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Abele bis Abendduff (Bd. 1, Sp. 17 bis 21)
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Artikelverweis Abele abēlə Aach-Ld; -īə- Heinsb-Karken Orsbeck, Kemp f.: Albe, Weisspappel, populus alba.

Abelung s. Amelung; aben s. ab; äbels, äbelzig s. äbich.
 
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NRhWB PfWB ElsWB LothWB Abend Rhfrk uNahe wənt, sonst mət; Saar (von Saarl an) :wənt bis Trier-Ld, hier stark mit :mənt (dies in Trier) gemischt; Trier-Fell Thomm -w- u. -m-; Wittl :mənt; Bernk :wənt u. -m-; Zell :mənt u. :mət [:wənt Enkirch Raversbeuren]; OMosfrk (Koch, Kobl, May, Neuw) :mənt [:mət Koch-Ernst, Kobl-Cobern (neb. -mənt); :wənt Koch-Lutz Weiler; :wət Kobl-Vallendar; :mət May-Collig Rintsch (neb. -mənt); :mət Neuw-Leutesd]; WMosfrk :wənt, ō:-, ·ă.- [:γənt Bitb-Rittersd, Prüm-Ihren; ·ə.nt Bitb-Dahlem, Prüm-Arzf; ō:nt Bitb-Mettend]; Rip :vənt [Bergh-Hüchelh ǫ·m.ənt; Aach-Stolbg :və];

[Bd. 1, S. 18]


SNfrk ·ə.vənt, ·ă.- [:fənt Heinsb-Dremmen Erpen, Jül-Tetz; avənt Erk-Elmpt; ·ă.vət Kref-Fischeln, Düss· Erkr, MGladb-Hockst Rheind]; NBerg ō:wənt [:bənt Gummb, Waldbr-Wildbg]; Ruhr mət (Dinsl-Aldenr -mənt); Klevld wənt. Pl. -də [Heinsb-Dremmen ·ə.vəndər; Merz-Saarhölzb :vəntər: Elbf, Wermelsk :vənder] m.:
1. Zeit vor und nach dem Sonnenuntergang, das Ende des Lichttages.
a. Zeit der Dämmerung. Die MA. umschreibt den Begriff der Dämmerung oder verwendet präp. Verbindungen. Et wird, et git O. Der O. kütt. fällt eren. Der O. krig, pak us. [De Sonn jeht onner, — steht op Stippen, — verkrüch sech. De Vügel verkruchen sech. De Hohnder john schlofen. De Löck kun vam Feld]. Et jeht op den O. (an). Et wor fürm O., beim O., zum O. hin. Am O. kannste de Augen oprissen um deutlicher zu sehen Rip, Allg. An'n O. gegen A. Nfrk. Angen O. Nfrk. Jent O. Krekes dem O. Monsch. Töschen Dag on O. Heinsb-Tüddern. [Tössen Lecht on Donkel Nfrk. Wann kommst du? Antw.: So tössen beiden d. h. zwischen Tag und Abend Klev-Calcar]. In den A. Geld-Straelen. Tegen et Fallen van de O. Geld. Da die MA. zwischen 11—12 Uhr Mittags und Abends den Nommettag (4 Uhr) als geläufige Zeitbestimmung einschiebt, gilt A. nicht wie obd. als Zeitbestimmung für die Zeit von 12 Uhr an. Nur im Mosfrk (Trier-Heidenbg, Saarbg-Freudenbg, Bitb-Geichl, Prüm-Waxw) gilt die Grussformel »Guten Abend« hier und da für die Zeit nach dem Mittag von der Zopp (Mittagessen) bis zum Mos (Abendessen); hier gelten als Gruss nur Gode Morge (vom Brei bis zur Zopp) und Goden O. Goden Dag ist ungebräuchlich, und auch nur aus dem Mosfrk ist für Abendbrot die Bedeutung »Vesperbrot um 4 Uhr nachmittags« bezeugt (s. Abendbrot, –essen, –käse). In der Zeit der langen Ovende dagegen, besonders um Bartholomä, spricht man von halven Ovende und meint damit die Zeit um 4 Uhr. Et wor su halver Ovend Rip, Allg. Bartelemis verspart (fresst) den halven Ovendkis Mosfrk. — Für die draussen Arbeitenden deutet das Abendläuten den Einbruch der Dämmerung an. Mer mossen füran machen on et Gescherr zesamme packen, et hät alt O. jelöck (geläutet) Rip, Allg. Fromme Christen beten beim helg O. lüjen (Nfrk) das Angelusgebet. — Übertr. Lebensabend. Ek treck mich net ut, vör dat et O es teile mein Gut nicht vor dem Tode Nfrk, Allg. —
b. Zeit nach Sonnenuntergang bis zum Beginn der Nachtruhe. Jets kummen de lang Ovende. da wess mer net, wat mer dohn sall (im Winter). De mach sech en gemötlegen O. Bes en den O. heren warden. Mer han en schünen, kloren, hellen, lichten, dröven,

