Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
n I bis Nabe (Bd. 6, Sp. 1 bis 2)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  PfWB ElsWB n I n., f.: der Name des Buchstabens. — In alliterierenden Schnellsprechübungen: Niesses (Niessens) Nelke (Kornelie) niht (näht) net nett (schön) no neuer Nihscher (Näherinnen) Nette (Mode) Heinsb-Neuhaaren. Niklausen Nickel nickt (näht) noren Neies Trier-Gilzem.
 
Artikelverweis 
n II mit Stimmton, zweitonig:
1. lang-kurz, die Zustimmung ausdrückend. —
2. lang-kurz u. steigend = aha, soso? —
3. ·n. halblang, fallend, den Unwillen ausdrückend u. = nein. —
4. als Vorschlag zu Partikeln, wie ndoch, njo, nnä, nsüh (sieh mal) Allg. [nhä, nhein! fällt mir nicht ein Gummb].

na I = nach (s. d.).
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB LothWB na II na SNfrk, OBerg neben häufigerem (s. d.) Interj.:
1. na u. nana u. nanau  eine Aufforderung oder einen Verweis, Tadel einleitend. Na, na, sät Moddche (Moses) (ein alter Jude hatte sich dies na, na angewöhnt, u. die Wend. wurde zum geflügelten Worte) Grevbr-Otzenr. —
2. na = nun, einen Satz oder eine Redewendung einleitend. RA.: Enge en der n. helpe jmd. auf sein Thema bringen Aach 1836.

n = nein (s. d.).
 
Artikelverweis 
nabbeln das Wort, im Ablaut zu nibbeln, nubbeln, mit dem knabbeln, knäbbeln zu vergleichen ist, ist in zwei voneinander getrennten Geb. bezeugt, u. zwar einmal in Kobl (rrhn.), Neuw, Altk, Sieg-Fussh Menden, Gummb-Wiehl u. dann SNfrk in Grevbr, Neuss, Kref, Kemp, Erk, MGladb, nach Süd. noch in Jül, Bergh-Bedbg Harff, nach N. noch in Mörs-Veen, Klev-Asperden, u. zwar -ab- [-ęb- Jül-Titz, Kemp-Hüls; -b- Heinsb-Dremmen; -aw- Neuw-Dierd, Schleid-Hellenth] schw.:
1. an etwas n., knabbern, schnuppernd beissen, an etwas herumnagen, von Tieren, wenn sie z. B. an Hecken nagen oder vom Gras oder Klee nur die Spitzen abfressen, bes. auch vom Pferde, wenn es an der Krippe und Gegenständen jeder Art schnuppernd beisst. —
2. sich n.
a. sich mit dem Maule nähern, sich zum Scherze gegenseitig beissen, von Pferden. —
b. sich necken, von Kindern, scherzend sich zanken u. nachlaufen; ersch n. se sech, dann tagge (streiten) se sech. RA.: De Esele n. sech, et get Ren (Regen) gesagt, wenn zwei (im Scherze) sich raufen. — Abl.: die Nabbel(er)ei, dat Genabbel(s).

[Bd. 6, S. 2]


Nabbels-sack MGladb m.: einer, der gerne nabbelt 2 b.

nabben dies Zeitw. ist z. T. in andern Geb. (Siegld, NBerg) bezeugt u. vereinzelt im Geb. von nabbeln, u. zwar nabə Altk, Siegld; -ap- Sieg-Ägid, Gummb-Wiehl; -ab- uWupp, Sol-Stadt Steinbüchel, Mettm-Cronenbg; -ap- Sol-Burschd Merschd, Elbf, Lennep; -ap- Erckörrenz; -ab- Erk-Rath, Geld-Schravelen; -ǫp- Geilk-Brachelen, in der Bed. je nach Ort sich scheidend schw.:
1. unvermutet nach jmd. schnappen; spielen u. zugleich beissen, doch ohne ernsthaft zuzubeissen, vom Pferde u. Hunde Siegld, Erk-Körrenzig Rath. —
2.
a. einen n., ihn hinterlistig stossen, kneifen, nicht in Ruhe lassen, neckend schlagen NBerg (s. o.). —
b. an einem, sich n., zanken, necken, reizen Altk, Siegld, Sieg-Ägid, Sol. RA.: De Easel n. sich, et get Ren (anner Werer). — Abl.: die Nabberei, dat Genabb(s) [-nabə Siegld].

Nabber = Nachbar (s. d.); Näbber = Storch s. Äuber.
 
Artikelverweis 
PfWB ElsWB LothWB Nabe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk nāp, Pl. -wə; Mosfrk an der Saar zunächst nā:f, dann ·ə.- [-ū·ə.- innerh. einschl. Saarbg-Eft Hellend Orscholz Kessl Butzd Wies; -:- im grössten Teile von Saarbg; s. Hafer]; das übrige Mosfrk in Trier, Bitb, Wittl, Bernk, Koch hat, weitergehend als sonst bei der Gruppe -ab-, n:f, –·ă.-, –·ə.- (auch nach May-Naunh Gering, Daun-Strohn, Aden-Virnebg hinein; Daun-Stdt -ǫ-), Pl. -wən [na·r.f May-Allenz; naf Prüm-Schwirzh; n:f, Pl. n:wən Wittl-OKail]; weiterhin nāf, im Geb. der Schärfung -ā:- [āf mit Ausfall des n wie bei āk ‘Nachen’ Geld-Straelen, Klev-Calcar Üdem; nāp Mörs-Alpen, Klev-Goch Wyler; nrf Geld-Veerdt, Mörs-Utfort]; Pl. -və, –wə(n) [Pl. nf Rees-Haldern] f. [m. Siegld-Imgarteichen (nāwə), Lennep-Neuenhs (nāwə), Bergh-Blatzh, Dür-Frenz, Aach-Alsd Merkst Vorweiden, Selfk, Erk-Borschemich, Kemp-SHubert; m. u. f. Erk-Elmpt]:
1. wie nhd., Radnabe, Achsenkopf, die hölzerne Walze, worin die Speichen stecken; en as agebroch (ein-) bös un de N. Trier, Allg. RA.: Op der N. erausgohn kaum genügen, mit knapper Not davonkommen Bitb-NWeis. —
2. übertr.
a. Newchen N. am Rade des Spinnrades Bitb-Betting. —
b. Dorn eines Gewindes Geilk-Oidtw.

[Bd. 6, S. 3]