Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Gaab bis gabelig (Bd. 3, Sp. 1 bis 2)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Gaab s. PfWB Gaube; Gaaker(t), Gääker(t) s. PfWB Gacker(t), Gäcker(t); Gäb s. PfWB Gähe.
 
Artikelverweis  
Gabe f.:
1.
a. 'Geschenk'; e Gab Gottes [verbr.]. Zs. PfWB Gottesgabe. SprW.: Luschdich uhne Geld is aa e G. Gottes [Kaislt, verbr.]. G'sunde Kinn (Kinder) sein e G. Gottes [  KU-Kaulb]. —
b. 'Bestechungsgeschenk', in der Verb. Miete und Gabe. a. 1484: ein warheit ze sagen weder vmb myt noch vmb gaub, nieman ze lieb noch ze leyd [Friedel 175]. —
c. Zs. Ab-, PfWB An-, PfWB Aus-, PfWB Darein-, PfWB Ein-, PfWB Zugabe. —
2. Pl. 'Begabung, Anlagen', Gabe [Zahn Pläsier 65]. Wann ich dem seiⁿ Gaawe hätt! [  KU-Kaulb  Kreimb  Schmittw/O Gal-Dornf]. — Südhess. II 1045; RhWB Rhein. II 961/ 62; LothWB Lothr. 210; ElsWB Els. I 192; Bad. II 271.
 
Artikelverweis 
gäbe s. PfWB gang.
 
Artikelverweis  
Gabel f.:
I.
1. 'Gerät zum Essen und Vorlegen der Speisen', Gaww(e)l (gawəl, gawl, -ḁ-, s. F.), Pl. Gaw(e)le [allg.]; Dim. Gäww(e)lche (gę-), Pl. -cheʳ [WPf NPf nördl. VPf verbr. mittl. u. südl. VPf], Gäww(e)le [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Zs. PfWB Eß-, PfWB Fleisch-, PfWB Herrgotts-, PfWB Horn-, PfWB Salat-, PfWB Wurstgabel. Dort muß mer mit Messer un G. esse [allg.]. Er eßt met de finfzinkiche G. 'mit der Hand' [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. PfWB Herrgottsgabel. RA.: Aaner im Schnawwl, aaner uf de G., zwää en de Aae, wenn ein Hungriger Klöße ißt [  KB-Kriegsf]. Wann du net wärscht un der Leffel, dann mißt mer die Supp mit der G. esse [verbr. Don]. SprW.: Die G. is die Ehr, mit de Finger kriet mer mehr [ Gal-Bagbg]. —
2. 'G. als Gerät in der Landwirtschaft, im Bergbau'; die zwaa-, drei-, vierzinkich G. [KB-Bennhs, verbr.]; die holze G. 'G. aus Holz' [  KB-Kriegsf]; e G. voll Haai [NW-Kallstdt, verbr.]; met de G. (met'm Gäwwelche) Haai wenne [KB-Zell, verbr.]; mit der G. Mischt lade [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Eisen-, PfWB Frucht-, PfWB Futter-, PfWB Grab-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Heu-, PfWB Holz-, PfWB Kleesamen-, PfWB Kohl-, PfWB Mist-, PfWB Rüben-, PfWB Schöpf-, PfWB Schotter-, PfWB Schüttel-, PfWB Schütt-, PfWB Spat-, PfWB Stahl-, PfWB Stech-, PfWB Stein-, Streu(sel)-, PfWB Stroh-, PfWB Wacken-, Wende-, PfWB Zett(el)gabel. —
3. von sonstigen Geräten u. Geräteteilen.
a. mit de G. die Wawe (Waben) entdeckele [  RO-Bistschd]. Zs. PfWB Entdeckelungsgabel. —
b. die G. am Dauweschlag [  LU-Friesh]. Zs. PfWB Fanggabel. —
c. die G. am Reche [  KB-Kriegsf]. Zs. PfWB Rechengabel. —
d. de Brezel uf de G. [  HB-Höch  LA-Herxhwey]. Zs. PfWB Brezel-, PfWB Riraro-, PfWB Sommer(tags)gabel. —
e. 'Gabeldeichsel am Einspännerwagen' [  KU-A'glan  RO-Schmalfhf]; vgl. PfWB Lanne. —
f. 'die G. als Pflugteil'.
α. 'das

