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groppen bis Groschelentier (Bd. 2, Sp. 1423 bis 1427)
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Artikelverweis groppen -ǫp- Prüm schw.: grapsen, habgierig, hastig nach etwas greifen. S. grappen. — Abl.: die Gropperei, dat Gegropps, der Gropper, groppig.

Gropp -ǫp, Pl. -ę- Prüm m.:
1. ein Griff; mer deht en guden Gr. greift voll hinein. —
2. eine kleine Menge, etwa Heu, Wolle; auch eine Handvoll, soviel man auf einmal greift; Gräppche soviel man mit den Fingerspitzen greift.

Groppen -ǫb- Bitb-Fliessen, Bernk-Berglicht Pl.: verächtl. Finger.

groppschen -ǫb- Zell-Trarb Wahlenau schw.: hastig, gierig nach etwas greifen; in etwas Dargebotenes gierig hineingreifen wie einer, der fürchtet, nicht genug zu bekommen. — Dieselben Abl. wie bei groppen.

grosch -ǫ- = rasch s. grasch.
 
Artikelverweis 
Grosch -ǫ- Sg. t.: in den Wend.:
1. n. sech wat op et Gr. kallen prahlen Barm; babbel ka Groscht! schwatz kein dummes Zeug Goar-Trechtinghsn. —
2. f. sech an der Gr. hon am Halse gepackt haben Zell-Sohren.
 
Artikelverweis 
Ge-grösche jəjrə Erk Sg. t. n.: Froschlaich.
 
Artikelverweis 
NRhWB PfWB ElsWB LothWB Groschel das zu frz. groseille gehörige Wort hat im Rhfrk, Mosfrk zwei im Anlaut verschiedene Entsprechungen, u. zwar mit gr- (kr-) u. dr- (s. Droschel I; hier der genauen Abgrenzung wegen mitbehandelt); an der uNahe zunächst ö. einschl. Kreuzn-Boos OStreit Waldböckelh Weinsh Braunw Sommerloch Schönebg Eckenr Waldlaubersh Seibersb, Goar-Weiler NHeimb gruəl; w. u. n. davon beginnt das Geb. mit dr- Anlaut, u. zwar zunächst druəl; dann innerh. w. u. n. einschl. Kreuzn-Langenth Seesb Weitersborn, Simm-Schwarzerden

[Bd. 2, S. 1424]


Henau Gehlw Gemünden bis einschl. Birkf-Gerach OWörresb Weiden OHosenb Sulzb, Bernk-Hausen NSohren, Simm-Dickenschd Dillend NCostenz Reckershsn Kellenb Reich Neuerk Klosterchumbd Budenb Mörschb Ellern Rheinböllen, Goar-ODieb drēəl (Birkf-NHosenb -ī-); an der Nahe w. u. südl. Staudernh Sobernh Simmern unter Dhaun Horb Kirn, in Birkf (mit Ausnahme des ORandes mit -ē-), Meis, Wend, Ottw, Saarbr bis n. einschl. Saarl-Differten Schaffhsn Hostenb Wadgass Bous Ensd Hülzw Roden Dilling Diefflen Nalb Piesb, Merz-Michelb Erbring Biel Thailen, Trier-Mettnich Kostenb Bierf Hermeskeil Damflos Züsch, Bernk-Deuselb Wirschw Langw Bruchw Schauren Kempf, Birkf-Herborn Veitsw drəl, –ō- [innerh. dieses drəl-Geb. einige Besonderheiten, u. zwar drō(n)əl Birkf-Kirschw; drōdəl Kreuzn-Heddesh Ippenschd Winterb, Birkf-Gollenb Hamb Rinzenbg, Wend-Gronig Winterb, Saarl-Bous Ensd, Merz-Reimsb; drǫuəl Kreuzn-Oberhsen, Meis-Schweinschdt, Saarbr-Heusw; grēəl Meis-Staudernh; -ū- südl. einschl. Meis-Desloch Jeckenb Breitenh Medard bis Wend-Grumb Wiesw; drūəl innerh. Wend-Offenb Buborn HerrenSulzb Langw OJeckenb Ilgesh Kirw NEisenb; -u- Ottw-Spiesen Wellesw Lautenb Neunk, Saarbr-Karlsbrunn; das dr-Geb. von Merz hat drēəl in Honzr Morscholz NLosh Wadrill Wahlen; -ēi-, –e·i.- in Losh Mitlosh Conf Rappw Rimb Steinbg Thailen Waldhölzb; in Simm n. des drēəl-Geb. drōdəl Simm-Erb Dichtelb; drēəl u. -ēn- Simm-Riesw; drēəl u. -ō- u. -ēn- Simm-Argenth; drēdəl Simm-Ellern Mutterschd; drəəl Simm-Nannhsn; drōnəl (-ū-) Simm-Rheinböllen Liebshsn Lorsb Simmern; -ēn- Simm-Kappel Kisselb Riegenr Horn Rayerschd Riesw; -ūn- Goar-Werlau; -ī- Goar-Bieberich, diese -n- Formen eine Mischform zwischen dem südl. drēəl u. dem nördl. grēnəl]; n. der durch Saarl, Merz, Hochw, Hunsr gehenden dr-/gr-L. beginnt das gr.-Geb., das (n. der g/j-L. kr-) im N. reicht bis einschl. Malm, Prüm-Kronenbg, Schleid-Baasem Esch Alend Ripsd Hüngersd OFreiling Rohr Fronhf, Aden-Rodder Schuld Insul Dümpelf NHeckenb Blasw Vinxt, Ahrw-Königsf Walporzh Lantershf Leimersd ONierend Unkelb (ausschl.) OWinter; rrhn. weiterhin nach N. begrenzt durch Neuw-Rheinbreitb Kalenborn Stockhsn Buchholz Limb, dann als Ostgrenze nach Süd. umbiegend Neuw-Krumschd, Altckeschd Orfgen Schürd Seelb, mit Altk-Eichen Rotst, Neuw-Altenbg Neustdt Breitschd Rossb Bremschd Leutesd die Südgrenze bildend [südl. dieser rrhn. Grenze drynəl, –ȳ-, wie auch sonst dr-Formen eingesprengt sind; s. folg.]; folgende Formen sind im Gr.-Geb. vertreten: grəl, –ō- innerh. einschl. Saarl-Berus Altforw Neuforw Lisd Fraulautern Wallerf Hochlimbg Rammelfang Leiding Bedersd Ittersd