[Bd. 1, S. 19]


düsteren O. Besonders die adv. Zeitbestimmungen: All den O. den ganzen A. Allen O. jeden A. Em O. während des ganzen Abends. Den O. kannste kunn; den O. bliven mer lang op. Düsen (disen, dösen) O. und de Novend bezeichnet den eben gegenwärtigen oder heute noch bevorstehenden A. Rip, Allg. Desoves (nahe aneinander zu sprechen), sowes Klevld; ovends, (-eds, –es, mit Ausfall des n(d)), novenas, et ovends Rip, Allg. Nom O. nach Eintritt der Dunkelheit. Ze O. essen. Ech sen ze O. derheim Rip, Allg. Mondeg ze O Eup-Raeren. Morn ze O. Rip. Mur ze O. morgen A. Mosfrk. Te O. of te Märgen früh oder spät Klev-Calcar. Eh Sonndeg ten O. am vergangenen Sonntag A. Van O. heute A. Nfrk. Du kanns op den O. es zo mer kunn. Bös en den O. (heren) arbede Rip. —
c. Grussformel: goden (güdden, gödden) O. Rip, Nfrk; jenovənt Rip; gunowənt Mosfrk. —
d. RA. zu a. b.: der Abend als Ende des Lichttages, der klares Sehen nicht mehr erlaubt. We dech es O.s stilt, brengk dech am Dag weder Sieg-ODollend. Nen Dag lof mer es O.s, on en Frau lof mer es Morgens Köln-Poulh. Am O. (ovends) sen alle Katze grau (gris) Allg. Et es mar O. en Morge, sät de Frau, du wor et öm Sint Jan en de Sommer Geld-Wachtend. — Der Abend als Ende des Arbeitstages, an dem Ruhe und der Verbleib im Hause geboten ist. Mach O. höre auf zu arbeiten. Häste noch net O. gemach? Dat Krose on Wöhle bes en den O. heren hät keinen Dog taugt nichts. Bei dem Bur git et kenen rechten O. bei ihm muss man bis in die Nacht hinein arbeiten Rip. De hät net bei dem alle Dag O. bei dem kann es kaum einer aushalten Sieg-Rhönd. Wu later den O., wo netter de Gäste MülhRuhr. Doch soll man unaufschiebbare und rasch zu erledigende Arbeit noch schnell leisten. Et O.s ös et einen Tas, et Märges ein Las Mörs-Schwafh. Wisquast hin on her! Ek wünsche, dat et O. wär Spruch fauler Maurer Barm. Wo he morgens möt de Zihen ös, ös e o.s möt de Ferschten vom Faulpelz gesagt Sieg-Rhönd. He mäkt alle O.s met de Welt glick Mörs. O.s sall de Kater genäjt warde am Abend wird der Faule fleissig Mörs-Wallach. O.s well er alles wesse, morgens horre en et Bett geschesse Simm-Ebschd. In RA. wird das Treiben am Abend, der Vorbereitungszeit zur Ruhe, das lange Fernbleiben von der Nachtruhe getadelt. Sej häwen de ganzen Dag gen Tit, äwer s' owes welle sej et Ferke wassen abends erst das Arbeiten anfangen Emmerich. O.s wird der Fule flissig Sieg-Thomasbg. Wen o.s net kennt von de Kohlen, kennt morjens net op de Sohlen Prüm-Waxw. O.s op der Burbank

[Bd. 1, S. 20]


