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ab-essen bis ab-fallen (Bd. 1, Sp. 26 bis 27)
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Artikelverweis   ab-essen st.:
1. etwas a. 'etwas von etwas herunteressen', z. B. den Belag vom Kuchen, das Fleisch vom Knochen; de Kuche, de Knoche abesse [verbr.]. —
2. Part. Perf. 'fertig sein mit Essen'. Mer hän schun abgesse [  BZ-Dernb]. — RhWB Rhein. II 198/99.
 
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Ab-essen n.: 'Rest einer Speise, eines Getränkes', Abesse [Gegend v. Rockhs].
 
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ab-fädeln schw.:
1. 'Faden entfernen', z. B. die Seitenfaser an den Bohnen, abfäärle [WPf NPf], -fäädle [VPf]; vgl. PfWB abfädemen, PfWB -fäden. —
2. 'abwickeln'; die Kordel abfäärle [  ZW-Knopp/Lab]; vgl. PfWB abrollen. — Bad. I 7.
 
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ab-fädemen schw.: = PfWB abfädeln 1; die Bohne abfäreme [  RO-Odh  Schönbn  KL-Erlb  Queidb  Lind  PS-Burgalb  FR-Höning]; vgl. PfWB fädemen. — RhWB Rhein. II 233.
 
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ab-fäden schw.: = PfWB abfädeln 1, abfäre [  HB-Bexb  RO-Rehborn  BZ-Wernbg].
 
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Abfahr-brenke f.: 'kübelähnliches Gefäß mit niedrigem Rand', Abfahrbrenk [  KB-Zell]. (Die A. soll die nachsickernden Tropfen unter dem Hahn des Weinfasses auffangen.)
 
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ab-fahren st.:
I. intrans.
1. gegenst.
a. 'die Fahrt beginnen', persönl. u. sachl.: Er fahrt um 6 Uhr ab; de Zuch is grad ewe abg(e)fahr(e) [allg.]; vgl. PfWB abgehen I 2 a. —
b. 'plötzlich abbrechen, -reißen (usw.) und wegspringen'. Wie ich do so aushol, fahrt mer de Kaarscht 'Karst' ab [allg.]. —
c. 'abgleiten', etwa von

[Bd. 1, S. 27]


der Axt, wenn sie auf knotiges Holz auftrifft [allg.]. —
d. 'durch Fahren abnützen'. De Rääf is schun ganz abgefahr [WPf, allg.]. —
2. übertr.
a. 'sich entfernen', in derber Sprache. Du kannsch(t) abfahre ohne Mussik [verbr.]. Fahr ab, Josepp! [Schandein Sprachsch.]; vgl. PfWB abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. —
b. 'von sich weisen', spöttisch. Den(e) loß ich a. [allg.]; vgl. PfWB abweisen. —
c. 'sterben', spöttisch. Der kann a. [allg.]. Syn. s. PfWB sterben. —
II. trans.
1. 'abtransportieren', Holz, Schutt u. dgl. [allg.]. —
2. 'durch das Gewicht des Fahrzeugs abtrennen'. De Laschtwa(che) hot 'm de Fuß a. [allg.]. —
3. 'entlangfahren' (z. B. zum Zwecke der Besichtigung); die Strooß a. [allg.]. — RhWB Rhein. II 246; Bad. I 7.
 
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Ab-fahrt f.: 'Abreise mittels Fahrzeugs', 'Abfahrt des Zuges', nach dem Schd. Um zwelf Uhr is Abfahrt [verbr.].
 
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Abfahrts-plätsche f.: scherzhaft für 'Befehlsstab des Fahrdienstleiters', Abfahrtsplätsch [  NW-Dürkh].
 
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Ab-fall m.:
1. 'das Abgefallene'.
a. '(auf dem Acker) abgefallene Getreidekörner'. Des Johr gebbts viel Abfall [verbr.]; vgl. PfWB Abfallsel u. Abgang.
b. 'Abfall beim Keltern, Gemüseputzen, Backen, Essen u. ä.' [verbr.]; vgl. PfWB Abputz, PfWB Ureß. —
2. Pl. 'Hiebe, Schläge', scherzhaft Abfäll [verbr.]. Syn. s. PfWB verhauen. Weil mei Buwe mit em Besem Hie uh do ehr Abfäll griehn [Müller Butterbärwel 20]. — RhWB Rhein. II 272; Saarbr. 60; Bad. I 7; Wolf [8].
 
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ab-fallen st.:
1. gegenst. 'sich lösen und herabfallen', bes. von Früchten, vom Verputz an der Wand u. dgl., abfalle [allg.]; vgl. PfWB abgehen I 2 b. Aweil fallt 'm (dem Kind) 's Zäppche (oder: 's Keimche) 'das Gaumensegel' ab, scherzhaft, wenn das Kind ein großes Verlangen nach etwas hat [verbr.]. Er määnt, er wär 'm Kaiser am Aarsch abgefall(e), von einem Eingebildeten [verbr. Gal Buch Don]. —
2. übertr.
a. Es fallt (fällt) eppes 'etwas' ab
α. 'Es gibt Schläge' [verbr.], nach Abfall 2. Syn. s. PfWB verhauen. —
β. 'ein Geschenk, ein Trinkgeld ist zu erwarten' [verbr.]. RA.: Bei dem fällt neicht ab, als was er henne falle läßt, von einem Geizigen [  WD-Niedkch]. —
b. die Strooß 'Straße' fallt ab 'senkt sich zu Tal' [allg.]. —
c. vum Flääsch (Flaasch) 'Fleisch' a. 'abmagern' [verbr.]; vgl. PfWB abmagern,
d. Vum Glaawe 'Glauben' a. 'das Bekenntnis wechseln' [allg.]. — RhWB Rhein. II 267; Bad. I 7.