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bis Ida (Bd. 3, Sp. 1287 bis 1292)
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Artikelverweis   i1 n.: Buchstabenname; e i schreiwe [allg.]. Bei dem därf 's Dippelche vum i net fehle, von einem Pedanten [KU-Jul, verbr.]. Do fehlt 's Dippel vum i nit 'Hier ist alles in bester Ordnung' [  GH-Nd'lustdt]. AR.: I, A, O, du laafscht noo [mancherorts]. Südhess. III 879; RhWB Rhein. III 1059; ElsWB Els. I 3; Bad. III 1.
 
Artikelverweis  
i2 Bejahungswort: = PfWB ja, i [  KU-Glmünchw]. Die Bewohner von KL-Mackb werden geuzt: Mackebacher I.

[Bd. 3, S. 1288]



 
Artikelverweis  i-a s. PfWB ja.
 
Artikelverweis  
i-äks: im Neckruf: I-äks schawe Riewel [  LA-Gommh]; vgl. PfWB äks, PfWB iks.
 
Artikelverweis 
ib: im AR, s. PfWB dell; Ibs s. PfWB Gips.
 
Artikelverweis  
ich Pron. pers. (Stand um 1930):
1. Sing.
a. Nom.: ich (iχ) [weithin herrschend, ausgenommen NWPf], isch (i) [Pirmas  LU-Maud  NW-Frankeck  Lambr Spey  GH-Zeisk], ech (eχ) [  PS-Hintwdth  GH-Rh'zab], eich (aiχ) [verbr. NWPf RO-Rehborn Duchr Feilbg Bistschd KL-Erzhs

[Bd. 3, S. 1289]


(schon damals mehr bei Älteren)], äich (ęiχ) [  KU-Rothsbg  Dunzw], i (i) [  FR-Hettldh], (ī) [  KL-Mehling  Miesb]. Auslandspfälzer fast allg. ich, in Gal-Unterwalden eich (aiχ). In unbetonter Stellung ist der Vokal kaum hörbar, mancherorts ist nur ein χ zu hören. Ich kumm morje [NW-Kallstdt, verbr.]. 'ch hab's g'sehne [  KL-Frankst]. AR.: Ich oder du oder Müllers Bu oder Müllers Esel, der bescht du! [  BZ-Billh]. KR.: Ich geh 's Bergel nuf. Ich aach! Ich mach e Bäämel um. Ich aach! Ich mach e Sautreegel draus. Ich aach! Fressen alle Säulich draus. Ich aach! [ebd.]. Vers vom Osterhasen: Eich waaß, was ich waaß: 's Hinkel es de Haas. Die Modder färbt die Eier, de Vadder leet se ins Graas [  KU-Kaulb]. —
b.

[Bd. 3, S. 1290]


Genit. nur in der Verb. wegen meiner 'meinetwegen' [vereinzelt Gal]. —
c. Dat.: meeʳ (mēʳ, mēÄʳ) [verbr., selten westl. WPf], (mē) [  NW-Lindbg], miʳ (mīʳ, mīÄʳ) [westl. WPf (Altenhofer § 12) mancherorts SWPf]. In unbetonter Stellung meʳ (məʳ) [verbr.], ma (mÄ) [mancherorts westl. WPf]. Bei den Auslandspfälzern weithin meer (mēr), in unbetonter Stellung mer (mər). Wannde net zu meeʳ kummscht, dann kumm ich aa net zu deeʳ [  NW-Haßl]. Geh meʳ aus de Sunn! [  ZW-Bechhf]. Die Peer (Pferde) sin ma dorch 'davongelaufen' [Kus]. Für 'meinetwegen' steht: meeʳ aaⁿ [SOPf (Nachlaß Heeger)], vor meeʳ [Schandein Sprachsch. 58], wege mir [Krell 52]. Er macht's meeʳ nix deeʳ nix [KU-

[Bd. 3, S. 1291]