morgens om Röckstrangk Köln-Poulh. O.s däu mech dar on morjes kratz mech dardann Siebengeb. Des O.s es de Oven (der Herd) warm, des Morges es et Kössen (der Stert) warm wer Abends lange am Ofen hockt, bleibt Morgens gerne lange im warmen Bett Sol, Lennep. O.s Fipkes sprenge, morges der Jup net fenge von vergnügungssüchtigen Mädchen Mettm. Des O.s nit ent Dengen (Haus), des Morges de Bökse nit fengen Sol. Mädcher, die sech ogens botzen, besechen sech nats Prüm-Inren. Die sich o.s botzen, sen morgens Klotzen Sieg. Des O.s bestaden on des Morges de Gereiden deilen Sol. Den o.s nöt schlofen geht, des Morgens nöt opsteht Saar. Her kennt o.s net schlofen, on morjes net op Prüm-Ihren. O.s net schlofen, morjens net op, macht sengem Vader sei Gütchen brav drop Prüm-Mützenich. O.s neit drop (Bett), morges neit op Kref-Linn. Ogends net schlofen on Morges net op, faul on gelott (leckermäulig) Prüm-Ihren. 66 ist 36, send de Jonge noch so flissig ond de Mädchen noch so ful, o.s han se e frech Mul Eusk-Eschw. Zu früh schliesst der Langschläfer den Tag. Von o.s sechs bis morgens acht schläft der Kerel, bis dat et kracht Kobl-Bend. Laufen de Mannder över Dag auch de Kapellchere no, des O.s könnt doch jederenge ger e sing Pfarrkirch auch die Männer, die am Tage anderen Mädchen nachblicken, kehren Abends doch bei der Ehefrau ein Aach. Et es (Der hät) noch net aller Dag O. vom Verschwender, er weiss noch nicht, wie es ihm ergeht Allg. Mer soll den Dag net für dem O. loven Allg. Mer soll net lachen, ihr et O. es Kobl-Bend. — In den Wetterregeln bestimmt der Abend das Wetter des folgenden Tages. O.s rut, morjens gut; o.s gel, morjens schel Trier. O.s blo, morjens schro Tier. O.s blass, morjens nass Trier. Wenn der O. sät, et es klor, dann sät der Dag, et es met wohr Sieg-Rheidt. Wenn des O.s der Hahn kriht op der Reck, triət morje fröh de Henn met de Föt ejen Dreck Heinsb-Kirchh. Krüpt o.s de Sonn in de Sack, so geft et gewöhnlek Regen satt Klev. Scheint de Sunn o.s an (in) e Bruch (Wolkenbruch), da get et Ren genug Trier-Clüsserath. Donnert et o.s, da kütt naks e Gewidder, donnert et morjes, brengk Wöngk on Ren für de Dag Bonn-Dransd. Wenn et o.s daut, da git et es angere Dags fein Wedde Dür. Die Mädchen, die sich o.s botzen, die dögen net viel vom Wetter gesagt, wenn der Himmel abends sich nach einem Regenbogen klärt. Übertr.: Mot den Konder os et jrad as wie mot er Herstnat: o.s dräu (trocken) on morges nass Prüm-Mützenich. — Volksglauben: Wer abends nach

[Bd. 1, S. 21]


Sonnenuntergang pfeift, dem pfeift der Teufel nach Nrhn. Über Volksbräuche am A. s. u. schöner Abend (Polterabend), Stripp-, Schnibbel-, Bohnenfitsch-, Spinnabend, Bohnenfoch. Der Abendbesuch der Nachbarn untereinander zu einem Plauderstündchen s. u. nachbaren, kländern, uchten, Abendsmai; der Freiersgang am A. s. u. Schnutgang. — Die noch volkstümlichen Festfeuer brennen abends, deshalb kehrt auch in fast allen Heischeliedern der A. wieder. Strih, Strih Beischen, den O. gehn mir um de Hett kreischen; Strih. Strih Schowen (Schaub), den O. gehn mir um de Hett towen: Strih, Strih Schanzen. den O. gehn mir um de Hett· danzen, Dotz, Dotz, Diweledotz, den neist gift, den es neist notz Daun. Gödden Ovend, Frau Gott. wat rommelt de Pott usf. Aach. Fasselowend kömmp van O., kleng all op di Bösche usf. Mörs-Pelden. —
2. Vorabend eines grösseren Festes. Volkstümlich geblieben sind nur Neujorsch-Posch-, Pengs-Kresovend, besonders die der Volksbelustigung dienenden Märtens-, Kirmes-, Fastelovend (Mosfrk Fasenacht), sender Klosovend, die Vorabende der betreffenden Tage; helejen Ovend Vorabend eines grösseren Festes Saar; Hihovend Vigil (s. Hochabend). —
3. Abendhimmel. Mer han haut e lichten O. Saar. —
4. Westen. Gen O. seiht et dreif aus Saar.

Abend-batsch -s- OMosfrk m.: letzter Schlag, den die Kinder sich a.s geben, wenn sie auseinandergehn. Abend-blume -s- f.:
1. Bl., die um die Nachmittags- oder A.zeit ihre Kelche schliesst Allg. —
2. zweijährige Nachtkerze, weil sie a.s blüht Sol. Abend-bock -s- Prüm-Burb m.: -batsch. PfWB ElsWB Abend-brot n.:
1. -t- wenig gebräuchl. (dafür ze Nach. ze O. esse). —
2. :mbro·ū.t Saarl-Oberesch; :vəntbrū:t Malm, Monsch; apərt (n-) Kemp-SHubert; amərt Heinsb-Millen: Imbiss um 4 Uhr nachmittags. Halwer Obendbrūt 4-Uhrbrot Gummb. St. Gertraud. die edle Braut, die hat dat Owendbrout gebraut um 4 Uhr war wieder der Imbiss gestattet Merz. Abend-duff -s- Erk-NCrüchten, Geilk-Gangelt m.: -batsch.