[Bd. 3, S. 2]


hintere Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken' [  BZ-Hofstätt]; vgl. PfWB Pflugskörper. —
β. 'die obere Verbindungsstange der beiden Grießstecken' [Kaislt]; vgl. PfWB Pflugsgabel. —
γ. 'die Handhaben am Pflug' [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Pflugsarm. —
g. Zs. PfWB Fisch-, PfWB Ofen-, PfWB Stimmgabel. —
II. sonstiger Gebrauch.
1. 'Astgabelung an Bäumen und Pflanzen'; die Gawwele vun de Rewe [LU-Alsh, verbr. VPf]. Zs. PfWB Ast-, Reben-, PfWB Zwickgabel. —
2. 'überaus große weibl. Person' [  GH-Kand BZ-Gleishorb]. Syn. s. PfWB Gammel 1. —
3. 'die zum Schwur erhobene Hand'. RA.: Des kann ich uf meiⁿ G. nemme [Pirmas, Krieger 18]. Wann ich de Eid emol uf der G. hab, isch der Prozeß gewunne [Zahn Pläsier 127]. —
4. 'Geweihstange mit zwei Enden', Jägerspr. Der Hersch hot starke Gawwele [  BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gabelbock. —
5. s. PfWB Knopfgabel. — F.: Der Stammvokal ist nach Angaben der Gewährspersonen sowie in den Tonbandaufnahmen vorwiegend -a-. Für KU-Rammb Dietschw HB-Schwarzack Walsh RO-O'mosch KL-Lind Ost-PS gilt -ḁ-. In der südl. VPf herrscht nach Heeger Südostpf. § 52 sehr dunkles -ḁ- (teilweise sogar -ǫ-) vom Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — Edh — GH-Nd'lustdt — Hördt. Bertram (§ 18) gibt -ḁ- für das (westl.) Waldgebiet der mittl. VPf an, außerdem für NW-Haardt Deidh Dürkh sowie für LU-Neuhf Dannstdt Assh Iggh SP-Schiffstdt W'see, wobei -ḁ- oft bei Älteren, -a- bzw. dagegen bei Jüngeren zu hören sei. Die nördl. VPf hat weithin -a- (vgl. auch Karch Bockh/Kallstdt 254); in NW-Weish/B sprechen die Alten -ḁ-, die Jungen -a-. Südhess. II 1045/46; RhWB Rhein. II 964/65; Saarbr. 74; Lothr. 184/85; ElsWB Els. I 192/93; Bad. II 271/72.
 
Artikelverweis  
Gabel-bock m.: 'Rehbock, dessen Stangen nur je zwei Enden aufweisen', Jägerspr., Gawwelbock [  KU-Schmittw/O  KL-Reichb].
 
Artikelverweis 
Gabeler m.: 'wer Heu oder Garben gabelt' (s. PfWB gabeln 1 a), Gaww(e)leʳ [verbr.]. Zs. PfWB Heugabeler. Südhess. II 1046; RhWB Rhein. II 966.
 
Artikelverweis  
Gabel-griff m.: = PfWB Gabelstiel, Gawwelgriff [  BZ-Dernb]. Südhess. II 1046. — -hülse f.: = PfWB Gabelöhr, -hils [  KL-Hütschhs  FR-Tiefth]. Südhess. II 1046.
 
Artikelverweis  
gabelig, gabelicht Adj.: 'gabelförmig', gawwelich [  KU-Schmittw/O]. Zs. drei-, vier-, zwickgäbelicht. a. 1606: bey einer Gabellichten Eichen [HanLicht. 7, Amt Lemberg]. RhWB Rhein. II 965; ElsWB Els. I 194.