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bis Waag(en)-haus (Bd. 6, Sp. 969 bis 971)
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Artikelverweis   W n.: der Buchstabe W, We (wē) [verbr.]. W war'n Wallfisch, hot g'schwumme im See [Birmelin Penns Gezw. 34]. 's himmlisch W 'das Sternbild Cassiopeia', wegen seiner Form, die an den Buchstaben W erinnert [  KU-Hefw]. Spottvers: O du aremes Weilerbach! Vorre W un hinne ach (Spiel mit dem Gleichklang von W und Weh) [KL-Weilb u. Umg.]. RhWB Rhein. IX 157.
 
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Waage1 f.:
1.
a. 'Gerät zum Messen des Gewichts', sowohl für die in älterer Zeit üblichen Balkenwaagen wie auch für neuere mechanisch weiterentwickelte Feder-, Küchen-, Dezimal-, Brückenwaagen', s. Abb. 100; Woo (wō) [verbr. WPf mancherorts nördl. VPf, Castleman Zwbr. 30 Christmann Kaulb 7, 66 Mang 115 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 18 PfId. 153 Krämer Gal 237], Wuu (wū) [  RO-Rehborn], Wooch (wōx) [verbr. VPf, Lagarrigue 40 Schmitt Billh. 108], Woog (wōg, wōγ) [mancherorts mittl. und südl. VPf, PfId. 153 Beam Penns 111], (wōk) [Karch Jockgr/ Nd'horb 138 Lambert Penns 180]; Pl. -e [verbr.]; Dim.: Weeche, Wääche [WPf], Weechel, Wäächel, Wäägel [VPf]; Zs.: Apothekers-, Balken-, Brief-, Brücken-, Butter-, Tabaks-, Teller-, Dezimal-, Dorf-, Feder-, Vieh-, Fleisch-, Gemeine-, Gold-, Heu-, Juden-, Kartoffel-, Käse-, Krämer-, Küchen-, Lot-, Manden-, Schalen-, Schnapp-, Schnell-, Speis-, Stadt-, PfWB Würzwaage; die groß W. 'die Gemeindewaage' [  KB-Kriegsf]. Stell dich emol uf die Woo, daße sischt, wie wombich (wampig) du bischt [IB-Ensh (Glass 132)]. RA.: eem die W. halle 'jemandem ebenbürtig, gewachsen sein, mithalten können' [  NW-Frankeck, mancherorts]; 's esch (licht) uf de W. 'Es steht vor der Entscheidung' [LA-Impfl, mancherorts]; ebbes uf die W. leeche 'etwas aufs Spiel setzen' [  NW-Frankeck], aber auch 'etwas genau analysieren, bedenken' [  WD-Niedkch]. Mer derf net jed Wort uf die W. lee'e 'Man darf nicht alles Gesagte so genau nehmen' [  RO-Odh]. —
b. 'Gerät zum Messen der Horizontalen, bzw. Vertikalen' [mancherorts], häufiger jedoch in den Zs.: Blei-, Senkel-, Setz-, PfWB Wasserwaage; Syn. s. PfWB Bleiwaage. —
c. 'Gerät zum Messen von Fett-, Zuckergehalt in Milch, Most usw.', häufiger jedoch in den Zs.: Milch-, Most-, PfWB Spindelwaage. —
d. 'Gebäude, in dem sich eine Waage befindet'. a. 1549: die frucht ... in daß wighaus tun und wygen lassen, und nach dem es gemalen, wider inß wighauß tun und wigen lassen, und demjhenigen solich mel zustendigk ... zustellen und nit uber nacht in der wogen steen lassen [MHVPf. 83/1985 280 (LA-Maik)]. —
2.
a. '(eisenbeschlage-

[Bd. 6, S. 970]


nes) Querholz am Wagen, an dem die Zugscheite eingehängt sind', vgl. Abb. 85 [verbr., Kleeberger 121]; Zs.: Acker-, An-, Pflugs-, Deichsel-, Drittel-, Glieder-, Halb-, Schleif-, Schnapp-, Spiel-, Spreng-, Steh-, PfWB Steifwaage. —
b. 'Sielscheit', nur im Dim.: Wäächel [PS-Lautschw Land, Klein Wag. 105], Wäägel, Weegel [  BZ-Kapswey  O'ottb  Schweig  GH-Berg  Büchbg  Schaidt]; vgl. K. 350 und Abb. 85. —
c. 'Holz zum Aufhängen des geschlachteten Schweins', nur Dim.: Weegel [  BZ-O'ottb]. —
3. das Sternbild, Tierkreiszeichen Waage [mancherorts, Lambert Penns 180]; vgl. PfWB Sternbild; die groß un kleen Woog [  LA-Roschb]. Volksgl.: 's Vieh soll mer in de Wook schlachte, noo wiegt's schwer [Fogel Beliefs Penns Nr. 1272]. Grumbiere blanzt mer in de dunkle Nachte un uf die Wook [Fogel Beliefs Penns Nr. 1018]. Grehaache (Krähenaugen 'Hühneraugen') schneidt mer in der Wook [Fogel Beliefs Penns Nr. 1511]. E Kind in der Woog gebore, grickt Hautkrankede [Fogel Beliefs Penns Nr. 5]. — RhWB Rhein. IX 183/84; LothWB Lothr. 526; ElsWB Els. II 795.
 
Artikelverweis 
Waage2 'Kinderwiege' s. PfWB Wage.
 
Artikelverweis 
Waag(en)-arm m.: 'waagerechter Arm der Waage vom Drehpunkt zu den seitlichen Aufhängepunkten für die Gewichte bzw. das Wiegegut', Woo-, Wooe-, Woochaʳm; -arem [vereinzelt]. — -balken m.: = Waagarm, -balke [vereinzelt]. Die Wooch hot zwää Woochbalke [  BZ-Dernb]. RhWB Rhein. IX 184. —

[Bd. 6, S. 971]


-galgen m.: 'Arm der Dezimalwaage, an der sich die Aufhängung für die Gewichte befindet', Woochegalje [  NW-Kallstdt]. — -gebühr f.: = Waag(en)geld, Woochegebieʳ [  LA-Gommh], Wooche- [  NW-Kallstdt]. — -geld n.: 'Gebühr, die für die Benutzung der Gemeindewaage zu entrichten ist', Woo-, Wooch-, Wooggeld [mancherorts], Woochegeld [  LA-Gommh]. RhWB Rhein. IX 186. — -gewichtsstein m.: 'Gewicht zum Wiegen', Wooggewichtsstääⁿ [  BZ-Dernb]. — -hammer m.: = Waag(en)nagel, Woohammeʳ [  KU-Hefw  Roßb  Schellw  Schmittw/O  Theisbgstg  ZW-Battw  Käshf  RO-Feilbg  PS-Gersb  KB-Boland  Zell], Wooe- [KL-Morb, Klein Wag. 105], Wooge- [  LU-Alsh]; vgl. PfWB Hamme 1. RhWB Rhein. IX 184. — -haus n.: 'zur Gemeinde-, Brückenwaage gehöriges Häuschen, von dem aus die Waage bedient und in dem die Gewichte abgelesen werden', Woohaus, Wooe-, Woog-, Wooch-, Wooche- [mancherorts], häufig nur Dim. -haisje, -haisel [mancherorts]. —