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Petermann bis petern (Bd. 6, Sp. 635 bis 637)
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Artikelverweis  PfWB Peter-mann, PfWB Peter-männchen m. (n.):
1. Kosef. für den Vorn. Peter. P.mann, de alles kann, de wol och bal en Frauminsch han; dat Fr. wol e Ditzche (Kind), o, dat sall hesche Fritzche! MülhRh-Bensbg. P.männche, wat kos dat Kännche? Jül-Hasselsw. P.mann, de gar nicks kann, moss jet für dat Bötzche (Hose) han! MülhRh-Ensen. Türe, lüre P.mann wollt su gern ne Penne han, konnte kene krige, do wor dat Stöcksje us! Düss-Benr. Lange, l. Tuərn (Turm) op scheive, sch. P. die Kinder fassen sich mit den Daumen, um den Turm zu markieren; bei

[Bd. 6, S. 636]


P. lösen sie mit einem Ruck die Hände Aach-Stdt. —
2. übertr.
a. persönl.
α. -männeke kleiner Junge Mettm, Klevld. —
β. -männchen verächtl. überaus zorniger Mann Koch-Leienkaul. —
γ. -männchen Schreckgestalt für die Kinder Koch-Laub; -mann Mettm-Stdt. —
δ. -männke der Fisch Knurrhähnchen MGladb-Rheind. —
b. sachl.
α. -männeke Primel Rees-Elten. —
β. -mann der kleine Finger, im F.märchen Rees-Isselbg; -männchen Schleid-Marmag. Dümeling, Fengeling, Langkmann, Juhann, P.mann em Lofstall (Laub-)! MülhRh. —
δ. -männche euphem. Penis; et P. zor Oder (Ader) losse pissen Köln-Stdt, Mettm-Cronenbg. —
ε. -männche m. frühere kurtrierische Scheidemünze mit dem Bilde des hl. Petrus, im Werte von 5—6 Pfg. Mosfrk; ehemalige Aachener Silbermünze von 4 Pfg. bis Anfang XIX.; dann das preussische silberne 25-Pfg.stück, ganz dünn (bis ca. 1860) u. dann das preussische silberne, sehr kleine 20-Pfg.stück (bis ca. 1880) Mosfrk, Rhfrk. RA.: Den hät sein P.ər viel Geld. Du hon eich P.ər geschwötzt gründlich im Bette geschwitzt Trier-Stdt, Merz. Su fidel wie e P. Bitb, Saarl-Berus. Hen as en Kerel wie en P. flink, anstellig Bitb. Kreiz P.! Fluch Koch-Laub Leienkaul. Et Pittermänchesland das alte Kurtrier Bitb. —
ζ. -männche alte, kleine Öllampe, wie sie z. B. der Bäcker zur Erhellung des Backofens verwendet Merz-Waldhölzb, Sieg-ODollend. — Der Docht in der Öllampe, im Rätsel: E isere Stöhlche (Stuhl), e fett Pöhlche (Pfuhl) on e wölle P. MülhRh, Wippf. —
η. -männche Kurbelstange am Spinnrad Bernk-Wehlen, Zell-Senhals Senh, Koch-Müden, Goar-NSpay, Kobl-Kobern, May-Mörz, Aden-Herschb. —
θ. -männche Tanzknopf, in der Art eines Kreisels laufend Sol-Burschd. —
ι. -männche 11 bis 12 l enthaltendes Bierfäss-chen Köln-Stdt; ca. 25 l enth. Geilk-Honsd. —
κ. -mann, –mämchen (usf.) scherzh. Gefängnis; dau kimmst in de P.! Simm-Hollnich Roth, Neuw-NWamb, Schleid-Schmidth, Grevbr-Aldenhv, Kref-Stdt, Kemp, Geld-Broekhsn, Mörs, Klev, Mettm-Windr, Düss-Lintorf Mintard Rating, n. einschl. Ruhr, Klev. —
λ. -männche der kleinere Stein, der auf drei aufeinandergesetzten Steinen liegt, im Spiel ‘Bauer, setz den Hut auf’; P. opsetze Sol-Schlebusch. Peter-mäsenstich Bitb-NWeis m.: scherzh. langer Nähstich, benannt nach einem um 1870 lebenden Schneider Peter Mäsen (Meisen). Peter-mattes (-matthias) Kemp-Dülken m.: scherzh. Jauche; doə mott döchtig P. an. Peter-mäus-chen -mȳ:skə Düss-Serm n.: ein Verstecksp. Peter-messe f.:
1. petərmes die Zeit um Petri Stuhlfeier, wo die Pächter ein- u. ausziehen Dür 1880. —
2. pidər- grosser Jahrmarkt in Trier-Stdt. Peter-messer -męs Düss-Mintard, Ess-Heidhsn Werden, Dinsl-Gahlen Sterkr Walsum, Mörs-Menzelen n.: scherzh. Küchenmesser. Peter-mock Erk-Keyenbg m.: im Kinderreim:

