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kalbeln bis Kalender-drucker (Bd. 4, Sp. 75 bis 77)
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Artikelverweis kalbeln -a·l.b- Prüm-GrKampen schw.: sich k., zerk., sich streiten, kabbeln (s. d.). — Abl.: die Kalbel(er)ei, dat Gekalbel(s), der Kalbeler.
 
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Kalboschen  Schleid-Roderath Pl. t.: verächtl. plumpe Schuhe, abgenutzte Sch., Pantoffeln, Galoschen (s. d.).

kalbsen = läppisch sein s. o. bei Kalb.
 
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Kaldatsch kaldā:ts  u. kalə- , Pl. -tə Ahrw-Sinzig m.: dickster Klicker aus Ton oder Eisen.
 
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Kaldaunen  in StadtMA. Pl.: Inhalt des Unterleibs, Därme, Magen, Blase, Genitalien. RA.: Anem ön de K. fohren ihm grob u. empfindlich nahe treten Trier-Stdt.
 
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kalder Mörs-Wallach: in der Wend.: Et gieng k. de qualder es ging schon so, nachlässig.

Käle kl grüne Schale der Baumnuss s. Külte.
 
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Kaleika  Wittl-Eisenschmidt Sg. t. m.: Aufhebens, Getue.

kalen = streiten mit Worten s. kallen II.
 
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NRhWB Kalender Rhfrk, Mosfrk kalęnər, –lę·n.ər [-l- Wittl, Bitb hier u. da]; doch vielfach ku-, ko-  [Birkf-Mackenr kolęn; Koch-Lutzerath,

[Bd. 4, S. 76]


Prüm-Mürlenb Heckhuschd glę·n.ər], Pl. -nər(ə), –nərn; sonst Rip, Nfrk kalęndər [Selfk daneben kǫ-] , Pl. -dərə, –dər, –dərs m.:
1. wie nhd., u. zwar Wand-, Abreiss-, Taschenk. (alt Almanach); dat schreif de K.; su steht et em (om) K.; schreif et en de K. Ahr, Allg.; was hon mer dann vor e K.? welcher Tag ist heute Nahe; kik ens in de K., of et Tit Horesschnijes es Mörs, Allg.; ech han de Dag em K. angestriəke; me kann hü (heute) net no den K. goəhn das Wetter richtet sich nach dem K. MGladb, Allg. RA.: De micht e Gesicht wie en Abreissk. vum vorige Johr ein stumpfsinniges Gesicht Simm-Laub. He wüərd afgesatt (abgesetzt) we'n aulen K. Wermelsk. De K. schreibt; de K. hot gelönner (gelinder) geschrieb! gesagt, um auszudrücken, dass der Hochfahrende es jetzt schon billiger gibt, klein beigibt Saarbr. Ech hon e (de) K. am (im) Orm (Recken, Ben u. so in allen Gliedern) ein Reissen, Rheuma, das den Wechsel der Witterung ankündet Bitb, Allg.; dovan behält der enen K. Sieg, Allg.; de al (alte) Lück (Leute) han der K. em Lif Köln. De K. machen in der Zeit zwischen Weihnachten u. Dreikönigen Zwiebel in zwölf Stücke schneiden u. Salz darauf streuen u. jedes Stück mit einem Monatsnamen bezeichnen; welches Stück nass wird, bezeichnet den be treffenden Monat als regenreich Malm. Ek min (meine), der K. wöər alt (schon) gemakt zu einem Hinkenden gesagt; der makt en K. er hinkt (mit Beziehung auf den ‘hinkenden Boten’, K. aus Lahr) Gummb-Berghsn. K. machen Pläne schmieden, Luftschlösser bauen, Politik treiben; dau setz jo do on simeliersch; mer man (meint), dau wolls K.ə mache Westerw, Allg.; de nöə (neuen) K. m. Grevbr-Wickr; et os Wedder, für K. ze m. on Plane ze reisse Aden-Engeln; e es am K. mache fer et nähst Johr Westerw. De Leckt (Leute) m. de K., an oser Herrgott mecht et Weader (Wetter) WBitb. De mäkt K., vergeət ävvel de Helligdag net er sitzt über Tag auf einem Stuhle schlafend u. nickt mit dem Kopfe Kemp-SPeter. Dau bes noch aus dem ale K. rückständig Bernk. Dat sönd er drei wie us dem K. geschniə (geschnitten) sonderbare Käuze MGladb-Rheind. Do kann me en ruat Krützken (Kreuz) em K. maken ein ereignisvoller Tag; den Dag kannste em K. ruat anstriken Elbf, Allg. Dau bes iher em K. den andern voraus Neuw-Breitschd. Du stehs jo net em K. du hast nichts zu melden MGladb. Mondschin em K. scherzh. Glatze Barm. Dau bescht e Häliger (Heiliger), awer net vor en de K. Ottw-Wiesb. Ose Herrgott lässt sech net ean de K. gucke May-Trimbs. — Scherzh. Einleitung zu einem Briefe: Dat Datum han ech vergessen, den K. han de Müs (Mäuse) gefressen Neuw-Asb. Auf Neujahr sagt man: Kal Ender (Karl E. im Wortsp. zu K.) es in Gartrop an'n Galgen opgehangen Dinsl-Gahlen. Wenn es zu lange regnet, hängt man den K. vor die Türe: Da hang, dau Ligner (Lügner)!

[Bd. 4, S. 77]


Wittl-Monzelf. —
2. übertr.
a. Tannenzapfen (s. Wettermacher) Saarbg-Ockfen. —
b. al K. ängstlicher Mensch Siegld-Weidenau.

Kalender-drucker -dregər m.: Rächdörfer K. Neckn. derer von Neuw-Freirachd.