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grubbeln II bis Grucht (Bd. 2, Sp. 1442 bis 1443)
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Artikelverweis grubbeln II, grübbeln schw.:
1. -iw- mit den Fingern aus der Erde ausgraben, bes. an einem Kartoffelstrauche in der Erde herumtasten, um das Vorhandensein von K. festzustellen; im Dreck herumspielen, von Kindern; wühlen, vom Schwein; in der Nase herumbohren; an einem herumtasten; dorem gr. im Dunkeln herumtasten, –tappen Nahe, Hunsr, Mos, Eif, Siegld (-ew-).
2.
a. über etwas gr., nachsinnen, grübeln, seinen Vorteil suchen, u. zwar -yb- Aach, MüEif; -ub- Sieg-Rhönd, Ress; -yw- Rees-Haldern; -ūw- u. -īw- WBitb; -iw-, –īw- Rhfrk, Mosfrk; de griwelt, bes en et eraus hot Prüm. —
b. -iw-, –īw- heimlich tadeln, kritisieren, bes. die Behörden Rhfrk, Mosfrk [-ip- Altk-Wissen; -ēb- Saarl-Dilling Schaffhsn]. — S. zur ganzen Gruppe auch gribbeln, kribbeln. — Abl.: Die Griwelerei,, –u-, dat Gegriwel(s), –u-, der Griweler, –u-, griwelig, –u-.

aus- grubbeln: etwas a., austüfteln Allg.be -grubbeln:
1. -yb- junge Pflanzen b., auflockern Aach-Stdt. —
2. -ub- etwas b., begrübeln, bedenken Sieg, MülhRh, Elbf, Remschd; -īw- Birkf.
 
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PfWB grubbeln III, grubbern -ubələ Rheinb-Esch, Bergh-Blatzh Mödr, Eusk-Derkum; -bərə Dür-Pier, Grevbr-Gind, Kref-Fischeln schw.: ein Ackerstück gr., auflockern, früher mit dem Hundsplug, jetzt mit dem Exstirpator Allg.; dreischaren (jüngeres Verfahren) mit dem Grubber Ottw-Wiebelsk, Grubbel Rheinb-Esch-Bergh-Mödr, Grübber Bergh-Bottenbr.

[Bd. 2, S. 1443]


auf- grubbeln: ein Feld a., durch Grubbeln auflockern Verbr. wie grubbeln.

Grube I -ūp = Griebe (s. d.)
 
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NRhWB Grube II Rhfrk -ūp, Pl. -wə bis zur bleib/bleif- L.; dann -ūf, Pl. -wə; Mosfrk -ū:f, –ōu-, –o·u.-, –ō:- [Saarl-Griesborn Ensd grū:], Pl. -wə(n); Rip-ō:f; Berg -ō:-, –ō-, –ū:-, -ū·ə.-; SNfrk -ō:-, –o·u.-, –ū:-, Pl. -və(n); Klevld -ūf, Pl. -wə f.:
1. wie nhd., aber meist nur in techn. Sinne, sonst Kaule, Kaute, Loch (s. d. W.); im bes.
a. im Bergwerk Allg.; bei der Zimmerung eines Grubenschachtes kommen in Betracht: Wellbaum, Hängebank, Stötzel, Jöcher, Tragstempel, Bolzen, Wandruten, Klammern, Dohnlatten, Fahrten (Steigleitern), eines Stollens Türstöcke, Kappe, Sohlbloch, Gestängbretter, Bohlen (s. d. W.) Siegld; de schafft en der Gr. Saar; se gohn no der Gr.ən Altk; de Gr. hat ne geschlah wenn ein Bergmann verunglückt ist Saar. —
b. Lohgrube, –schiff, sieben Schuh hoch; in eine Gr. kommen 42 Häute, auf jede Haut werden etwa 50 Pfd. frischer ‘süsser’ Lohe gestreut Trier, Eif. —
c. Grabhügel Geld-Pont. —
d. Halsgrube Merz. —
e. Nute im Webbaume (Kettbuəm), zum Einklemmen der Schliessrute Kref. —
2. übertr. verächtl. altes, baufälliges Haus Merz-Saarhölzb.

Gruben-blaue -bl Siegld-Freier Grund f.: die Stelle, wo ein Kohlenmeiler gestanden hat. Gruben-hebel -ēw- Saar m.: scherzh. grosses Stück Brot, wie es der Bergmann zur Schicht mitnimmt. Gruben-katze kats Ottw-Eppelborn f.: scherzh. Bergmann, der schon lange zur Grube geht. Gruben-krampen Ottw-Landsw m.: -pferd. RA.: So fett wie en Gr. Gruben-küppchen -i- Saar n.: derber Schuhnagel für die Schuhe des Bergmanns. Gruben-licht (s. S.) n.: wie nhd. Gruben-nagel Ess m.: -küppchen. Gruben-pfad -pat Saar m.: Weg, den der Bergfiskus zur Bequemlichkeit der weit von der Grube wohnenden Bergleute angelegt hat. Gruben-pferd -pərt (s. S.) Allg. n.: wie nhd. NRhWB PfWB Gruben-schuh Saar m.: derber Sch., wie ihn die Bergleute tragen.

Grübel Sg. t. f.:
1. -īw- Stelle der Grube, wo die Steinkohle von Schieferstücken gereinigt wird Saarbr-GrRosseln. —
2. -ī:w- Halsgrube Saarbg; -e·i.- Saarl-OEsch, Merz, Saarbg-Weiten, Trier-Paschel; -ē:-Merz-Bergen; auch Greiwelkaul Trier-Paschel. RA.: Kreich (kriech) em en de Gr.!

ver-gruben Bernk-Dusemond schw.: einen Rebschössling v., einlegen zur Erzielung eines neuen Weinstockes.

Grucht = Schlucht s. Gracht.

 

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