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ä bis Aalfell (Bd. 1, Sp. 3 bis 5)
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Artikelverweis  PfWB PfWB ElsWB ä Interj.:
1. beim Stocken in der Rede, im Denken. ä .., wat woll ich elo son?
2. des Ekels. ä, dat mag ech net sehn.
3. der Schadenfreude. ä ä, hät Schläg krich; ä-kiss-kiss (hä-, ha-) moss setze blive Rip, Allg. ä zich-zich beim Möhrchenschaben Eup-Raeren; ä zänk Monsch; ä blicke borä Eup; ä fitsch-fitsch, langs de Nas May; ä fitzfitz Mörs-Eversael; ä lipp-lipp Klev. —
4. des ungläubigen Staunens, des Verneinens dessen, was ein anderer sagt. ä, dat wiərd at net wohr sen Allg.

a s. an, in; A s. Agen, Auge.
 
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a- untrennbare Partikel vor Subst. und Adj.: Ungünstiges bezeichnend. S. Aband, Adach, Adechse, Ahirte, alüstig, Aschebe, Asinge, Aspinn, ascherig, Awand, aweise.
 
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NRhWB Aachen :xə Mosfrk, Rip; ǫxə Aach; :kə, ·ə.kə SNfrk; ākə Moers, Klev: die Stadt Aachen. O. a jen Worm. Oət (alt) wie Kaiser Karls O. Allaf O., on wenn et versönk, ein Spruch, der freilich 1829 zum erstenmale gedruckt vorkommt. Scherzhafte Fortsetzung: Allaf de Worəm, en wenn se stönk. Die Nachbarschaft freilich verträgt diesen Stolz nicht und verspottet A. We van Lück (Lüttich) geht onbeloge, von O. onbedroge, van Düre ongespott, de geht no Kölle on lof Gott. Weə wellt steəhlə on net hange, deə kömmt no O. on let sech fange. Die östlich A. Wohnenden scheuen vor allem die Windrichtung aus A., die Regen verkündet. Van O. kommt kene gode Wengk, vil wenniger e got Kengk Jül-Linnich. O. es en Rensloch (Regenloch) ebd. A. und die Nachbarstädte: Dat blenkt wi Botsched (Burtscheid) bover O. ironisch beim Ueberschätzen einer wichtigen Sache. (Ein Teil von B., der A. zugekehrt ist, liegt höher und glänzt bei heiterm Himmel und bei Sonnenuntergang über A. hinweg.) Dat es de beiste Frau us O., wenn de angeren e B. send. Glich haste eng, dat de mengs, B. lög bover O. Köllen en Aken es nit op enen Dag gebaut Klev. Dat es e Kölle gescheht (geschehen) on en Oaken e Joahr wuərde von etwas Unglaubhaftem Heinsb-Lümb. — Besondere lokale RA.: Dat kömmt wie Meibom en O. Dat geschücht, wenn der Düvel van O. kömmt d. h. nimmermehr. (Auf eine Lokalsage sich gründend, die den Teufel bis zum jüngsten Tage in den Paunellenturm bannt.) Das geschieht, wann de letzten Hond von O. kömmt Prüm. — Der Schmed va O. Gedenktafel in der Jakobstr. Dor kom ene Man van Aken, hat en schneewit Laken, hej u oll de ganze Welt bedecken on koss niet ower et Water der Schnee Klevld. Hopp, hopp, Petsche, te Köllen op dem Schwättsche, te Oken en

[Bd. 1, S. 4]


de Nonnebösch hant se gefangen ene wette Fösch usf. Nfrk. Türelüre kömmt va Düre, Jänche kömmt van O., hättste mich ene Weck metbracht, da kütste och bei mich schlofe. Ne, ne! dat don ich net, en Onglöck es gau gescheht. Im Martinslied Mörs nach dem Empfang von Gaben: Hie van dänn no Oken, dor wellen wej se (de fetten Ferkes) koken.

Aacher :χer, –kər [in Aachen selbst χər] m.: der Aachener. Blaresseg wie ne Ö. Ö. Buhei Protzerei. Ö. Martwif. Ö. Duəmgroəf Schelte für den A. Ö. Penn urspr. Holzstifte für die Schuhe, welche die A. Stadtsoldaten in der Wachstube verfertigten; dann Bezeichnung für die A Wehrmänner selber, und jetzt Schelte für den Aachener. Ö. Hei, Ärmedei, Beddelei deutet die schlechte Bodenbeschaffenheit in der A. Heide an. Ö. Wengk on Lücker (Lütticher) Blot deht kenem Jülicher got. Dat es doch ken Ökər Reis nicht weit, Anspielung auf die Fussprozessionen nach A. Kref-Fischeln. — Erzeugnisse Aachens: Öcher Printen hartes Honiggebäck in länglicher Form. Ö. Fla(-den) 1836. Ö. Kies (Käse) stink wi en Pris Köln.

NRhWB Aacherfähre kərfər f.: Ruhrfähre Dinsl-Aldenr.

aachisch heute dafür :χər, nur Nfrk kə Adj.: RA.: Dat es en richtige okesche Reis mit Anspielung auf die Heiligtumsfahrt Duisb.
 
