Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis daaus (Bd. 1, Sp. 1195 bis 1199)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  PfWB d: Sprechübung: Den dicken Dei (Theodor) drug die dicke Drüt (Gertrud) dur den dicken Dret (Driss), dat die dicke Drüt draf dret Mörs-Neuk. Der dürre, dörre Deiwel, der dorch dat dreckig Dilledorf dorchgedribbelt Hunsr. Der decken Dez (Theodor) dreht den deren (dürren) Dederich durch dat dreckig Dorf Dohlem (Dahlem) Wittl-SpDahlem.
 
Artikelverweis 
d, də u. ənd Rip; dēt, tēt u. ən- Bitb, Prüm, Eup-Raeren; əndīă Bitb-Speicher: doch, es ist so! als Widerwort, ärgerliche Antwort. Du gehs net met! Antw.: Endä!
 
Artikelverweis 
da I da u. Allg. Interj.:
1. der Überraschung. Dä! dat Onglöck es do; dä, nu es et Malör do! Rip, Allg. —
2. des Lockens der Tiere. Pipp-da! Pipp-dä! für Hühner; Schimmel da! Rip, Allg.; dä dii, dä dii für Hühner Bitb-Dudeld; dä, dä oder däch, däch(e), dädäche für Schweine Siegld, Altk. Komm, dä! oder dä, komm! da, kommä! auch nur da, da! oder dä, dä! Allg. —
3. Hinweis, wenn man einem etwas übergeben will, um die Aufmerksamkeit zu erregen. Da! haschd es! zum Begehrlichen Saarbr. Dä! häste'n Dahler! Dä! drenk ens met! Da (dä)! nu kannste äver zefridde sen! Sich dä! do wöllt ech lever net sen! Rip, Allg. Dä! sän die Ostheller (Osthelden) sagt man, wenn jmd. sich beim Darreichen von Speisen, Getränken ungeschickt benimmt Siegld. Viel Allo un wenig dä! es wird grosser Aufwand getrieben, aber es gibt wenig zu essen Simm-Gehw. — In Birkf dä! da hast du; dät da habt ihr; dot Westerw; däch häscht et Saarbg-Faha. —
4. dann (s. d.). Hät der Minsch se Brut, da kömmt der Dut Rip, Allg. — Daje!  vorwärts! Bitb.

[Bd. 1, S. 1196]



 
Artikelverweis da II Rhfrk d; sonst d:, –ō: [uSaar hier u. da d:]; SNfrk d·ə.; Klevld dr Adv.:
1. demonstr.
a. örtl., wie nhd., bald ohne bestimmte Bez. auf Näheres oder Ferneres, bald mit solcher; mit Bez. auf einen mit Worten vorher schon genannten Ort (oft mit hinzeigender Gebärde) oder auf einen im Anschauungskreise des Sprechenden u. Angeredeten liegenden Ort; im Rhfrk u. Mosfrk bei Bez. auf Näheres əl:, l: (allda). D. es he jo hinten, an jenem Orte oder hier vor dir Rip, Allg.; semmer a scho wedder d.! bist du auch wieder hier (zu meiner Verwunderung, Missbilligung) Saarbr, Allg.; do sin mer hier Rip, Allg.; do wor ech noch net an jener entfernten Stelle Rip, Allg. — Zu Hause. De Vatter es net d.; es ener d.? Rip, Allg.; dor es gen Mens dor Klevld. — An gehöriger, angewiesener Stelle vorhanden Allg. Nemmt üch, et es jo d., sät Schorresten; et es net, als wenn et net d. wär Grevbr-Osterath Et es kene Kick (Keid, Körnchen) mih d. Rip, Allg. Beste at (schon) d.? bei steigender Betonnung die Verwunderung über die schnelle Zurückkunft ausdrückend; bei fallender Betonung den Vorwurf langen Ausbleibens enthaltend Rip, Allg. Wenn e Schmed d: es, geht mer net bei e Schmedche Rip. D. setzte on d. blifste! Rip, Allg. De es net esu d. [scherzh. fortgesetzt wanne fort es MüEif] er ist hinterlistig, ihm ist nicht zu trauen; er ist nicht so dumm; er ist klüger, als man denkt, schlechter, als man glaubt Mosfrk, Rip, NBerg. De es (wedder) d. erwacht, bei vollem Bewusstsein ebd. Ech ben glich widder d. bei der Hand, zur Stelle Rip, Allg. De wess, wofir die annern d. sein er versteht es, die andern auszunützen Bernk-Winterich. Ech ben

