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bis Hä (Bd. 3, Sp. 1 bis 2)
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Artikelverweis  PfWB H hā: n., f.: Lautwert und Name des Buchstabens. — Sehr häufig in alliterierenden Sprechproben. Hof (Haus), Hanni hächt (haut) hanner hihrem Haus Holz; hean hirt honnert (hungeriger) Hosen (Hasen) husten (heilen) Bitb, Trier; henner Hännese Hinnese Hannese Haus guckt Hännese Hinnese Hannes, hat honnert Hase here houschte Wend-Marping; henner Höəwisch Hinnerichs Hus hüərt ich hondert hongerige Hasen hosten OBerg; henger Hänskes Hus hou (hatte) Hänskes Hendrik hongert Hase hell hüəre huste Heinsb-Laffeld; hanner Hinnesen Haus (Hinkelhaus) hängken honnert Himer (Hemder) heraus Bitb, Rhfrk, Mosfrk verbr.; Hinnese Hännese Hannesen Haus luə zehn Wennele eraus Wend-Marping.
 
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ha I hā, seltener ha u. Allg. Interj.:
1. des Entzückens, der Freude, der Bewunderung; ha, wie schün (fein, lecker udgl.); ha, wat en Freud; ha, dat schmack äver got; ha, do hammer us äver es vermach! Rip, Allg.; hä joə! Kemp-Süchteln. RA.: Selver ha on et Hus ba Bo. Zoerz (zuerst) ha un zoletz ba Köln. Männiche Biər on m. Appel es bute ha on benne ba MGladb-Rheind. —
2. seltener bei Ungünstigem; ha, wie grof, düster udgl.; ha, wie han ech mech verschreck; ha, ha, do hammer et! die Bescherung Rip, Allg. —
3. des Geringschätzens; ha, dat soll och ebbes sein! das ist doch gar nichts Trier, Allg.
 
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ha II hā:, hā Allg.: zum Ausdruck der Bestätigung; ha, su es et! Rip, Allg.; ha jo! Bejahung, zum Zeichen, daß man etwas begriffen hat oder daß man sich einer Sache erinnert OBerg; ruft man jmd. mit seinem Namen, so kommt als Antwort ha oder hä? = was ist gefällig, was hast du gesagt; auch um die Wiederholung des von dem andern Gesagten zu veranlassen, wenn man es nicht verstanden hat; zur nachdrücklichen Zusammenfassung einer ausgesprochenen Frage, wie spät, hä? Allg.
 
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ha III ha-ha-ha, auch Allg.: Schallw. beim Lachen; auch hi, ho, hu.

ha IV = nach links, Fuhrmannsruf s. har.

I s. ha I.
 
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II Interj.:
1. bei steigendem Ton = es hat noch eben gut gegangen; es ist gerade

[Bd. 3, S. 2]


noch gelungen Allg.; hä, Jong, hä! Geld-Schravelen. RA.: Hä, hä, säj N., duw lewde hen noch Geld-Kevelaer. —
2. Fragepartikel; hä? was? wenn man etwas nicht richtig verstanden hat Allg. — Auch Anruf; hä, was wellschte donn? wellschten ebbes, hä? herausfordernd Saarbr, Allg.; hälopp! Anruf Neuw-Rheinbrohl.
 
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III h Rhfrk, Mosfrk: Anruf hinter jmd., dessen Namen man nicht weiss.
 
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IV u. h Allg. Interj.: des Ekels, Schmerzes; hä, wie kommər nore das Zeig esse! Saarbr, Allg.; hä, Jong, wat et mej dör de Tant (Zahn) treckt! Kemp, Allg.; hä fio! Waldbr.
 
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V h [seltener ] Allg. Interj.:
1. der Schadenfreude, bes. unter Kindern u. beim Möhrchenschaben; gern mit andern Spottrufen verbunden Allg.; hä, kiss, kiss! (kisch, kisch; häkəs; ks, ks) Rip, Nfrk; Murre schrappe (2 mal), häks, ks, ks! Neuw-Buchholz; hä, kiss, kiss, schrapp Möhrke! Düss, MGladb, Aach-Eilend; hä, kiss, schlipp (schleif) ut! Heinsb-Birgelen; hä, kiss, kiss, en de Botz gepiss! Sieg-Herchen; hä, kisch, kisch, ärger dich, datste ruə (rote) Backe kries! Kemp-STönis; hä, lakisch, kisch! Sieg-OCassel; hä, kiss, wä, wä! MGladb; hä, bitz, bitz, mä! Schleid-Wollenbg; hä, kiss, Müs-che! Bergh-Mödr; hä, Lies, Kattegrüs! bes. gegenüber den Fastnachtsgecken Kemp-Kaldenk; hä, fitsch, fitsch! Mörs; hä, fitt, fitt! Kemp-Süchteln; hä, bä! Waldbr-Lüsbg; hä, lipp, lipp! Mörs, Geld, Klev (auch lippke); hä, schlip, schlip! Geld; hä, hä, spitz, spitz! Aach-Gressenich; häməs-che, schrapp Mürrche! Aden-Quiddelb; hä, phi, cho, wat steht dat schro (hässlich); de Mädche lofe de Jonge no! Gummb-Harschd; hä, leu, jick, jack, jeu; hät ken Frau, hät kene Mann, de danze kann! Düss. —
2. Hetzruf gegen einen Hund; hä, kiss, kiss (ks, ks; kisch, kisch)! Rheinb-Flamersh Heimerzh Miel, Eusk-Stdt (ä, hä, kiss), MülhRh-Ensen (ha, ksch, ksch), Bergh-Thorr, Neuss, Grevbr, MGladb (ha, kisch, kisch), Erk, Heinsb, Kemp, Kref, Geld, Klev, Düss-Volmerswerth; hä, fitt! Geld-Capellen; hawass (awass); kiss, hawass, Jung! Mörs, Ruhr, n. Ruhr.

= Unterabteilung des Jans im Hauberge s. Hag.

[Bd. 3, S. 3]