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NRhWB PfWB ElsWB LothWB Aal I Rhfrk u. auch im :-Gebiet vielfach, besonders in der Eif, wo ‘Schlangen-, Langfisch, Steinbisser’ herrschend ist, wie nhd. āl, Pl. ālə. Sonst Mosfrk :l [·ă.l, –ō:-], Pl. :lə, doch auch :l (dichter um Koch-Kobl); Rip :l, Pl. :lə u. :l; SNfrk ·ă.l, Pl. ·ă.lə u. ·ə.l (dichter in Mörs, Geld), ·ə.lə um MGladb, Klevld l, Pl. lts u. lts. — Daneben im Sg. eine umgelautete Form :l, Pl. :lə, bes. Rip verbr. bis Wippf, Gummb, Grevbr, Düss; auch Mosfrk :l, Pl. :lə Saarl-Eidenb Hüttersd Ueberherrn, Trier-Fell, Koch-Lutz; i·l. Malm-Amel. — Demin. :lχə, :lχə, lkə, ltjə, lə — m. [Aber auch f. Goar-NSpay, Saarl-Hüttersd, Daun, Sieg-Fussh, Altk-Kirchen, Wippf, MülhRh-Ensen, Lennep-Hückesw]:
1. Aal, der Fisch. In Vergleichen wegen seiner Glätte u. Beweglichkeit. So glatt, glattig, flutschig, glitschig, flitschig, flenk, letschig, schlank, schlickerig wi en O. Dat flutscht wi en O. Ess. Er ritscht dorch wi en A. Kreuzn-Sobernh. He hät sich bi en O. erausgeschlängelt aus der Verlegenheit Kobl-Sayn. Wie en A. es er mir durchgewitscht Ottw-Elversb. Hen krengelt sich wi ene O. Geld-Kapellen. He spottelt wi en O. Kemp. He krömp sech für Peng (Pein) wi ne O. Rip. Hej wend

[Bd. 1, S. 5]


(dräjt) sich wi en O. Klev. En bruərt sich wi en O. Merz-Bachem. He sprengk wie en O. en der Pann Rip. Su fett (masteg, lang) wie en O. He blenk wie en O. De hät e Leve su zih (fred) wie en O. Su voll wie en O. betrunken Allg. Er seift wie en O. Mosfrk. En Mul wie ne O. Köln. Hen hot en O. am (im) Deppen ist betrunken Bitb-Cruchten. Rup mar net ehr O., bis dat dou üm an de Start häs Meiderich u. sonst Nfrk. Der Unbeständige es so weinig te halden as en A. bei der Start Klev. Et es jo, as wemme en Ö. am Sterte hä wenn jemand gar zu eilig weg will Nfrk. Derjenige, dem man das Ende seines Unglücks verkündet, sagt: Jedes Ding hät sin Jnd, sag den O., do trok mer üm de Hut ower den Kopp MülhRuhr. Den bürt den O. üt hebt ihn aus, arbeitet erfolgreich Klev. Ech han de A. em Nes gefangen beim Kartenspiel einen guten Zug gemacht Ess-Werden. Dohan ech en O. gefange ich habe nasse Füsse bekommen Dür-Winden, Jülich-Tetz. Hej vermäkt sich as enen A. op de Sölder er langweilt sich, ist in bedrängter Lage Klev. En Ö. schmert der Köttel fördert den Stuhlgang Düss-NCassel. Ganz igal, Fesch on Aal Koch-Ernst. — A. en Gelee Mensch, der sich in den Gossen herumtreibt Köln. — Im Haschespiel: Ringel rangel reih, en O. as am Deich, am Deich as en O., nau fänk mich emol das so sprechende Kind läuft mit den letzten Worten davon, und das andere sucht es zu haschen Trier-Heidenbg. Blengen O. lofen Blindekuhspiel Berg. — Arten: der rhein. Fischer unterscheidet den Steinaal Ol, Sumpfaal Modder-, Mutol, das Neunauge Negenöüger. Aber auch andere Arten sind ihm bekannt: Sand-, Pann-, Pujer-, Drifweikes-, Kuk-, Mar-, Kat-, Quabol; Bret-, Spetzmul (s. d. W.). Syn.: Lang-, Schlangenfisch, Schlangenol, Strumbängelche (Strumpfbändel). — Fang: RA.: Blöht der Wet (Weizen), der Ö. an Angel on en Körf geht Düss-NCassel. Ausser den bei den Worten Aalängeler, –fucke, –kar, –kas, –korb, –leine, –reipe, –schere, –schnur erwähnten Geräten und Fangarten noch folg.: pojere, strecken (s. d. W.). — Lebend wird er verkauft; dem noch lebenden A. bindet man eine Kordel um den Hals und hängt ihn auf, schneidet die Haut an den Kiemen durch und zieht sie ab Duisb. Man schlägt ihm einen Nagel durch den Kopf, an dem man ihn aufhängt Kemp-Amern. —
2. herunterhängender Nasenschleim Ahrw-Brohl.

Aal-ängeler -lts- Rees-Grieth. m.: -schere. Aal-fell n.: die Haut des A., abgezogen und getrocknet; die an Gicht Leidenden binden es in der Regel um Bein oder Kopf Nrhn. In feine Striemchen geschnitten dient es zur Befestigung

[Bd. 1, S. 6]


der Peitschenleine an den Peitschenstock, des Flegels an die Flegelrute. Den Flachsrocken umgab man mit einem A. zum Zusammenhalten des Flachses Gummb. Mit ihm überspannte man die Fuckepött Rohrtrommeln zu Fastnacht Klev.