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ja bis Jacht-macher (Bd. 3, Sp. 1319 bis 1320)
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Artikelverweis   ja: Bejahungswort; Gegensatz: nein. Formen in der einfachen Bejahung: ja (ja) [weit verbr.], (jā) [  GH-Berg], i [  KL-Mackb], ija (ijÄ) [vereinzelt WPf], (ījÄ) [  PS-Leim]. Formen der nachdrücklichen Bejahung, der Zustimmung: ja (jā) [vereinzelt], jaja (jaˈja) [verbr.], jo (jō) [verbr.], joe (jōə) [  BZ-Darst], jou (jou) [mancherorts südl. VPf], (jōu) [  KL-Lind], jajo (jaˈjō) [HB-Schwarzb mancherorts nördl. u. mittl. VPf], jojo (joˈjō) [verbr., auch Don Gal Buch], jojott (joˈjǫd) [vereinzelt WPf NPf SP-W'see BZ-Schwanh Don-Schowe Torscha], jojotte (joˈjǫdə) [mancherorts SWPf Zweibr NW-Haßl Spey Schandein Ged. 240 PfId. 70], ija (ijÄ) [mancherorts, Lambert Penns 85 mancherorts Gal], (ˈijä) [  HB-Bexb  IB-Ensh], (ījÄ) [Heeger (Nachlaß)], ia (iÄ) [  KU-Kaulb  Glanmünchw], ie (iə) [  KL-Mackb], ijo (ˈijō) [  KU-Kaulb], ije (ijə) [vereinzelt WPf SWPf Don-Tscherwk], inja (injÄ) [mancherorts, bes. VPf, auch Gal], injaʳ (injÄʳ) [  GH-Kand], injo (ˈinjō) [NWPf NW-Dürkh Frankeck, Müller Luscht un Lewe 134], injott (ˈinjǫd) [  NW-Weidth], inje (injə) [ Don-Schowe Tscherwk], injeʳ (injəʳ) [Heeger (Nachlaß)]; vgl. PfWB eija, PfWB hajo. —
I.
1.
a. als einfache Bejahung: Hoscht schun gesse?Ja. [NW-Kallstdt, weit verbr.]. Fahrscht heit mettag mit of Landaag?Ja. [  GH-Zeisk]. Saat mer in Lautre (Kaiserslautern) immer noch »ija«?Ija [Kaislt]. —
b. Ausdruck der Zustimmung: Aufforderung an den anklopfenden Gast einzutreten: Ja! [KU-Bedb, verbr.]. Sie hot »Ja« gesaat 'hat zugestimmt (zur Heirat)' [verbr.]. RA.: Er saacht zu allem Ja un Ame [  LU-Friesh]. a. 1535: Sagen die sieben höfe alle ja, sie wollen gehorsam sein wie von alters [ABlieskst 99]. —
2. in nachdrücklichen Äußerungen.
a. Bejahung: Jo (ijo, inja, jojo), so war's [verbr.]. Der Sprecher in einer Redepause beim Nachsinnen über das Gesagte: Jaja! [  KB-Rams]. —
b. Ausdruck der Zustimmung: D' nächscht Woch fahren mer wirrer of Landaag; do kannschde mitfahre.Inja, so machen mer's [  GH-Zeisk]. —
c. als Gebot, Verbot, Warnung: Daßde jo (jō) vor Nacht häämkummscht! [  KL-Enkb]. Nemm dich jo in acht! [  KU-Rothsbg]. —
d. Ausdruck der Verwunderung, des Zweifels: Hoscht du jo 'tatsächlich' dein Gaul verkaaft [  KU-Kaulb,  GH-Zeisk]. Jo, das aa noch! [Rockhs]. Jo, werscht Sache mache! 'Das ist doch nicht nötig!' [  LU-Friesh]. —
e. Ausdruck der Enttäuschung: Jo, Quetschekuche! 'Nichts ist daraus geworden!' [NPf]. —
f. iron. in eine Ablehnung verkehrt: Kriegt deiⁿ Bärwel e

[Bd. 3, S. 1320]


neie Hut?Jo, ehr alder Hut esch noch gut! [  GH-Zeisk]. Ja, das is deiⁿ Määnung! [  LU-Oggh]. RA.: Ja, Bauer, des es was anneres! [KB-Kerzh, verbr.]. —
3. in der Verb. in ja und nein 'im Nu'. Des is in jo un nee geduⁿ [  PS-Saalstdt, mancherorts, auch Don Gal Buch]. In jo-nee war er zurick [ Don-Schowe Tscherwk]. —
4. partikelhaft und unbetont 'doch', eine Aussage beiläufig bekräftigend. Ich kumm jo schun [verbr.]. Morje is jo aach noch e Dag [verbr.]. Du bischt jo ganz gääl im Gesicht [RO-Semb, verbr.]. 's is jo doch alles for die Katz [verbr.]. Einen VR. s. PfWB da1 I 1 b. —
II. Uzname für die Bewohner von LA-Freimh: Jaja. Südhess. III 921 ff.; RhWB Rhein. III 1107 ff.; LothWB Lothr. 265; ElsWB Els. I 400; Bad. III 14/15.
 
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Jab, Jäb s. PfWB Jakob.
 
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Jabot n.: 'Brusteinsatz an Blusen und Hemden', Schabbo [Guentherodt Frz. 160]. Mach d'r in de Ausschnitt e Schabooche neiⁿ! [Kaislt]. — Frz. jabot. — RhWB Rhein. VII 828.
 
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Jäbs s. PfWB Jakob.
 
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jächen schw.: 'schnell und heftig atmen'. Die Kuh jächt [  NW-Niedkch]; vgl. PfWB hecheln1, PfWB hechen. RhWB Rhein. III 1112.
 
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Jacht 'lärmendes Toben' s. PfWB Jagd 2.
 
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jach-taufen schw.: 'nottaufen', von Neugeborenen, deren Überlebenschance äußerst gering ist. a. 1768: ein Töchterlein gebohren, so wegen Schwachheit jach getauft worden [Pirmasenser luth. Kirchenb. 9, S. 85]; vgl. PfWB ehetaufen. RhWB Rhein. II 981 gähtaufen; DWB DWb. IV/2, 2200 Jachtaufe.
 
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jachten, jächtenschw.:
1. 'ausgelassen umherspringen, herumtollen, lärmen', jachde (jaxdə) [verbr. nördl. WPf ZW-Marthh BZ-Billh verbr. Don Gal]; vgl. PfWB Jagd 2. Zs. PfWB herumjachten. —
2.
a. 'bei der Arbeit sich sehr beeilen', jächde (jęχdə) [  WD-Niedkch]. —
b. 'wild umherfahren (mit dem Wagen)', jächde [Klein Wag. 114]; vgl. PfWB jackern 1. — Südhess. III 929 jagden; RhWB Rhein. III 1111; LothWB Lothr. 265; Bad. III 15.
 
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Jächtens s. PfWB Jästens 2 a α; Jächter s. PfWB Jägder.
 
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Jacht-macher m.: 'wer viel Lärm macht', Schimpfw. für lärmende Kinder: Ehr Jachtmacheʳ, sein endlich still! [  KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Jagd 2. Südhess. III 930 Jagdmacher.