[Bd. 1, S. 1197]


d. fertig, zu Ende Eup. Dofir sein eich d. dafür hafte ich Mosfrk, Allg. D. blive mosse in der Schule nachsitzen müssen Rip, Allg. — Abgeschwächt, dann auch neben d:. D. mosste derbei sen Rip, Allg.; d. setze () wie agewasse; de steht d. wie en Esel für ener neuer Stalldür Rip, Allg., — en naten Hahn Mörs-Vluyn, — en Kend beim Dreck Eif, — en verdate (verdachter) Geldmönzer Schleid-Hellenth, — as sonen Ap in et Hummelweər Mörs-Neuk, — e Kend bei er gebrochener Oligsflasch Koch; he setz do wie die Krodd uf der Hechel Saarbr, — e Höfche Onglöck Rip, — wanne de Geərsch (Gerste) ganz fresse hätt Bergh-Heppend. Wenn de Won (Wagen) d. leit, da gih vill goder Weg last (längst) Prüm-Leidenborn. — Lebhaft hinweisend, ecce. D. küt e! Rip, Allg. D. sich (sieh)! [in der WEif dāziχ , aus dann sieh entstanden; aber do seihste't!]; d. siehst et; d. häst et! jetzt ist das Unglück da Rip, Allg. Sich (sieh) (kick) ens d.! Ausdruck der Verwunderung; d. hürschte jet! Rip, Allg. D.! bei einem Unglück oder beim Überreichen eines Gegenstandes Allg.; d:t (heit) an eine Mehrheit gerichtet WEif. D.! abweisende Antw., indem man dabei auf den Ellenbogen weist Erk-Bellinghv; de es net richtig d. (oven) man weist dabei auf den Kopf; de hät et d. Geld, man weist auf die offene Handfläche Rip, Allg.; de es got d. er steht sich gut Sieg-Ägid; die setzen got d. Malm-Amel; de es deck d. Bergh, Dür, May, Siegld; der hat et deck d. May-Ochtendung; de es deck domet Kobl-Capellen. — Verstärkend bei einem Pron. oder Subst., vor- oder meist nachgestellt. D. der, meist der d. usf.; das d. Haus, d. das H., das H. d. Rhfrk, sonst d. der Weg, d. op dem W., op dem W. d. Allg. — Mit nachfolgendem Ortsadv., durch Pause getrennt (nicht Komp.), z. B. d.! henge, löfe! Rip, Allg. — Verstärkend beim Imperat. Weg d.! Mach op d.! Op d.! Allg. — Bei entschieden abweisender Antw. Neks d.! Ja woll d.! Och han d.! Och könne d. für Lache! Rip, Allg. — In Verb. mit andern Ortsadv.
α. durch ‘und’ verb. He gof an, d. on d. ze wanne (wohnen); he (hei) of d. hier oder da Rip, Allg.; hei ens d. Bitb. —
β. unverb. He en Läppke, d. en L. för sin Frau en Nebelskäppke vom Schneider, der Lappen vorenthält Ruhr. —
γ. in Verb. mit Präp. Dat ös noch net emol su langk bie van he bös d. sehr kurz; van d. an; van he ze d. (veralt.) Rip, Allg. —
δ. mit nachgestelltem Ortsadv. D. heraus, — heren, — dannen usf. (s. die Zs.). Gern bei unbetontem d. mit Trennung beider Teile, z. B. d. häste och ken Schengkche (Scheinchen) van (betont Sch.), aber d. van () häste doch nüs; do häste Rech en (dren) Rip, Allg. — Im Klevld von

[Bd. 1, S. 1198]


