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äbich bis Abraham (Bd. 1, Sp. 27 bis 28)
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Artikelverweis  NRhWB äbich, äbisch mannigfaltige Formen: :wəχ Siegld; ębəχ Altk-NFischb; :ftəχ Altk-Wissen Birken, Siegld-Seelb; ęvə Monsch-Röttgen; b Rhfrk; ęb Saarbr, Ottw, Zell, Bernk (Hunsr.orte), Goar, Kobl; hęb Zell-Sohren; an der Mos u May, Neuw, Altk, Malm ęwənts (-) [p Kobl-Weissenth Kaltenengers; wənts Malm-Emmels; ębəs Daun-Neroth Tettschd, Schleid-Dahlem; :bəs Bernk-Wintrich, Prüm-Birresb Schüller Steffeln; ęvəs Malm-Weywertz Hünning Bülling]; WMosfrk (von Saarl-Prüm) ęwəntsəχ  (:-, ·ə.-, ē·ə.-, ī·ə.-) [·wətsəχ Saarl-Überherrn, Trier-Thomm Zemmer; :wərtsəχ Trier-Fell Mehring, Bernk-Berglicht, Bitb-Kyllburgw; :wəltsəχ Trier-Clüsserath, Bitb-Herforst Speicher; ęwəlts Wittl-Binsf, Prüm-Mürlenb; :nlĭχ Monsch-Kalterherbg]. — Das Wort reicht nach N. bis zur mSieg und Malm, Schleid Adj.:
1. von der Sonnenseite abgelegen, der Schattenseite zugewandt. Die äbsche Seit Nordhang eines Berges, Nord- und sonnenlose Seite eines Hanges (auch scheel Seit). Dat Feld, der Wingert, dat Zimmer leit of der äbscher Seit. Äbsch Hochstätten auf dem rechten Naheufer gegenüber dem breissisch H. auf dem linken Ufer. Et Haus es äbsch steht nach Norden Rhfrk. Et Zemmer es ä. feucht, kalt Wend-Mauschb. —
2. verkehrt, umgewendet, links, von Stoffen, Kleidern (die innere Seite). Die äbsch un rechts Seit eines Stoffes Rhfrk. Äwense Strümp Strümpfe auf der linken Seite. Et Him (Hemd) as jo iəwentsig. Drih dat Kled iəwentsig Bitb. Äbsch wenne wenden. Er hod di Hose (Strümpfe) äbsch an. Mer stricke·rechts un äbsch Rhfrk. Rit (recht) on öwens Schlöpp (Maschen beim Stricken) machen Malm-Emmels. RA.: Et Him et önnescht et iəwenzig undohn. En hot alles et önnescht et iəwenzig geschmass durcheinander, verkehrt geschmissen Bitb-Mettend. En macht alles äwenzig verkehrt. Sech ä machen es sich bequem machen, d. h. in dem man zwanglos die Innenseite der Kleider oder das, was unter den Kleidern ist, sehen lässt Saarl-Felsbg. Enen eəwenzig machen einen umdrehen, d. h. ein Mann holt einen Knaben und lässt ihn in seinen Armen eine Drehung machen Merz-Mond. Den os mer liewer äwenzig wie den annere rit (rechts) Prüm-Ihren. Ech han mech äves besonnen falsch besonnen Malm-Weywertz. — Schief. Du hos de Fletsch ä. un de Hoore Wittl-Cröv. — Verbogen, verzogen, von der richtigen Form abweichend

[Bd. 1, S. 28]


May-Polch. —
3. von andern Dingen gesagt. De äbsch Hand linke Hand Allg. De seiht en ä. an scheel Allg. En äbsche Maul schiefstehender Mund Neuw-Dattenf. Äbsch Holz Holz von der Nordseite eines Hanges Neuw-Datzeroth. Äbscher Weg schlechter oder lästiger Gang ebd. Der es anem äbschen Dag op de Welt kunn dem alles missglückt ebd. En äbscher Tritt (Fehltritt), wovon man einen äbschen Foss davonträgt ebd. De äbsche Welt die verkehrte Welt Schleid-Hellenth. En äbsch Loft kalte, rauhe, ungesunde Luft Westerw. En ewenzig Dach ein Notdach oder Dach auf provisorischem Schober, auf Gebäuden von armen Leuten, die nicht genügend Stroh zur Neudeckung haben Bitb-Geichl. S. Dach. Ech han em esu en äbsche geträtscht mit dem Handrücken einen Schlag versetzt Neuw-Hüllenbg. —
4. schief gewachsen, linkisch, ungeschickt, von Menschen gesagt. En äbscher Kerl. Stell dich nit so äbsch an (hin) Rhfrk. Den as net esou äwens nicht so dumm, steif, unbeholfen Wittl-Binsf. —
5. mürrisch, unfreundlich, verbissen, falsch, tückisch, verdreht. Äbscher Michel Simm-Laub. Dau äbsch Veh, Dier, Hinkel (für Menschen und Vieh gebraucht). Äbsch Wedder unfreundliches W. Rhfrk. NRhWB Äbichseite :ftsę·i.t Merz-Bergen, Prüm-Mürlenb f.: Abendseite, der Sonne abgewandt.

Abigaus s. Abergunst.
 
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abil  Bitb Adj.: flink, behend bei der Arbeit, arbeitsfreudig.

äbisch s. äbich; Ab-latte s. Oblate.
 
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abombelam im Glockenspruch der Kinder: Abombelam, a., wat bedüt dat Lüen? Aue Mann es dot. We het dat gedohn? Dann laufen alle Kinder schreiend davon u. rufen Ek, ek, ek Mörs
 
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Abondant avəndant, –dants, avənda·ŋ.  Aach, Eup: in der Wend.: En A. siə im Überfluss vorhanden sein; auch a. siə Eup-Raeren; en A. kuən deutlich in die Erscheinung treten; jet en A. brenge reichlich. überreichlich auftischen, bewirten.
 
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abonnieren abənī:rə, –ē:rə schw.: wie nhd., ebenso abonema·ŋ.
 
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Abortemang abǫrtəma·ŋ. n.: Abort; gesagt, wenn der gewöhnliche Mann sich gewählt ausdrücken will.
 
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NRhWB Abraham ā:brəhā:m, ā:bərha·m. Allg.; :bra·m. u. ǫw(ə)ra·m. NBerg; ā:bra·m. Nfrk; hęm Elbf m.:
1. der biblische A. A. on Isak, die spelden op der Pipsock; der P. wor gebroəke, du spelden se op de Knoəke; de P. wor te longk, du spelden se op de Plonk; de Pl. wor te bret, du spelden se op de Get; de G. wor te gris, du spelden se op et Is; dat I. dek wor te bott, du felen se op de Vott Heinsb. A. nn I. sassen auf nem Zwieback; der Zw. ging kaput,

[Bd. 1, S. 29]


der I. is e Judd Saar. — Her hät A. gesehn ist über 50 Jahre alt. Du häs A. noch net gesehn bist noch jung, unerfahren Allg. Fir 20 Johr worscht du noch en A.s Wurschtkessel noch nicht geboren Kobl, Trier. — Rätsel: Bohin hat A. de ierschte Nol geschlohn? Auf den Kopf Koch-Laub. —
2. penis Mettm-Vohwink.