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Besemkrämer bis abbesemen (Bd. 1, Sp. 629 bis 630)
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Artikelverweis  Besem-krämer -ī:- Rip, Nfrk m.: Hausierer, der B. feil hält. — Vielfach Spottn. für Bewohner armer Gegenden, z. B. Rheder B. Bo. Eine arme Gegend wird spöttisch mit Bessemskrimərschlangk bezeichnet Bergh-Hüchelhv. NRhWB Besem-kraut bęsəmkrūt MGladb-Rheind n.: B.ginster. Besem-küff Nfrk m.: hen hät ene Bessemeküff einen Schopf wie ein B. Besem-kül Geilk-Würm m.: -stock. Besem-land n.: arme Gegend; so et Bessemeland Eup-Hergenr. Überhaupt wird zur Kennzeichnung ärmlicher Gegenden, wo nur Besenbinder hantieren können, B. verwandt: Besem-Lindlar (Wippf); B.hau Dür-Grosshau; B.loch Nahe-Lauschd. NRhWB PfWB Besem-litze -əmlitz Bitb-Dudeld, Trier-Fastrau f.: L. an Frauenröcken. Besem-mächer Koch, Bitb m.: -binder. besem-rein Adj.: bloss gekehrt, nicht aufgewischt. RA.: Bei os ös et mar schottelplacks- on bessemsrein es wird nur abgewaschen und gekehrt, nicht geputzt Kemp-SPeter. PfWB ElsWB LothWB Besem-reis n.: wie nhd. RA.: De hät Hor wie B.ər straff Rip, Allg. Dat is wie mit em B. geschrive Rip, Allg. Went Glöck wahl wöll, de fährt op en B. öwer de Rhin einigen Menschen gelingt alles Mörs-Gerdt. Besem-schien -ə- Aach n.: -band. Besem-schürger -ø- m.: -binder, –hausierer. RA.: Die togge (zanken) sech wie de B. Heinsb-Erpen. Besem-stöver Barm m.: Handfeger. PfWB Besem-steck(en) LRip m.: -stiel. RA.: Die Kleder hangen em öm de (et) Lif, wie öm ene B. Rheinb-Meckenh. De geht, als wenn e en B. em Röck hätt Allg. De Mann es brav! De B. es och brav d. h. er kann nicht anders Bergh-Hüchelhv. Mach, dat ech den B. erömdrihe! Androhung von Schlägen. Dinge Welle stech em B.! Rheinb-Stotzh. Dat es für B.steekele ze secke (pissen) eine sehr schmerzliche Sache MüEif. Extrapos op ene B. langsam tun Aach. — In Kinderreimen. Ovendsklock, di Kenger nom Bett, söns kömmt de Frau (Motter) möt de B. MGladb, Köln-Frechen, Bergh-Ahe, Monsch-Witzerath Strauch. Aprel es geck, der Vaər es geck; de Modder löpt met (rit op ene) jene B. Eup, Aach, — köt mom B. Schleid-Hellenth; s. April. PfWB ElsWB LothWB Besem-stiel m.: wie nhd. RA.: Hen es esou steif wei en B. Saar, Allg. De hät Ärme wie ene B mager Neuss. De hot e Bort wie B. Kreuzn-Bretzenh. He schrift wie mem B. MGladb, Allg. De (Magere) kann sech hinnig em B. e frösch Himd andohn Kobl-Weissenth. De Kinder ehre Welle stich (lig) em B. Köln. Dinne Well steht (sett) in de B. (bei den, achter den, henger der ..) Nfrk. Sall ek di es met dem B. kommen? Ess. Modder, B. schleht de Blagen vell te vell Scherzlied Gummb.

[Bd. 1, S. 630]


En Hoər kittelt (kitzelt) mih als ne B. Dür. Ene Strohhalm kettelt mehr as enen B. ein Unscheinbares wirkt oft am besten Mörs. En dreht sang (sein) Frönn all op der Spötzt vun em B. er hat keine Freunde Bitb-Mettend. Eweile han eich mei Del, sot de Frau, do hatt se de B. of de Kopp kregt Koch-Urschmitt. Was haben wir gekocht? Ausweichende Antw.: Stritzgebackenes iwer de B. Saarbr-Camphsn. Adelheid hät Flöh gefange (2 ), opgehange an dem B. Geld-Issum. Mechel mat dem B. schlet de Kanner viel ze viel; viel ze viel as ongesond; Mechel as en Schweinhond Bitb-Feilsd. NRhWB PfWB Besem-strauch Köln m.: Heidekraut. PfWB Besem-stump -o- Prüm, Malm m.: -stiel. Besem-tal -əmdāl n.: zwischen Simm, Castellaun, Kirchbg sich hinziehend; die Bewohner sind die Besemdaler Gugugge, auch allg. Schimpfwort = Spitzbube. Besem-tanz Neuw, Siegbg, Ottw-Wiebelsk m.: ein Tanz. Besem-wasser n.: Überreste von Schnaps, Bier, Wasser (im Spülbottich der Wirte) Köln. Besem-zinken -əmtsiŋkə Simm-Buch Sargenr, uNahe m.: -reis. Mer ment, der hätt mir em B. geschrieb.

besemen Allg. schw.:
1. kehren (selten) Bitb-NWeis. —
2. übertr.
a. intrans. rennen, schnell laufen. Wat der besemt! Rip. Wat könnt gej b.! Nfrk. [Ebenso ‘fegen’ gebraucht]. — Hin- und her gehn im Dorfe, in den Häusern, bes. zum Klatschen Saar, Eif. De do Fra besemt de ganze Dag von am Haus ens anner Ottw-Schiffw, Saarbr-Sulzb; b. gehn Saarbr. Die besemt am (im) Duarf erem WEif. S. Dorfbesem. —
b. trans. einen b.
α. zum Laufen bringen, davonjagen Klev-Calcar. —
β. einen verhauen Aach-Merkst, Sieg-Ägid. ab -besemen: ein Dorf a., ablaufen, abklopfen Geld.

 

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