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m I bis mä III (Bd. 5, Sp. 659 bis 660)
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Artikelverweis  NRhWB PfWB m I ęm Allg. n., f.:
1. der Buchstabe u. sein Wert. — In allitterierenden Sprechübungen: Morge, Möller Mattes, mahl mech mi Meəhl (Moderschmeəhl), mi Motter mott morge möt mi Möhn (Tante) Mecke (Brötchen) make (Mecke m. met min Meəhl; morge mösse mir Muze m. oder menge)! SNfrk Rip, — ming Moder moss morge Mize, Mätze, Muze mache! Aach-Warden, — mi Mor moss mir moər Matze m.! Bergh-Ahe, — mei Motter mächt mir mein Metsch (Mütze)! Wittl-SpangDahlem. —
2. Emme mache mehrere m machen, kreuz u. quer gehen, vom Betrunkenen Aach-Stdt; Emmcher m. Köln-Stdt.

M-strich (s. S.) m.: wie nhd. RA.: He mat (macht) M-streche der Betrunkene torkelt Sol-Leichl, — strich Dür-Gürzenich, — streke Elbf, Mettm; den kann mit sin Bein M-strike maken MülhRuhr.
 
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m II Allg. Summton:
1. mm (sonor, gleichtonig) zur Nachahmung des Summtones. —
2.
a. m (lang gezogen) oder mm (lang-kurz, steigend, mit Betonung auf der Kürze) zum Ausdruck des Erstaunens = so! —
b. m (lang gezogen) oder mm (lang-kurz, fallend, mit Hochton auf der Länge) ja, freilich! RA.: M es ene fule Mannjogesät Sieg-Honnef. M es Ferkes-jo! Heinsb-Erpen. —
c. ·m.m (halblangkurz, fallend, mit Hochton auf der Halblänge oder auf dem zweiten m) nein!

ma I = aber, nur s. mar; ma II = nur s. man; ma III in mālīχt = mag leicht s. mögen.
 
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ma IV frz. mais, u. zwar [NWSaarbg, WBitb ma] Saarbg, Trier, Wittl, Bitb, Prüm Partikel: bei Ausdr. des Versicherns, zur Verstärkung, doch ja, aber sicher, selbstverständlich; ei, natürlich. A.: Hosde't secher gemacht? B.: Ma jo (ja, jä); ma gewess dat (ironisch auch = nein); ma dät; ma währig (währsch); ma grod (gerade)! — Ma, dat gläwen eich ei, natürlich; ma, den hun ich; ma jömmen (bewundernd u. fragend)! — Si mä II u. III.
 
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ma V < frz. ma ‘meine’:
1. ma(r)schermäre Vorsteherin einer Mädchenschule, ma chère mère Trier-Stdt; s. Madamm, Mafrau, Masör, Matante. — f. Grossmutter Saarl-Roden. —
2. ech han ma Summe Geld; ech mach ma Schaures ein Geschäft Dür-Langerwehe.

I = nur s. mar, mär.
 
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II < frz. mais Selfk Aach, Eup, Malm

[Bd. 5, S. 660]


Interj.: aber, aber; na, na! mä joə! na also, ziehe auch die Folgerung aus deiner Einräumung; mä nä! aber durchaus nicht! mä, wat hat deə märr (nur)! — Mä fou! Ausr. der Verachtung Aach-Breinig; mä how! der Verwunderung Aach-Walh, Eup-Raeren; mä zacker! Fluch Aach.
 
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III < frz. mais u. m Saar Interj.: zur Einleitung der Bekräftigung, eines Einwurfes u. der Steigerung, bei Ablehnung eines Ansinnens; mä, geh doch furt! aber doch; mä jo! ei gewiss; mä nän! aber nein; mä allemol! ei gewiss. — Auch als Lückenbüsser im Gespräch; mä, wenn eich der't san (sage)!