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Abere bis aber-willig (Bd. 1, Sp. 25 bis 26)
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Artikelverweis  Abere, Äbere s. PfWB Augenbraue.
 
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Aber-glaube m.: wie schd. — F.: Mundartl. Lautformen sind selten: āwərglāwə, wərglwə, āwərglwə, -gleiwə; meist erscheinen schriftspr. Lautungen, wie ābərglāwə, āwərglaubə, āwərglauwə u. ä., was deutlich auf die schriftspr. Herkunft des Wortes hinweist. Rhein. I 26; Bad. I 6.
 
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aber-gläubig, -gläubischAdj.: wie schd.; awergleiwisch wie e alt Nunn [  WD-Niedkch], -gleiwich wie e ald(i) Fraa [verbr.]. Ich bin net awergleiwig, Doch deß redd kenns mer aus [Gelbert 60]. Wechsel von -isch u. -ich auch im fränkischen Teil Badens (Bad. I 6).
 
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Aber-haar s. Augenbrauhaar.
 
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aberig Adj.: 'sich verrückt gebärdend', werich [ Gal-Obl]; sonst öfter PfWB verabert. — Zu PfWB abern.
 
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aber-mals Adv.: wie schd. a. 1566: In anno 66 sein sie abermals .. ervordert [ABlieskst 121 (IB-Rubh)].
 
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abern, äbernschw.: sich a., ä.
1. 'sich tummeln'. Der awert sich [  RO-Messbhf], äbert sich [  KU-Ehw]; vgl. äfern Kluge-Mitzka17. —
2. 'sich wehren', sich abere [  RO-Rehborn]. — Zu ahd. avarōn, avarian 'wiederholen', dieses aus afar = wieder, abermals (Graff I 180). — RhWB Rhein. I 26; Hess. 3; Kurhess. 33.
 
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aber-sengert Adv.: 'aber sicher, ei gewiß', lebhafte Bejahung, awweʳsengeʳt [  PS-Nd'simt]. — Der zweite Bestandteil aus frz. sincère 'aufrichtig, lauter, wahr, echt'.
 
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Aber-, Äber-wachsm.:
1. 'Nachwuchs der ausgefallenen, Getreidekörner auf dem abgeernteten Acker', Äwwerwachs (ęwÄʳwags) [mittl. VPf], vgl. Bertram 149; entstellt in Hawwerwachs (wohl durch Umdeutung aus Hawwer 'Hafer') [NPf (nach Wilde 292) KU-Kaulb Kreimb Rutsw/L Rothsbg Frankb SP-Mechth Heiligst LA-Gommh GH-Lingf Westh Schwegh (Bertram a. a. O.)]. a. 1637: Item 21 mltr. 2 Sr. seindt dieß Jahr vf hiesigem Veldt erbauth vnd ahn abberwachs eingebracht worden [SpeyGgHospR 168]. Vgl. PfWB Auswachs, PfWB Wiederwachs. —
2. 'Auswuchs der Getreidekörner auf dem Halm infolge Nässe', Äwwerwachs [  KU-Konk]. — Wie in Aber-, PfWB Äberzain, Aber-, PfWB Äberzwacken entspricht hier aber (äber-) = wieder, abermals mit der Nebenbedeutung des Verkehrten, Unerwünschten (vgl. Schwäb. I 22 Aberzain). Die Form mit Hawwer-, die nur mit aweʳ als Grundlage denkbar ist, gibt der Vermutung Raum, daß der Umlaut in ewər- jüngeren Datums ist; der Beleg von 1637 bestätigt dies. Vgl. auch PfWB abern, PfWB äbern, aber- und äberwitzig, Äberzain, Äberzwacken.

[Bd. 1, S. 26]



 
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Aber-wille m.: 'Widerwille'. Davor hab ich Awwerwille [  GH-Berg  Scheibhdt  PS-Hirschth]. — Zu PfWB aber vgl. PfWB Aberwachs.
 
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aber-willig Adj.: 'ekelerregend'; e awwewilliches Esse [  GH-Scheibhdt]. — ElsWB Els. II 816.