Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
aber-witzig bis ab-fahren (Bd. 1, Sp. 26)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis   aber-witzig Adj.: 'trotzig, eigensinnig'; e awwerwitzicher Kerl [  KU-Erdb  RO-Schmalfhf  KB-Stett  O'wies  KL-Gimsb  Siegb, in allen Orten nur noch unter der ältesten Gener.]. — Ableitung von Aberwitz 'Unverstand'; vgl. DWB DWb. I 35. — Zu PfWB aber vgl. PfWB Aberwachs.
 
Artikelverweis  
Äber-zain m.: 'der aus einem Blattwinkel entspringende (unfruchtbare) Nebentrieb des Weinstocks, seltener des Obstbaums'; Äwwerzääⁿ (ęwəʳdsǟⁿ) [NW-Lindbg LA-Altd Kl'fischling Walshs Ranschb Bergz GH-Steinw Zeisk Scheibhdt (Wilde 201)]; auch PfWB Äberzwacken, PfWB Geize, PfWB Geiztrieb genannt. Im Wingert soll das Laub nicht vor Laurentius geschnitten werden, da sonst die Ä. kommen [  LA-Edk]. — Zu äber vgl. PfWB Aberwachs; zu Zain (mhd. zein 'Reis, Rute') s. Zain, PfWB Zaine. — Bad. I 7.
 
Artikelverweis 
Äber-zwacken m.: = PfWB Äberzain, Äwwerzwacke (ęwəʳdswagə) [NW-Wachh Rödersh Lindbg LA-Kl'fischling (Wilde 201)]. — Zu äber vgl. PfWB Äberwachs. Das Grundwort Zwakken 'Zweig' ist als Simpl. vielerorts belegt.
 
Artikelverweis  
abe-schlagen st.: 'herabschlagen', z. B. Obst, aweschlaaⁿ [  KU-A'glan].
 
Artikelverweis  
ab-essen st.:
1. etwas a. 'etwas von etwas herunteressen', z. B. den Belag vom Kuchen, das Fleisch vom Knochen; de Kuche, de Knoche abesse [verbr.]. —
2. Part. Perf. 'fertig sein mit Essen'. Mer hän schun abgesse [  BZ-Dernb]. — RhWB Rhein. II 198/99.
 
Artikelverweis 
Ab-essen n.: 'Rest einer Speise, eines Getränkes', Abesse [Gegend v. Rockhs].
 
Artikelverweis  
ab-fädeln schw.:
1. 'Faden entfernen', z. B. die Seitenfaser an den Bohnen, abfäärle [WPf NPf], -fäädle [VPf]; vgl. PfWB abfädemen, PfWB -fäden. —
2. 'abwickeln'; die Kordel abfäärle [  ZW-Knopp/Lab]; vgl. PfWB abrollen. — Bad. I 7.
 
Artikelverweis  
ab-fädemen schw.: = PfWB abfädeln 1; die Bohne abfäreme [  RO-Odh  Schönbn  KL-Erlb  Queidb  Lind  PS-Burgalb  FR-Höning]; vgl. PfWB fädemen. — RhWB Rhein. II 233.
 
Artikelverweis  
ab-fäden schw.: = PfWB abfädeln 1, abfäre [  HB-Bexb  RO-Rehborn  BZ-Wernbg].
 
Artikelverweis  
Abfahr-brenke f.: 'kübelähnliches Gefäß mit niedrigem Rand', Abfahrbrenk [  KB-Zell]. (Die A. soll die nachsickernden Tropfen unter dem Hahn des Weinfasses auffangen.)
 
Artikelverweis 
ab-fahren st.:
I. intrans.
1. gegenst.
a. 'die Fahrt beginnen', persönl. u. sachl.: Er fahrt um 6 Uhr ab; de Zuch is grad ewe abg(e)fahr(e) [allg.]; vgl. PfWB abgehen I 2 a. —
b. 'plötzlich abbrechen, -reißen (usw.) und wegspringen'. Wie ich do so aushol, fahrt mer de Kaarscht 'Karst' ab [allg.]. —
c. 'abgleiten', etwa von

[Bd. 1, S. 27]


der Axt, wenn sie auf knotiges Holz auftrifft [allg.]. —
d. 'durch Fahren abnützen'. De Rääf is schun ganz abgefahr [WPf, allg.]. —
2. übertr.
a. 'sich entfernen', in derber Sprache. Du kannsch(t) abfahre ohne Mussik [verbr.]. Fahr ab, Josepp! [Schandein Sprachsch.]; vgl. PfWB abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. —
b. 'von sich weisen', spöttisch. Den(e) loß ich a. [allg.]; vgl. PfWB abweisen. —
c. 'sterben', spöttisch. Der kann a. [allg.]. Syn. s. PfWB sterben. —
II. trans.
1. 'abtransportieren', Holz, Schutt u. dgl. [allg.]. —
2. 'durch das Gewicht des Fahrzeugs abtrennen'. De Laschtwa(che) hot 'm de Fuß a. [allg.]. —
3. 'entlangfahren' (z. B. zum Zwecke der Besichtigung); die Strooß a. [allg.]. — RhWB Rhein. II 246; Bad. I 7.