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pa bis Paarweck (Bd. 6, Sp. 443 bis 444)
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Artikelverweis pa pa, pā neben ba Allg. Interj.:
1. des Abscheus. —
2. des Selbstgefühls.
 
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pę fi Saarl-Niedaltorf Interj.: pfui!
 
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Pa Saarl-Roden Sg. t. m.: Grossvater, in der Kinderspr.
 
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I p: (frz. pays) Saar Sg. t. n.: Land.
 
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II p Waldbr, Gummb-Homburgisch Sg. t.: im Schnee geschaufelter Weg, meist Pä (an)machen bei hohem Schnee Weg bahnen; s. auch Plau.

Päen-fuss pwənfout Wippf-Kreuzbg m.: gegen Kälte empfindlicher Mensch.
 
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Paar das Wort ist allg., u. zwar pār [doch -- (überoffen) Wend-Winterb Bliesen Eisw Urw Berglangenb FohrenLinden, Saarl-Primsw, um Sieg-Leuschd; --, –ă- uSaar, Trier, Bitb, Wittl, Bernk]:
1. Subst. Sg. u. Pl. n. zwei zusammengehörige Personen oder Gegenstände; die beiden sen en nett (schün) P.; auch die zwei, dat git en nett Päärchen; der hät e P. hell Oge em Kopp; e P. Schohn, sibbe P. Strömp usf. Rip, Allg.; e P. Bockse (Hose) eine Hose Saarbr. RA.: E jongk P. (jung verheiratet) hürt allen (allein) en e Kar wohnt am besten für sich allein Bo-Witterschlick. Dat es en P., dat hot den Deiwel zesomegeschess Mann u. Frau vertragen sich durchaus nicht Trier. Der es so voll (bezecht), wie zwa P. Zieə (Ziegen) Ottw-Wiebelsk. — Besondere Anwendung; dat es mi P. (Päärche, –ke) der Nebenmann im feierlichen Zuge zur ersten Kommunion oder Konfirmation; mer han en Päärchen ein Mädchen u. einen Jungen; en Päärche Vügel Männchen u. Weibchen; der Vugel moss en (seng) P. han; e Päärche (-ke) zwei Früchte an einem Stiele Allg.; e Päärche doppeltes Korinthenbrötchen, in zwei gleiche Teile geteilt Köln-Stdt. — Aus der Grundbed. ‘Zweizahl’ entwickelt sich die Bed. ‘grade (gleiche) Zahl’ im Gegens. zur ‘ungraden Z.’, in der Spielbezeichnung paar of omp (< onpaar entstanden)? ein Ratesp. mit Klickern oder Bohnen, d. h. einer hat in der geschlossenen Hand eine Anzahl Klicker, die er dem Partner entgegenhält, fragend: paar of omp? dieser rät etwa paar; danach werden die Klicker gezählt; kommt nun wirklich eine grade Zahl heraus, so gehören alle Kl. dem Ratenden Bergh, Dür, Jül, Aach, Eup, SNfrk, Mörs, Geld, Klev, Ruhr, Düss

[Bd. 6, S. 444]


[paar of pomp MGladb-Rheydt; pa·r.əfomp Bergh-Blatzh; pa·r.əvomp Erk-Körrenz; bärabāravomp Dür-Bürvenich]; poor on onpoor? Trier-Stdt; paar odder onpaar? Sieg, Ahrw, Rheinb, Elbf [padrompaar  Sieg-Ägid, Ahrw-OWinter]; omp of paar of nicks en et Kar? Aach-Merkst. Wer nicht mittun will, sagt: Halt der Katz de Stromp dar! Dät es paar of omp kann so oder so sein Heinsb-Lümb. Man nennt dies Ratesp. paar of omp spelen oder mit einem Zeitw. dehste met paarofompen, pārə-, pa·r.əvompə?
2. Zahlwort, einige wenige, stets unflektiert.
a. e(n) paar einige; eckersch e p. Grosche; e p. mol; en e p. Dag; gef em e p.! Ohrfeigen; er hät e p. krit; ech (trecken) klevven dir e p.; du kanns e p. besehn Ohrfeigen; der hät er e p. ze winnig ist nicht recht bei Verstand Rip, Allg.; e p. Marker achzig kostet dies Trier-Schleidw; do han se en Glas Bier odder en p. gedronken Berg, Rip [im Rhfrk kann auch e(n) fehlen, z. B. ich breng ouch (euch) p. Äbbel mit]. — E Paarche einige Siegld; en Pää(r)che Bonne ein Lage (5—7 Stück) Bohnen beim Pflanzen Grevbr-Wickrathhahn. —
b. die paar diese wenigen; die p. Johr, die mer noch ze levve hät; die p. Gröschelcher kannste och behale! Rip, Allg.

un-:
1. on- u. om- (s. o. omp beim Ratesp. paar of omp?); onp. Schohn Schuhe, die nicht zusammen gehören; ompe Strömp; o. geht dat Spell net Rip, Allg. —
2. ōmp sin
a. im Klickersp. nichts gewonnen u. nichts verloren haben, Mörs. —
b. nicht beachtet werden Mörs. —
c. dat es den omp der im Spiele übrig bleibt u. im nächsten Sp. anspielt Mörs-Hülsdonk.

Paar-holz Saargeb. n.: Türstock, zwei Stempel mit einer Bank zusammengestellt, in der Bergmspr. Paar-stundenschatz Saarbr m.: scherzh. vorübergehende Liebschaft. Paar-weck Kreuzn m.: Wasserweck, aus zwei gleichen Teilen bestehend.