Geld an dient dor in unbetonter Form (dər, tər) als blosses Flickwort, z. B. hej let dər (lettər) (liegt da) ömmer te lüstere; et es tər dor gescheht; dat es tər wahl för de Sot gut usf. —
b. zeitl. damals, dann, in dem Augenblicke; in echter MA. jedoch dafür dū:, dō: (< mhd. Lexer dô, duo; s du); doch dringt d: immer mehr vor; die WEif aber kennt nur dū: für zeitliches da. — Hei on zu d. dann u. wann Prüm. — Gern als zeitl. Kopula (mit Kürze ). D. soll dich der Deiwel hullen! Eif, Allg.; d. soll äwel en Donnerweder draschlohn! WEif, Allg.; d. han ich em awer gewis, wo er dehem es! Saar, Allg.; d. git et Löck (Leute), die ihr ege Led (Leid) net schwige könne Rip. — Den Fortschritt in der Erzählung bezeichnend. Küt d. ener doher, de well mech packe; on d. (fortfahrend). — In dem Augenblicke. On d. kom he Rip, Allg. — Unter diesen Umständen (übergehend in modale Bed.). D. wör ech domm, wann ech dat bei all menger Arbet noch däht Rip, Allg. —
2. relat.
a. örtl. Op der Plaz, d. dur worsch, sen ech och gewes (doch meist wo) Rip, Allg. —
b. zeitl. En der Zeck (Zeit), d. de dat dehs; jetz, d. er net mih kann; d. ech en sohch (sah) Rip, Allg.; doch meist wo, wie, du, dat.

da- in der Zs. Vollbetont d:-, Klevld dr-; nebenbetont dǫ-; unbetont dă-, də-; ausserdem existiert neben d: (mhd. Lexer ) eine Nebenform d:r (mhd. Lexer dâr), die alleinstehend nur Klevld im Gebrauch ist, wo d: fehlt; im übrigen Frk wird diese Form nur in der Zs. verwandt, doch vollbetont selten (d:rus, d:rmet, d:rdurəχ usf.); unbetont dagegen gleich häufig mit d:-, so dass also dann folgende Formen im gleichen Orte nebeneinander stehen: dǫmet, dă-, də-, dər-; nur bei den mit h anlautenden zweiten Adv. (doherus) u. den mit dr- anlautenden (dodrüver) bleibt d:, erhalten (nicht də-, dər-). — Mit vokal. anlautenden zweisilbigen Adv. verschmilzt hier u. da də-, z. B. dātər, dōwən, dusən (s. d. Komp.) Mosfrk; die aus hei- (hier) entstandenen Zs., wie əjǫus, verlieren oft ə-, u. so entsteht djǫus Wend, Saarbr, Ottw, May; dər- mit vokal. anlautendem Adv. > dr(drus), wobei dâr = da u. dar = dahin zusammenfallen [diese Formen sind unter ‘dar’ behandelt]; diese dr-Formen gehen mit d: eine neue Verb. ein, d:drus, auch wohl d:dərus, d:dərva·n. — In betonter u. nebenbetonter Stellung kann sich das zweite Adv. von d:- trennen, eine Stellung, die die MA. bevorzugt; sind diese Zs. mit Verben lose oder eng verb., so wechselt je nach dem Sinne die Betonung des Verbs u. Adverbs, wie nhd., z. B. he hat dobei gestanden (Verbum betont) nicht gesessen; (Adv. betont) er war in unmittelbarer Nähe, zugegen. — Im folg. sind

[Bd. 1, S. 1199]


bei den einzelnen Zs. die einzelnen Möglichkeiten nur bei -auf u. -bei angeführt, woraus sich die bei andern ergeben; ausserdem sind Besonderheiten bemerkt; die dr-Formen s. bei dar-; Beispiele aus dem Rip, die aber allg. gelten; besondere Fälle sind namentlich bezeichnet.

daab : nur in der Verb. van doaf von jenem Orte, jener Zeit her. PfWB ElsWB LothWB da-achter :
1. d(r)axtər dahinten Nfrk (s. achter). —
2. dātər irgendwo Saarl; dātər Saarl-Hüttersd; d:ŭtər über alles hin Bitb-NWeis Rittersd (-ĭχtər); dratər den Weg oder die Flur entlang Eup-Hammer. —
3. d:ętər von da Sol (rip.); bes d. bis dahin (örtl.) ebd. da-an :
1. demonstr. Doan (aber mehr dodran) bes du schold udgl. —
2. relat. Dat hät der gedohn, doan (mehr doran, an den) mer net gedach hatt oder do mer net an ged. h. da-anhin danə Rhfrk: da vorbei. da-auf betont d:op, d:r- (Klevld dr-); unbetont dǫ-, dă-, sehr selten də-, meist d:drop (seltener -dərop):
1. doop angohn in jener Richtung. — Auf jenes (Sache oder Person) hin; doop (-drop) kannste dech verlosse.
2. op dem Berg, doop (-drop) du worsch oder do du op (drop) w. oder woop ... da-aus : ebenso angewandt.