[Bd. 2, S. 1425]


Felsbg; -ēi-, –e·i.- Saarl-Fürw Fremersd Guerlfang OEsch; -už- Dilling; sonst -ē- in Saarl; in Merz :-, -ī:- [-e·i.- Bachem Britten Büding Hausb Haustdt Hilbring Merching; -e- Saarhölzb; -e·i.n- Bergen]; in Saarbg :-, -ī:- [-e·i.- ö. Büschd Wochern Faha Kirf Trassem Cahren Fisch Onsd; dre·i.əl Hentern Serrig (u. -ō-) Greimerath]; in Trier-Stdt u. südl. Mos grī:-, –ē:- [-e·i.- Waldrach Geisf Mander; drē:əl Abtei Börfink Costenb (u. --) Farschw Reinsf Sitzerath (-:-)]; auf dem Hunsr in Bernk bis einschl. Trier-Bescheid, Bernk-Neunk Talling Thalfang Immert Etgert Hunolst Haag Gonzerath Andel Cues grē:-, –ī:-, –e-; ö. dieser L. bis zum südl. davon sich erstreckenden Dreschel-Geb. in Bernk, Zell, Simm, Goar grīnəl, –ē- [Simm-Laub daneben grēŋəl; am Südostrande von grēəl in Bernk-Morschd Odert Gutenth Rapperath Wederath Kommen Longkamp Monzelf Lösnich Erden Zelting Maring grē:təl, –e-, –i-; Zell-Würrich grn-; Zell-Altlay Buchenbeuren -ō-; Zell-Petersw Löffelschd Panzw -ū-; in Goar zwischen grūəl im SO u. grī:nəl im N innerh. einschl. Henschhf Breitschd Perschd Wiebelsh Birkh Badenhard Urbar grōnəl; Laudert Morshsn -u-; Hausbach -ę-; Bickenb -ī-; Steeg kadryəl; Bacharach grubəl; Neur -y-]; an der Mos u. n. der Mos in Trier, Wittl, Bernk bis Zell-Pünderich Aldegund Neef Alf grī:əl, seltener -ē-: [Zell-Bullay Briedel Burg Merl -u-]; Bitb griəl, seltener -e- [-ø- Baustert; -e·i.- Malbg; -u- Biesd Ernzen Ferschw Geichl Genting Obersgegen; grenχəl Messerich]; Prüm griəl, –ī:-, auch da wo anlautend g als j gesprochen wird [krȳ(·ə.)- Hallschlag Irrhsn Lüneb Olzh; krī:nχ- Plütschd; dry- Auw Rott Schlausenb]; grī:əl, –i- reicht nach O. n. der Mos bis ausschl. Bernk-Lieser Bernkastel Wehlen, Wittl-Kinh Cröv Kinderbeuren Hetzhf, Koch-Bertrich, Daun-Immerath Ellschd Udler Mehren Rengen Sarmersb Dockw Zilsd Bolsd OBetting Esch, Schleid-Ahrhütte Hüngersd Alend, von wo an östl. -n- einsetzt; Daun hat bis zu dieser L. grī:əl, –i- [grȳ:-, kr-, –·ȳ.ə- Birgel Calenborn Pelm Hepr Hillesh Rockeskyll Lommersd Gönnersd Lissend Auel; grȳ:t- Betteld Berling Hinterw Hohenfels Waldrf; -øt- Lendersd; grøχ- u. gn- Glaadt; drī:- OStadtf; -ȳ:n- Boxbg]; ö. der oben genannten L., von der an -n- gilt, hat ODaun grī:nəl, –i-, kr-, im nicht entrundenden Teile -y-, –ȳ·ə.- [-ø- Zilsd]; Koch hat grī:n-, –i- [-ē:- Masbg Hauroth Müllenb; gri- Eller Bremm Ediger Kennfus]; Kobl gren-, –i-, –y- [dryn- Urmitz]; May grin-, –y-, –ø- [-u- Brenk Galenbg OLützing Wehr; kr:n- Dittschd Hirten Münk Luxem Reudelsterz Weiler]; Aden kryn-, gr-, seltener -ȳ:- (Leimb Lederb Spessart) [-ē:- Ürsf Wanderath; -i- Wiesenschd Herresb; -ø- Acht Virnebg; -u- Acht Kempenich Hohenleimb Siebenb Weibern;