[Bd. 6, S. 637]


Oəvesklock, P., sett dech op der Stock, knöp (knäufe) der Rock! Peter-müffel -øf-, –øv- nach Wk. VI 12 in Jül-Broich Gereonsw, Geilk, Heinsb m.: Schmetterling, bes. Nachtschm. Peter-mütze f.: -møtsə Zipfelmütze, die der Bauer im Alter im Hause trägt, aber sofort absetzt, wenn Besuch kommt Gummb-Berghsn; -møt Aach-Stdt; -tər- Aach-Kohlschd. Peter-nagel m.:
1. pēdrusnāxəl Astzapfen beim Nadelholz, in der Bergmspr. Saargeb. —
2. pęgdərn:l Rainfarn Bitb-Ehlenz. Peter-nägelchen -n:lχər Merz-Biel; -n:lkəs MGladb-Neuwerk Pl. t.: Fliederblume, syringa vulg. Peter-netz pēdrus- Trier-Stdt n.: Fischstellnetz, 2 m hoch, 6 m lang, die untere Längsschnur mit Kugeln beschwert, die obere mit Korken versehen, die das N. in die Höhe halten; zwölf dieser N. werden nebeneinander quer durch die Mosel gesetzt u. an den Enden mit Steinen versenkt; beim Einziehen gehen sie sackartig zusammen, u. die Fische darin werden in den Nachen geschlaft (geschleift). Peter-nüffel -ø- nach Wk. VI 12 in Heinsb m.: Schmetterling, bes. der Nachtschm. Peter-nüll -ø- Emmerich m.: Nörgeler. Peter-nüller -ø- Gummb m.: Basteler. Peter-pfennig -tə- m.: wie nhd. Peter-schlüssel pēdruslesəl Kobl-Vallendar m.: Schlüsselblume, primula. Peter-schötchen -ȳ:- Sieg-Fussh n.: Weidenrös-chen, epilobium. Peter-spiel -i- Trier-Geisf n.: Verstecksp. Peter-stuhl -ō:-  Sieg, Berg: Petrl Stuhlfeier. Peter-tag (s. S.) -tər- m.:
1. Peter- u. Paultag Allg. Die Kohlmeise singt: P., P., P. Pitt! May-Trimbs. Do ze Johrsch P. unbestimmte Zeitangabe Bo-Walberbg (Bauernregeln s. bei Peter 1 a β). —
2. Petri Stuhlfeier (22. II.). De P., da heckt der Has, da grönt det Gras, da jongt de Koh, da let det Hoh (Huhn), da hät de Husfrau vel ze doh Siegld. Zingk Mäətes on z. P. send für vill Buren schro (hässliche) Dag da Pacht u. Zins bezahlt werden muss OBerg. peter-toll  Geilk-Teveren Adv.: p. lope hin- u. herrennen. Peter-vögelchen -yj- Bo-Mehlem n.: Gartenrotschwänzchen. Peter-wage -w:x Bo-NBachem f.: dass. Peter-waldbeeren petərwalbərə Kemp-Süchteln Pl.: Preiselbeeren.

Peterle = Petersilie (s. d.).

petern -ēt- Gummb-Lützinghsn schw.: schwatzen; do es der wiər am p.