Schmittw/O]. Ethischer Dat.: Du gehscht meʳ net fort! [verbr.]. RA.: Bei meer gilt der, was schafft [ Gal-Dornf]. Er is meʳ Luft [  KU-Herschw/Petth]. SprW. Wie du meeʳ, so ich deeʳ [verbr.]. Im Tanzlied: Geh mer weg, du kleeni Krott, ich kann net mit deer danze [ Gal-Dornf]. —
d. Akk.: mich (miχ) [verbr.], misch (mi) [vereinzelt, ähnlich dem Nom. i], meich (maiχ) [mancherorts NWPf]. In unbetonter Stellung und in flüchtiger Rede: mech (meχ) [mancherorts]. Die Bewohner von NW-Lambr werden Lambreschter misch geuzt. Das is for mich, net for dich [KL-Enkb, verbr.]. Loß mich e Maulvoll trinke! [  LA-Herxh]. Kumm bei meich! [ Gal-Unterwalden]. —
2. Pl.
a. Nom.: meeʳ (mēʳ, mēÄʳ, mēÄ) [verbr. WPf NPf nördl. u. teilw. mittl. VPf], mee (mē) [vereinzelt mittl. WPf], (mʳ) [verbr. südl. VPf (Heeger Südostpf. § 29)], miʳ (mīʳ, mīÄʳ) [mancherorts WPf Pirmas teilw. mittl. VPf (Bertram § 192)], meer (mēr) [verbr. Gal]. In unbetonter Stellung: meʳ (məʳ, mÄ) [verbr.]. Heit kummen mee, morje eh (ihr) [  NW-Lindbg]. Die Bewohner von KL-Mackb werden verspottet: Wann's e Gewieʳ (Gewitter) gebbt, gihn meʳ wieʳ (wieder) hääm. a. 1448: da von mir mit gewalt gedrungen worden [Grimm Weist. V 595 (Abtei Limburg)]. a. 1528: 16 malter verdorbener speltzen ... habent mir in dem spitale den schweynen zu atzung geben [GgHospR]. —
b. Dat. u. Akk.: uns [fast allg.], uⁿs (ūⁿs, unbetont uⁿs) [KU-Rutsw (bei Alten)], oⁿs [KU-Jettb (bei Alten)], os (ōs/os) [KU-Körbn (bei Alten)]. Auslandspfälzer: verbr. uns; us in Gal-Unterwalden. Wie sieht's dann aus met uns? [verbr. NPf]. Uⁿs Onkel zieht jetzt ganz zu uⁿs [  KU-Rutsw/L]. Bei uns gebbt's immer viel Ärwet [  LA-Gommh]. Kummen heit owed bei uns! [verbr. Gal]. RA.: Die kennen uns e Ferrer (Feder) ausroppe, wo mer ken han [NPfGV Nr. 8/1934]. a. 1342: vor vns vnd alle vnser altforderen sele [OttbgUrkb. 422]. — F.
1. Die Form i ist für 1887 nach K. 208 nur für Lu'haf u. SP-Ottstdt bezeugt; ihr Vordringen bis 1960, in starkem Maße in Rheinnähe, schwächer werdend nach der WPf hin, zeigt der Vergleich der K. 208 u. 209. Diese Entwicklung tritt noch stärker in Erscheinung in einer Aufnahme von 1956, bei der gezielt gefragt worden war, ob für »ich« ich, isch oder eine andere Form gebraucht werde; in Prozentzahlen ergab sich 1956 folgendes Bild: die Kreise FR u. LU - 59, SP u. GH - 31, RO u. KB - 43, KL - 41, PS u. BZ - 18, ZW mit HB u. IB - 39. Es kann wohl angenommen werden, daß i im Pfälzischen schließlich zur herrschenden Form wird; das gleiche gilt auch für den ch-Laut nach den anderen hellen Vokalen (Kleeberger 114 spricht hier von geschärftem ch). —
2. Die Form eich (aiχ/ęiχ) in der NWPf und einem schmalen Saum an der Westgrenze der NPf wurde, wie der

[Bd. 3, S. 1292]


Vergleich der Karten 208 u. 209 zeigt, von 1887 bis 1960 in starkem Maße durch ich abgelöst; 1960 erscheint eich nur noch in 6 v. H. der Belegorte. Um 1930 war eich noch in 23 v. H. der Belegorte vertreten. Die Befragung von 1956 erbrachte diese Form in der Sprache der älteren Gener. (»gute Mundartsprecher«) noch für 12 v. H. der Belegorte. — Südhess. III 880 ff.; RhWB Rhein. III 1061 ff.; LothWB Lothr. 257; ElsWB Els. I 12; Bad. III 1 ff.
 
Artikelverweis 
icht(s) unbestimmtes Pron.: 'etwas'. a. 1335: were iz ouch, daz ich ... icht schuldig verliebe [St. Arch. Koblenz (Walr. von Zweibrücken u. Baldewin von Trier)]. a. 1435: vndt gebühre ihn in dem rechten icht nie dazu zu thun [PfWeist. I 388 (IB-Ensh)]. a. 1540: das kore uff beiden seiten zu decken und in guttem bauw zu handhaben, versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln, icht(?) ausgenommen [ebd. II 529 (KU-Ulm, Flurskapelle)]. o. J.: gewinnen sie ichtz mit imand daselbst zu schaffen [Grimm Weist. V 570 (LA-Gleisw)]. — Die Form ichts/ichtz wohl aus ichtwas, nach Lexer Lexer I 1419 aus ihtesiht. — Mhd. iht, ahd. iowicht. — Südhess. III 882; RhWB Rhein. III 1067 iet; Bad. III 3.
 
Artikelverweis 
icht-was unbestimmtes Pron.: = icht(s); vgl. PfWB etwas. a. 1601: ichtwaß vf begehren Im gerichtsbuch Zuo lesen1 alb. [DirmstAWeist., Polizeiordnung von 1545]. Südhess. III 882.
 
Artikelverweis 
ici s. PfWB issi.
 
Artikelverweis  
Ida f.: weibl. VN, Ida [vereinzelt]; auch Kuhname [  LU-Alsh]. Südhess. III 883; RhWB Rhein. III 1064; Bad. III 3.