[Bd. 2, S. 1426]


grȳ:nstəl Hausten; grȳ:əl, kr- Rodder Insul Schuld Winnerath; -ȳ:t- Berenb Üss; drȳ:n- Brück Denn Liers Hönning Herschb Staffel Bongard; -ndəl Weidenb; drønχtəl Bodenb; knȳ:spəl Lind]; Ahrw krȳ:nəl, –ȳ·ə.- [-o- Rodder; -u- NDürenb ODürenb NZissen; -i- Gönnersd NBreisig; -ȳ:ntəl Cassel; drȳ:ntəl Ramersb; andere Var. s. bei Knurschel, das n. der Gr-L. herrscht]; Schleid-Üdelhv Ahrhütte Hüngersd Dollend Alend krȳ·ə.nəl; Schleid-Baasem OFreiling Lommersd Ripsd Rohr u. Malm krȳ·ə.əl; sonst in Schleid knȳərəl (s. Knurschel); rrhn. in dem oben umgrenzten Geb. von Neuw, Altk grynəl, -ø-, –ȳ:- (Dattenbg Fernth Wilsbg), -ē:- (Rheinbrohl), -i- (Hönning Linz Ariend) [kryəl Neuw-Hallerb Lorschd; gnytəl OKasb; gǫuəl Altk-Kircheib]; südl. dieses rrhn. Geb. innerh. einschl. Neuw-Faha Gönnersd Hüllenbg Wollend Rodenb Segend Alt Wied Melsb Rockenf Datzeroth Ehlschd OHonnef, Altk-Willr Horhsn, nach Süden ORaden KlMaischd GrMaischd, mit der Südgrenze Neuw-Thalhsn Anhsn Meinborn Isenbg Heimb Weis Heddesd Irlich drynəl, –ȳ-, –i-, –e- [-u- Neuw-Gladb Meinborn Rüschd Steinb; -u- Gr- u. KlMaischd; -i- Isenbg; abseits -u- Altk-Eichelhardt; -yə- Altk-Naur Kausen Molzhain; -on- Altk-Birnb Marenb Rimb OIrsen Fladersb Walterschen; sonst in Neuw, Altk Stachelbeere, –kirsche, –traube, Gehannsstachel u. zur Sieg hin Knurschel (s. d. W.); lrhn. n. der Kr-L. zunächst Knüərschel, –ūə-, –üətsch-; dann in Bo, Köln, Bergh, Jül, MülhRh, Sieg (Rheinorte) kr:ntsəl; dann WJül, Eup, Monsch, Aach, Geilk, Heinsb kroəl, –u-, –ūə-, –y- [Eup-Stdt -ǫž-]; rrhn. im Berg krōntsəl, –ī-, –ūə-, –u-, –ȳə- (u. mit Schärfung), -ę-; n. dieses zweiten Kr – Geb. (das bei Krunzel, Kroschel behandelt ist) kōapəl (s. d. W.); meist Pl. -ələ, –əln f.:
1. Beerenart, ribes grossularia, frz. groseille.
a. Stachelbeere, u. zwar die kleine, wild wachsende (die well Gr.) u. die Gartenstachelbeere Allg.; im Geb. von 1 b, wo Gr. daneben auch Johannisbeere bedeutet, unterscheidet man die Gartenstachelbeere als gren (grün) oder deck Gr., auch vielfach Perds-, Ross-, Speck-, Patsch-, Possgr. (possen pfropfen, veredeln) (s. d. W.). RA.: Kenner on Gr.ə geroden alle Johr Prüm-Mürlenb. De pleckt (pflückt) de Gr.ən on (in) e Schonkekorf (Schinken-, Knochenkorb) in den Magen Prüm-Ihren. —
b. an der Saar, in Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun, hier u. da (s. im folg.) in Schleid, Aden, Ahrw, Neuw bedeutet Gr. auch die Johannisbeere, entweder Gr. schlechthin, aber meist von Gr. 1 a, die die bei 1 a verzeichneten Beiworte erhält, unterschieden als klän (klein), rut, schwarz Gr. Allg. in dem Geb. (mit Ausnahme von Schleid usf.); dazu Gehannsgr. Saarl-Kerling Rammelfang

