Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
schurgeln bis Schurk I (Bd. 7, Sp. 1922 bis 1923)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  PfWB schurgeln, schürgeln schw.:
1. trans.
a. -ø·r.j-, einen Gegenstand durch Umdrehung auf der Erde fortschaffen; Fater (Fässer) sch. Eup, Gummb-Schwarzenbergisch, Remschd; -u·r.j- etwas voranschieben mittels einer Karre Bitb-Dudeld; das Klafterholz zum Meiler fahren vermittels der Schurgelskar Prüm-Mürlenb 1860; gefälltes Holz (zesammensch. zusammenfahren, durch die Holzhauer Merz-Zwalb; -u- u. -o- etwas hin- u. herwerfen, stossen Kobl-Stdt. —
b. -ø·r.j-, he hät sek et Fell geschörgelt gerieben, gescheuert, geschunden Barm, Elbf. —
c. -u·r.j- mit schlechtem, stumpfem Messer ungleichmässig schneiden; am Bröt (erum)sch. Trier-Kenn. —
d. -u·r.j- schwere, mühselige Arbeit zu verrichten haben; en hot de ganzen Dag geschurgelt; wenn mer de g. D. esu em Wingert g. hot, dann es mer owens wie gerädert Trier; -ǫ- Mos von Bernk bis Koch; -u- u. -o- Kobl; -u- Simm-Laub, Prüm-Mürlenb 1860, abseits Mörs-Xanten; -o-, Geld u. Gut sch. u. zesammensch. zusammenraffen, erwerben, sparen Merz; -u- Prüm-Burb. —
2. intrans.
a. -y- wie schiebend dahergehen; dohersch.; füransch. Gummb; -- Ahrw-Remagen. —
b. -o- umherlaufen, aus irgendwelchen Gründen, sich auf der Strasse herumtreiben Saarbg; -u- Zell-Trarb. — Abl.: die Schurgel(er)ei, dat Geschurgel(s), der Schurgeler.

ab- schurgeln, ab- schürgeln:
1. sich die Haut (et Fell) a. abscheuern Barm, Elbf. —
2. sich a., sich abarbeiten, abplagen Verbr. wie sch. 1 d. er -schurgeln, er -schürgeln: etwas e., durch schweres Arbeiten erwerben Trier-Stdt.

PfWB Schurgel o·r.jəl, Pl. -ələ Kreuzn-Bretzenh, Goar-Salzig f.: verächtl.
1. altes Weib. —
2. alte Kuh.

Schurgel(s)-karre f.:
1. ø·r.jəlts- Schürgkarre Eusk-Merzenich, Rheinb-Stdt, Dür-Füssenich, Eup, Remschd. —
2. u·r.jəlts- dass., bes. zum Zusammenfahren gefällten Holzes Merz-Zwalb (-əl-), Bitb-Dudeld SThomas Usch, Prüm-Mürlenb NHersd, Schleid-Dollend.

Schürger y·r.jər, –ø- im Geb. von schürgen u. -e- Koch-Eller, Kobl-Stdt; Goar-Weiler -u- im Geb. von Schurgen Sg. u. Pl. (u. -ərə) urkdl. Schürger Duisb 1629 m.:
1. einer, der die Schürgkarre schiebt, bes. Arbeiter am Flusswerft, Last-, Sackträger; Schurger Hauderer, der die Güter von der Bahn abfährt Mos, May-Kollig; Weinschröter Mos; Schörger Milchhändler Kref-Fischeln; der Mann, der die geformten Steine in den Ringofen zum Brennen fährt, Utsch. der die gebrannten Steine aus dem Ofen fährt Heinsb; Döppesch. Steinguthändler, auch wenn er mit Pferd oder Auto daherkommt Heinsb. Kleisch. Lehm-, Tonhändler Kref. —
2. übertr. -o- Schüreisen Goar-Salzig.

Schurges = Kaffee-Ersatz s. Zichorie.
 
Artikelverweis 
schurieren  Sieg-ODollend schw.: Hausteine sch., mit dem Schurieriser, einem kurzen breiten Meissel, glätten.
 
Artikelverweis 
PfWB schurigeln ūrījələ nur vereinzelt Rhfrk in

[Bd. 7, S. 1923]


Saarbr, an der Nahe, Bernk-Rhaunen (-rīələ) u. Mosfrk in Trier-Fell, Kobl-Stdt; vgl. schürangeln, schuracksen, schuraspeln, schuräueln, Schurankes schw.: einen sch., unbillig, rauh, hart behandeln, quälen, überanstrengen. — Abl.: die Schurigel(er)ei, das Geschurigel; der Schurigeler.

Schuritt = Schornsteinfeger s. Schoritt.

Schurk I = Beinknochen, Hornschuh s. Schork;