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bis Nabel-wärmer (Bd. 5, Sp. 1 bis 2)
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Artikelverweis  N n.: der Buchstabe N, N, n (ęn) [allg.]. N is far Noschuns (engl. notions 'Grillen'), das wees alle Mann, / Die Weibsleit hen immer viel Noschuns im Gang (aus einem Gedicht über die Buchstaben) [PennsDeitschEck 14. 9. 1935]. Zum Laut (n): Zur Agglutination bzw. Deglutination des (n) im Wortanlaut vgl. PfWB Neißen bzw. Nachen, vgl. auch PfWB Nürst. RhWB Rhein. VI 2; ElsWB Els. I 747.
 
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na Interj.: Einleitungspartikel (einer Äußerung) mit unterschiedlichem emotionalen Gehalt, je nach Ton und Vokalquantität, na, naⁿ [allg.]; vgl. PfWB no, PfWB nun 1b; redupliziernd als Ausdruck der Warnung: na, na! [verbr.], auch: 'ist schon gut' [Krämer Gal 153]; in Verb. mit anderen Partikeln: na ja (na jo, na alla) 'nun ja, meinetwegen' [verbr.]; na un? (na un wann?) 'Was hat das schon zu sagen?' [verbr.]; na dann 'also' [ Don-Schowe Torscha]; na sowas! (Überraschung) [verbr., Krämer Gal 153]. Na, ich wääß net 'Ich bezweifle es' [mancherorts]. Naⁿ, Schorsch, wie hämmer's dann? [Lu'haf]. Heiratsgut? - Na, ja es geht! 'Es ist gerade noch annehmbar' [Kunnrädel 51]. Na, wie schää, do sein ich froh [  KB-Kriegsf]. Na, do geh ich halt [  BZ-Gräfhs]. Naⁿ, do heert sich alles uf! [  NW-Haßl]. Na wart! (Drohung) [mancherorts, Krämer Gal 153]. Allo na, na allo, wie mer's nimmt 'Das bleibt sich gleich' [  NW-Gimmdg]. Südhess. IV 853; RhWB Rhein. VI 1; LothWB Lothr. 376; ElsWB Els. I 747.
 
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nabbern schw.: = PfWB knabbern 1, nawwere [mancherorts, Beam Penns 73]; vgl. PfWB naben. RA.: Nawwere, nawwere, nix se knawwere [Kaislt]. Südhess. IV 854.
 
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Nabe f.: wie schd., Nab (nāb), Pl. Nawe (nāwə) [verbr., Klein Wag. 109 Christmann Kaulb 5 Müller Dietschw 52 Mang 82 Krämer Gal 153 Buch-Illisch]; Zs.: PfWB Radnabe. a. 1425: ein nabe zü bossen hinden [LeinArch. (Löhne)]. Südhess. IV 855; RhWB Rhein. VI 2; LothWB Lothr. 380; ElsWB Els. I 749.
 
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Nabel m.:
1.
a. wie schd., Nawwel (nawəl, nawl; -ḁ-) [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 4 Müller Dietschw 52 Mang 79 Schneckenburger 59 Otterstetter 41 Heeger Südostpf. 16], Pl. Näwwel [  RO-Als]; Zs.: PfWB Rinds-, PfWB Sau-, PfWB Schweinenabel. Ihr Klääd geht ball bis an de N., von einem kurzen Kleid [  LU-Opp]. Deiⁿ Bauch is so hart, mer kennt e Sens uf deim N. dengele [  KU-Kaulb]. RA.: Dem is was iwwer de N. gang 'Er ist verärgert' [ Buch-Illisch]. Volksgl.: Me Kind as Wärm hot, legt mer feiⁿgemacht Glas uf der N. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1395]. Der N. der Schlachttiere wurde zum Einfetten der Schuhe, zum Schmieren der Säge,

[Bd. 5, S. 2]


als Winterfutter für die Vögel verwendet [verbr.]. —
b. vgl. PfWB Windnabel. —
2.
a. vgl. PfWB Blech-, PfWB Hunger-, PfWB Rinds-, PfWB Sau-, PfWB Speck-, PfWB Zähnabel. —
b. 'Loch beim Klickerspiel' [  HB-Einöd  ZW-Ernstw]; Syn. s. PfWB Kaute 2gα. — Südhess. IV 855; RhWB Rhein. VI 3/4; LothWB Lothr. 380; ElsWB Els. I 749.
 
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Nabel-binde f.: 'Binde, die Neugeborenen um die Wunde der durchtrennten Nabelschnur gelegt wird', Nawwelbinn, -bind, s. PfWB Binde [verbr.], Dim. -binnche [  KU-Bedb]. Südhess. IV 855; ElsWB Els. II 58. — -bruch m.: wie schd., -bruch [NW-Frankeck, verbr.]; vgl. PfWB Windnabel. Südhess. IV 855/ 56. — -naß m.: 'Tresterwein, Haustrunk', scherzh. Nawwelnaß [  NW-Dürkh]; Syn. s. PfWB Rachenputzer. — -reißen n.: in der scherzh. Verwünschung: Wann de nur's Nawwelreiße krääscht! (kriegtest) [  PS-Lembg]. — -schnur f.: wie schd., -schnuʳ [verbr., auch Auslandspfälzer]. Die N. war drumgewickelt (im Mutterleib) [  LA-Gommh]. Volksgl.: Die N. eines neugeborenen Knaben wird in ein Stück alter Leinwand eingewickelt und zerhackt (vgl. PfWB verhacken 1a), damit er »einen geschickten Geschäftsmann abgebe«; die eines Mädchens wird zerstochen, damit es eine tüchtige Näherin oder Hausfrau werde [Schandein Bav. IV,2 346, ähnlich: Fogel Beliefs Penns Nr. 1846]. En Kind gebore mit der N. um der Hals gebt en großer paplärer (populärer) Mann [Fogel Beliefs Penns Nr. 70]. Me Kind seiⁿ N. hebt mer uf, noo werd's g'scheit [ebd. Nr. 119, vgl. auch Nr. 1845, 1847, 1881, 1908]. Südhess. IV 856; Rhein. VI 4. — -wärmer m.: 'guter Schnaps', -wäʳmeʳ [  NW-Dürkh].