[Bd. 2, S. 1427]


Berus Fremmersd Eimersd Niedaltorf, Merz-Bicken Hilbring Mechern Rech Silwing Honzr Keuching Haustdt, Saarbg-Ockfen Schoden, in Trier, Bitb, SPrüm allg. [Metzen Grischelcher Bitb-Roth; Klingelchesgr. Neuerbg], Wittl-Arrenr Bettenf Binsf Bruch Gladb Gransd Meerf Niersb Spangdahlem (sonst rut Gr., Gehannsdrauwen, Ma(r)daunen, Trauwen); Jannskrüschel Daun-Heyroth (sonst rut Gr., Drauwen, Jannsdr., Madaunen, Wenkeln); Winggr. Daun-Gönnersd Lissend; Johannesgr. (Joh.dr., Joh.knüərschele) Aden hier u. da (meist Klustere; doch hat Aden-Meisenth Müllenb für Gr. 1 a Klustere, für Gr. 1 b Johannesdrauwen; Herrschbr Klustere 1 a, Krünschele 1 b, ebenso Ahrw-Waldrf; sonst in Ahrw für 1 b Johannesdrauwe, Klustere, Klusterebeerchen); Schleid-Üdelhv Ahrhütte Ramschd Dollend Hüngersd Lommersd Alend Mülh Reetz rut Krüənschele (sonst Schleid Jannsdruve, –kirsche); Neuw-Thalhsn 1 a Hansgedrinschel, 1 b klän H.; Rüschd 1 a Drunschele, decke Dr., 1 b Hansgedrunschele (sonst Gehannstrauwen); für Altk s. Johannisknurschen, –stacheln, –kirschen; im Saargeb. gegenüber drəl 1 a grusęl  1 b Saarbr-Ludw; in Saarl gegenüber drəl, grəl 1 a grusęl  1 b Beaumarais Berus Dilling Düren Alt- u. Neuforw Ittersd Fraulautern Saarlouis Lisd Überherrn OLimbg SBarbara Roden Knausholz Schwalb Ensd Schaffhsn Hostenb Derlen Wadgass Pachten Wallerfang (u. -sęngəl). — Im übrigen im Geb. von 1 a Gehannsdrauwen, Hans-, u. dazu an der uMos Madau(n)en, Hans-.
2. übertr. alt Gruschel verächtl. altes Weib Kreuzn; al Grinschel Kobl-Neuend, Neuw-Leutesd, Goar-Halsenb.

Groschelen- in der Zs., wie Groschelenbaum, Groschelenhecke, Groschelensuppe, Groschelenstrauch . RA.: Dem geht et Maul wie er Gess (Ziege) on er Grischelenhek Wittl, Trier; dat seiht aus wei en Mouk (Kröte) op er Greischelsheck Saarbg-Cahren; dazu Groschelen-bock Saarbg-Besch Schoden, Bernk-Lösnich m.: Beerenwanze. Groschelen-gebeiss --, –ē- Verbr. wie Groschel 1 b n.: Gelee aus Johannisbeeren. Groschelen-gemüse- gem:s May-Wassenach n.: in der Antw. auf die Frage: was haben wir gekocht? Gr. met Möcke bei Esse! Groschelen-pellchen Birkf-Idar n.: Schwingen, Blütenreste der Beere. Groschelen-schnüsse -nis Kobl-Neuend f.: mit Ausschlag behafteter Mund. Groschelen-tier -əltsdī:r Verbr. n.: Beerenwanze.