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qua bis quabbeln (Bd. 6, Sp. 1257 bis 1258)
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Artikelverweis qua -ā, –ā: Allg. Schallw.: das Geschrei der Frösche, Krähen nachahmend.
 
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PfWB Quabbe diese Gruppe, nd., ndl. quabbe entsprechend, die ‘etwas Schleimiges, hin- u. herbewegende Fettmasse’ bedeutet, ist nur im Zs. u. Abl. vertreten; doch aus dem Nhd. -ap, Pl. -bə f.:
1. Aalraupe, lota vulg. Klev-Üdem. —
2. -ap, Pl. -pə(n) Kaulquappe Ess-Werden, May-MüMaif, Trier-Schilling.

Quabb-aal -:l (s. S.) m.:
1.
a. Aalraupe, lota vulg. Klev-Üdem, Mörs, Rees, Ruhr, Düss, uWupp, Köln-Stdt. —
b. Kaulquappe Geld-Sevelen, Klev-Cranenbg Calcar Üdem, Rees-Wesel, Ess-Werden, Düss-Benr Erkr Gerresh Hilden Hucking Rating Stdt, Bergh-Glesch. —
2. übertr. verächtl.
a. dicker, fleischiger Mensch Mörs-Wallach, Düss (s. o. 1 b). —
b. dummer, träumerischer M. Düss-Stdt. Quabb-bäus Klev-Stdt m.: Kaulquappe. Quabb-eichling -ēχlek Bitb-Bauler (s. Quack-) m.: Eichhörnchen. Quabb-kaute -kut Mörs-Hörstgen f.: Kaulquappe. Quabb-kopf -bəkǫp MülhRuhr m.: dass.

Quabbel -ab-, Pl. -ələ, –əln (auch nd., mnd.), ein Wort des Siegld, Berg, in Sieg, MülhRh u. lrhn. vereinzelt in Köln-Stdt, Eup-Stdt, Monsch-Zweifall, Prüm-Steffeln (s. ausserdem noch vereinzelt Bed. 2) f. Siegld, OBerg, Eup-Stdt, sonst m. [Köln-Stdt m. u. f.]:
1.
a. hängender Fett-, Fleischklumpen, etwa am Halse, Bauche des Schweines, der Kuh u. des Menschen, Wamme Allg. [behaarter Auswuchs am Halse der Ziege Gummb; knorriger Auswuchs am Baume MülhRh-BGladb]. —
b. Samenfrucht der Kartoffelstaude, Erpelsqu. Gummb, Wippf, Waldbr. —
c. herabhängendes rundes, kugelartiges Gebilde, auch Quäbbelchen z. B. Troddel, Quaste an Spitzentüchern, Tischdecken; Kotklümpchen, an den Haaren des Stallviehs Gummb-Schwarzenbergisch. —
d. Quabbeln Pl. Froscheier Wippf-Hardt; Quabbel Sg. t. Monsch-Mulartzhütte. —
2. übertr. persönl.
a. verächtl. dicker, vor Fett strotzender u. wabbelnder Mensch Sieg, Bo-Stdt. —
b. Aalraupe, lota vulg. Jül-Linnich. —
c. Frosch Köln-Stdt. —
d. Maikäfer Köln-Stdt, Dür-Stdt; s. auch Mai-. —
e. -aw- stets weinendes

[Bd. 6, S. 1258]


Kind Kreuzn-Kirn (abseits). — S. Schwabbel, Wabbel. — Abl.: dat Gequäbbel(s).

Quabbel-suppe Sol 1870 f.: Sagosuppe.

quabbelig das Adj. ist verbreiteter, u. zwar Siegld, Berg, Rip in Sieg, MülhRh u. Ruhr, n. Ruhr; lrhn. Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Jül, Aach, dann noch Nfrk in Eup, Geilk, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss, Kref, Kemp, Mörs, Geld, Klev, u. zwar -ab- [Mülh-Ruhr, Duisb, Mörs-Neuk (-a- u. -ę-), Geld-Schravelen Wetten Winnekendonk -ęb-; Klev-Keppeln -b-]; ganz abseits -aw- Saarbr-GrRosseln Adj.:
1.
a. qu. ist dasjenige, das sich unangenehm weich u. nachgebend u. doch aneinanderhaftend anfühlt, z. B. Froschlaich, schwammigfette Körperteile; beweglich-zäh, herabhängend-schlotterig, dickflüssig; de Kerl es qu., — qu. deck (fett) aufgeschwemmt dick mit qu.əm Flesch; he hät su qu.ə Hänn; schlappe Waden oder Oberarmmuskeln, Frauenbrüste sind qu. Rip, Allg.; der es su qu. wie ne Kohpanz Bergh-Elsd; qu.ə Melch geronnene Milch; qu. Brut nicht ausgebacken; en qu.ə Stell Bruchstelle in der Wiese; dat Zeug föhlt sech su qu. an Allg. —
b. qu. Wer trübes, regnerisches Wetter MGladb, Mörs. —
c. widerlich süss; ek et nit gern Hunneg, den ös mej te qu. af Kref, Mörs, Duisbg, Düss-Stdt. —
d. et es mir ganz qu. em Buch (Lif, öm et Hetz), — ze Mot (Mut) übel, unwohl mit Brechreiz Ahrw, Rheinb, Bo, Sieg, MülhRh, Sol, Düss-Stdt, Köln, Eup, Aach, MGladb; -aw- Saarbr-GrRosseln. —
2. -ab- zimperlich, bes. empfindlich im Essen Kemp-Dülken; -ęb- Geld-Schravelen Winnekendonk Wetten; -- Klev-Keppeln.

quabbeln -ab- Verbr. wie das Adj. u. Bitb-Ernzen, Saarbr, Wend-Gronig [-av- Aden-Hümmel] schw.:
1.
a. sich hin- u. herbewegen, schlottern, von quabbeligen Massen, z. B. von gallertartigen M., schwammigem Fett, Bruchstellen in der Wiese; dat Fett quabbelt an em; he es su fett, dat et quabbelt; der qu. (van Fett); dem qu. der Buch, so deck es he; en der Wis qu. et, wammer drüvver geht; de decke Melch qu. Rip, Allg. —
b. (heran) gequabbelt komme schwer fällig, unter Schlottern des Fettes, herankom

[Bd. 6, S. 1259]


men, von dicken Menschen, Tieren Allg. —
2. übertr.
a. dat Wasser (et) quabbelt wallt auf, Bläs-chen steigen auf Köln, Rees. —
b. kränkeln Eusk-Lechenich; et quabbelt mir (em Lif) ich fühle mich übel Köln-Stdt. —
c. schlecht, schmierig schreiben Waldbr-Bladersb. —
d. -- zimperlich sein, empfindlich im Essen sein Klev-Keppeln; -ę- Elbf. — Abl.: die Quabbel(er)ei, dat Gequabbel(s) [der Quäbeler Zimperlicher Klev-Keppeln; Quäbbelstert Geld-Schravelen Winnekendonk].