit weich geworden, z. B. hartgebackenes Brot wird im feuchten Keller kl. Rip. —
b. gequollen, vom Holz Merz, Kobl-Kärlich; steifkalt, von den Fingern, zur Arbeit unfähig Kobl, Neuw, Köln-Stdt. —
c. zähe (bei feuchtem Zustande) Prüm, Schleid, Eusk.

klammerig -a- MGladb Adj.: etwas feucht.

klammig -ambīχ Zell Adj.: zähe, klebrig, vom Schmutz.

Klamm(ig)-keit -(iχ)hət Aach 1836 Sg. t. f.: der Zustand des Klamm-seins.
 
Artikelverweis 
klamm II:
1. Adj.
a. -a- eng anschliessend, nicht elastisch Siegld; -a·m. Saarbg-Wehing; -ā- Eup-Ld; -a- MGladb, Erk; de Schohn send ärg kl. MGladb-Rheind; dat nöə Züg es kl. klemmt Eup-Raeren; -a- beengt, beklommen Klev. —
b. -a- knapp, grade genug, zu wenig, selten Monsch, MGladb, Erk, Köln-Stdt; -ā- Prüm-Waxw, Malm; -ę-Ottw-Theley, Merz-Zwalb, Zell-Trarb; -- Bitb-Speicher, Trier-Mehring Schleidw, Bernk-Neumag; -- Heinsb-Dremmen, Erk-Elmpt, Kemp-Amern S Anton; et Geld (Wasser udgl.) es kl.; en kl. Gewicht; en fröhere Zidden wor alles mih kl.ər, do hatt mer et net su völlig Allg.; kl. afschnegge (abschneiden) Sieg-Fussh; et es klämsches ziemlich klein Mörs; e kl. (klamer) Johr ein teures Notjahr Prüm-Waxw. — Jet te kl. häbbe etwas fehlen, Mangel an etwas haben, einen Wunsch haben; he hät wer jet te kl.; deə hät alles te kl. Mangel, Not an allem; e Paar Schuəhn te kl. häbbe; ich habb dich te kl.; tə kl. kuəme zu kurz kommen, u. zwar -a- MGladb, Erk, Kref; -- Kemp, NWErk, MGladb-Viersen. —
c. geizig, knauserig Gummb-Homburgisch. —
2. Adv. -a- mit Mühe, kaum, eben noch, beinahe (modal u. zeitl.) Dür-Stdt, MGladb, Erk, Geilk (-ā:-), Heinsb; -ǫ- Geilk, MGladb-Viersen, Heinsb-Altmyhl; -- Erk-Elmpt NKrächten; -u- Heinsb-Bocket (-mə) Karken Haaren Lümb; -- Kemp; et es kl. te glöve; he es kl. en Stond fort; he woər kl. doə, do gong et los.

[Bd. 4, S. 604]


klamm-fressig -amfrsĭχ Sieg-Fussh, Waldbr-Wildbg Fürken, Gummb-Homburgisch Adj.: schlecht fressend, wählerisch, verschnupft im Fressen (Essen), zunächst von Tieren, dann auch übertr. von Menschen (ene Kl. fresser).

klammen -ā- Trier-Mehring schw.: das wenige sammeln; Holz kl. dürre Äste von den Bäumen suchen; Äppel kl. die wenigen Äpfel von den Bäumen abmachen.

klammer -a·m.- Prüm-Mürlenb Steffeln, Koch-Leienkaul; -ā- Prüm-Waxw; -ę·m.- Wittl-Monzel, Daun-Strohn, Bernk-Wehlen; -- Bitb-Dudeld Adj.: rar, teuer, wenig, notdürftig, ärmlich; e kl. Johr; eine ärmliche Haushaltung hot et ält kl.

Klämm I = Peitschenschnur s. Klänge; Klämm II = Traubensorte s. Kleinberger.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: