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Häufel bis Häuft (Bd. 3, Sp. 333 bis 335)
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Artikelverweis  NRhWB Häufel -y-, Pl. -ələ Kobl-Stdt m.: Handvoll; doch s. Hafel.

häufeln schw.:
1. -f- aufhäufen, z. B. die Schmer duht mer nit so h. Simm; de hat vill (Geld) gehöfelt zusammengespart Dür-Golzh; gehöfelt voll bis über den Rand angefüllt Schleid-Nettersh, Dür. —
2. bei landwirtschaftl. Arbeiten.
a. die Kartoffeln, Bohnen, Kohlpflanzen h., Erde um sie lockern u. anhäufen, u. zwar nach Wk. III 10 -ęif- Wend, Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Saarbg, Birkf, Simm, Goar, Kobl, Koch, Zell, May, Daun, Aden, Neuw, Altk, Siegld; -øyf- Ahrw, Schleid; -f- Sieg, Waldbr, uWupp (u. -øf-), [diese Formen gehen auf hûf- zurück; sie reichen also viel weiter durch die Eif bis über die Ahr hinaus als das Subst. mit -û-; statt des Umlautes haben -ǫuf- Ottw-Wellesw, Bernk-Hochschd Commen, Trier-Aach Butzw Mesenich Naur Newel, Wittl-Kinderbeuren, Daun-Mückeln, Prüm-Oos, Neuw-Rheinbreitb; -ūf- Sieg-Bergh, Bo-Mehlem; -of- Neuw-Krumschd; Monophth. < au einige Orte des hûf-Geb., -f- Saarbg-Borg, Goar-Burgen, Daun-Daun Steining, Ahrw-Brohl. —
b. -øyf- den Mist auf dem Felde in Haufen verteilen Ahr. —
c. -f- Kartoffeln bei der Ernte aufhäufen; Frucht auf dem Felde aufschichten Eusk-Zülp. —
3. -f- ein Kartensp., bei dem die Karten auf drei oder fünf Haufen gelegt werden uWupp, Dür, Eup (wohl aus dem Hasardsp. mhd. Lexer hûfeln).

an- häufeln: -hpələ Kartoffeln a., behäufeln, Erde um sie häufen Klevld; -hf- MülhRh-BGladb.auf -häufeln:
1. etwas a., aufschichten; z. B. Stroh Kreuzn (-ęif-).
2. junge Pflänzchen a., die Erde um sie lockern u. sie behäufeln Ottw-Merchw, Prüm-Stadtkyll, Kobl-Vallendar, Sieg-Königswinter, Siegld-Hilchenb, Sol-Leichl. be -häufeln: Kartoffeln, Bohnen udgl. b., die Erde um sie lockern u. um sie häufeln, -ǫuf- Neuw-Rheinbreitb; -øyf-, –- Altk-OWamb, Waldbr-Dattenf

[Bd. 3, S. 334]


Rosseln, Sieg-Ägid Rhönd Oberhsn Uckerath Herchen Seelschd, Neuss; -p- Gummb.ver -häufeln: etwas v., verschwenden, vertun Neuw-Datzeroth (-f-); alle Klicker verspielen Bitb-Beiling Speicher (-ouf-).

Häufel-pflug Verbr. wie häufeln 2 a u. Kreuzn, Zell, Koch, May, Bernk, Wittl, Aden; -əlts- Rip m.: Pfl. zum Behäufen der Kartoffeln.

häufen schw.:
1. trans.
a. Rhfrk -au-, Birkf u. sonst stets mit Umlaut; im allg. Sinne, wie nhd., aufhäufen, sammeln Allg., Geld op G. h. Rip, Allg.; er heift sich die Butter schmiert die B. dick Birkf; Holz h. aufschichten Verbr. —
b. landwirtschaftl.
α. die Kartoffeln, Bohnen, Kohlpflanzen h., häufeln 2 a nach Wk. III 10 Rhfrk, Mosfrk, u. zwar durchweg mit Umlaut -aif-, –ęi-, –ei-; doch Nahe, Simm, Saar, Trier, Wittl, Bitb, Daun, Prüm, Bernk, Zell, Koch hier u. da -ǫuf-, –ou-, auch da, wo Hauf mit Monophthong gilt; -øyf- Aden, Ahrw, Schleid hier u. da; Rip -f- Sieg, MülhRh, Sol (rip.), Waldbr, Bo, Dür-Hoven Merken; hpə(n), –ȳ(ə)-, –øy- in Sol (nfrk.), Düss, Lennep (-ȳp, –y-, –-, –ø-), Gummb, Duisb-Beeck, Ess-Rellinghsn, Kref-Ürding, Rees-Loicum KlWimmersbg (anhpə); –ōp- Düss-Eckamp, Mettm-OSonnborn, -ūəp- Lennep-Blindinghsn Remschd [im hûf-Geb. hier u. da Monophth. -īf- Saarbr (Monophth.-Geb.); -f- Saarl-Biring, Saarbg-Besch Büschd Eft Faha Kirf Kreuzw Nennig OLeuken Perl Palzem Portz Rommelfang Sinz Wochern, Bitb-Roth Wallend, in Daun in 22 Orten, Zell-Mastershsn, May-Kretz Lasserg, Kobl-Rübenach; -f-, –ō- Merz-Conf Rappw, Bitb-Bickend Sinspelt, Wittl-Kinh Reil, Daun-Demerath, Zell-Hesw, Altk-Helmenzen Hüttenhf NErb Sörth; -āf- vielfach Krs. Saarbg, Wittl-Arrenr; im häuf-Geb. des Rip erscheint -ūf- Neuw-Erpel, Ahrw-OWinter Rolandswerth Unkelb, Rheinb-NBachem, Bo-Lannesd Muffend; -ȳf- Sieg-Eschmar Kriegsd Mond Rheydt, MülhRh-Liblar, Lennep-Dhünn; -ōf- Bo-Rüngsd, Sieg-Leuschd ODollend, Waldbr-Imhsn, Sol-Leichl, Düss-Benr]. RA.: Hoste Grumpern (Kartoffeln) gehauft? zu dem, der eine wehe Nase hat Trier-Schleidw. Gr. heife übertr. 19. Tour im Fangsteinsp.; man fährt vor dem Auffangen des geworfenen Steines zwischen den ersten u. zweiten liegenden St. durch; bei den weiteren Wiederholungen durch die zweite u dritte Lücke, hierauf hinter die vier Grumbere, dann vor den sämtlichen St. her (unner de St.) u. schliesslich hinter sämtliche her (iwer de St.) Simm-Laub. —
β. Getreide in Haufen stellen Heinsb, Erk (-p-), Eusk-Zülp (-f-); Heu auf Haufen setzen Eusk, Rheinb, Bo, Köln, MülhRh, Sieg hier u. da, Mörs, Klev. —
c. gehäuft voll, übervoll, so voll, dass nichts mehr hineingeht, u. zwar gəhǫufdə fǫl Rhfrk, Mosfrk, doch nie mit Monophthong [gəhft v. Goar-Boppard], nur hier u. da mit Umlaut gəhęifdə v. bes. Saar, Bitb, Daun [jəhōfdə Daun-Tettschd;

[Bd. 3, S. 335]


-- Daun-Michelb, Altk; -øy- Aden-Kelbg]; jəhf v. Rip; auch opgəhoufdə v. Bitb; gəhoufdijə v. Trier; gəhęifəldə v. Merz-Bergen; gəhifdət v. Siegld; de krischt ne gehaufter Korb voll Saarbr. —
2. intrans.; dat höf bringt etwas ein, gibt einen grossen Haufen Rip (--) [Eusk -ō-]; dät Kore höppt Selfk, Nfrk. —
3. refl.; et höppt sech all wird schon ein Haufen, es mehrt sich Nfrk, Allg.; de Ärbet höf sech Rip, Allg.; de Löck (Leute) hofen sech kommen in Menge zusammen Prüm-Mürlenb, Allg. — Abl.: die Höferei, dat Gehöfs (Rip) Allg.

an- häufen:
1. etwas a., bes. Geld, wie nhd. Allg. —
2. Kartoffeln anhpən behäufeln Rees-Loikum KlWimmersbg. auf -häufen: etwas a., wie nhd.; etwas dick auftragen, z. B. Butter Allg.be -häufen:
1. Kartoffeln b., nach Wk. III 10 -ǫuf- Altk; -- NWAltk, Waldbr-Imhsn, Sieg; -p- Gummb. —
2. einen b., emporheben, loben LRip (o. O.). ver -häufen: fərhf sen
1. viel zu tun haben, es eilig haben; ech sen v. wie en Kochepann (Kuchenpfanne) öm Fastelovend Eusk, Rheinb. —
2. hastig, ungestüm; v. sen; v. gelofe kunn Aden-Engeln Kempenich.

Häuf-hacke hp- Wermelsk f.: H. zum Behäufeln der Kartoffeln. Häuf-pflug Rhfrk, Mosfrk, meist mit Umlaut -ęif, –ei-; in Trier bis Koch auch -ou-; seltener mit Monophthong -- Saarbg-Nennig, Daun-Tettschd; -ā- Saarbg-Winchering m.: Pfl. zum Behäufeln der Kartoffeln.

haufern -ǫuf-, –au- Siegld-Grund Kromb Unglinghsn schw.: die Erde um Pflanzen im Garten lockern u. anhäufen.

häufig Adj., Adv.:
1. -ǫuf- in Haufen liegend; der Schnee liegt h. Saarbr-Quierschd. —
2. -øyf-, –-, –-, durchaus nach dem Nhd. oft, auch Nfrk -f-.

hauften hǫufdə Zell-Aldegung; -ęi- Zell-Neef, Altk-Weitef schw.: die Erde um die Pflanzen auflockern u. anhäufen.

Häuft = Haupt (s. d.).

 

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