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ab-dudeln bis Abend (Bd. 1, Sp. 19)
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Artikelverweis   ab-dudeln schw.:
1. Seil, Garn abduddele [  HB-Bexb]; dafür meist PfWB abrollen. —
2. einen a. 'durchprügeln', abdurle [  ZW-Knopp NW-A'leining]. Syn. s. PfWB verhauen. —
3. sich a. 'sich müde arbeiten', abdudele [  ZW-Bechhf]. Syn. s. PfWB abquälen. — Zu PfWB dudeln 'an einem Rad herumdrehen'; vgl. auch Kluge-Mitzka17 dudeln. — RhWB Rhein. I 1539.
 
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ab-dulfen schw.: 'verprügeln'. Ich hawwen geheerich abgedulft [verbr. südl. VPf Don-Kernei]. Syn. s. PfWB verhauen. — Zu PfWB dulfen 'Hanf oder Flachs brechen'; vgl. DWB DWb. I 22 abdülpen.
 
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abe Adv.: 'hinab'; s. auch die Zs. PfWB abefallen, PfWB abegehen. PfWB abeschlagen. a. 1564: ... von der Scheidelbach abben auff die schweinfurdt in die bach [PfWeist. I 219 (ZW-Contw)]; a. 1596: oben am Keßell abhien [WerschwSchR Bl. 419]; a. 1600: Fürter den Berg aben zu dem Dreimarker [MHVPf 1913, 106 (Kaislt)]; a. 1600 (Abschr. 1730): Die Landstraß abhin [Kurpf. A. 168, S. 286 (KU-Wolfst)]. — Aus mhd. abhin; in lebender Volkssprache wohl schon um 1500 zu abe, awe (s. Beleg von 1564) abgeschwächt. — RhWB Rhein. I 16; ElsWB Els. I 5; Bad. I 4.
 
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Abee s. PfWB Abort.
 
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abe-fallen st.: 'hinabfallen'. Do duhts e krach ... un der Kessel fallt werrer awwe [PfId. 187].
 
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abe-gehen st.: 'hinabgehen'. Ich (Eich) muß mol awwegeh (in einen tiefergelegenen Teil des Ortes) [verbr. KU, bes. Glantal u. westl. des Glantals]; sonst meist enab-, enunnergeh, vgl. hinab-, PfWB hinuntergehen. — RhWB Rhein. I 16 (abe); ElsWB Els. I 189; Bad. I 4.
 
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ab-eggen schw.: 'mittels der Egge auf dem Acker herumliegendes Unkraut, Kartoffelkraut u. dgl. zusammenschleifen'; de Acker abeege [nördl. VPf], -eeche [südl. Pf], -ee(j)e [WPf NPf]. RhWB Rhein. II 20.
 
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ab-einander Adv.: 'auseinander'; awwernand in awwernandfalle, -schärre 'scharren', -schlaa(che) [südl. VPf]. — F.: awÄʳ-, awÄnḁnd. ElsWB Els. I 49; Bad. I 4.
 
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aben (Adj.) s. PfWB ab; aben (Adv.) s. PfWB abe.
 
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Abend m.:
1. 'Zeit vom Eintritt der Dämmerung bis zum Beginn der Nachtruhe' [allg.]. Die unmittelbar vor dem Abend liegende Zeit umschreibt man mit 's geht gee(g)e, gee(j)ich 'gegen' Owe(n)d [verbr.]. Für 'Ich komme am Abend' sagt man Ich kumm (komm) am Owend [verbr. NPf], de Owe(n)d, heit owe(n)d, heit omend usw. (s. F.) [allg.], in älterer Ausdrucksweise auch an der Nacht [ Gal-Dornf]. Die Grußformel am

[Bd. 1, S. 20]


Abend lautet je nach Landschaft (s. u.) Gunowend, -owed, -omed, -owind, -owid, -awed [allg.] (mit deutlicherer oder flüchtigerer Aussprache des ersten Bestandteiles wie des zweiten, je nach Sprechsituation). SprW.: Mittag macht mer, wammer will, der Owed kummt vun selwer [verbr.]. VR.: Heit is Kerb un morje is Kerb, bis de Dinschdagowed [allg.]. ... bis de Mittwoch Owed [Schandein Sprachsch.]. —
2. bunder 'bunter' Owe(n)d, 'Unterhaltungsabend', nach dem Schd. [verbr.]. —
3. 'Vorabend eines großen Festtages'; der heilich Owe(n)d 'Abend des 24. Dezember' [allg.]. a. 1341: an dem palm abende 'Samstag vor dem Palmsonntag' [OttbgUrkb. 420]. a. 1409: vff sante Johannes obendt [DiemstBf.]. a. 1530: uf sant Martins obent [Grimm Weist. V 788]. —
4. 'Westen'. Wenn er geje Owet gange wär, wär er darrich die Rauschende Gluft hinne rum widder in der Eileschwamm kumme ... [Penns Deitsch Eck, 3. 12. 1946]. RhWB Rhein. I 21. —
5. verhüllend für 'Arsch' in der RA.: Leck mich am Abend [verbr.]. — Zs.: PfWB Bescher-, Bescherungs-, PfWB Christ-, Chritskindlein(s)-, Christmette-, Christtag-, PfWB Feier-, Fest-, PfWB Heilig-, Jahrs-, Kirben-, PfWB Komm-, Kommers-, PfWB Montag-, PfWB Neujahrs-, PfWB Oster-, PfWB Pfingst-, PfWB Reißpansen-, Sonntag(s)-, Unterhaltungs-, PfWB Weihnachts-, Werktagsabend. — F.: Die Hauptformen sind ōwənd [NPf nördl. u. mittl. VPf], ōwəd [WPf u. SPf einschließlich südl. VPf (in beiden vermischt mit immer stärker aufkommendem ōwənd) Penns Don Gal Buch]; ō:wəd [mancherorts VPf Penns]. Die Belege der Auslandspfälzer lassen vermuten, daß im 18. Jh., der Zeit der Auswanderung, weithin, wenn nicht allgemein ōwəd gegolten hat. (Bei Schandein 1858: Owed, in Firmenich III 245: Obed). Unter schriftsprachlichem Einfluß setzte sich seitdem, vor allem in den letzten Jahrzehnten, mehr und mehr die Form ōwənd durch. Bewerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß in LA-Gommh eine Gewährsperson um 1930 ōwed angab, 1956 eine Sprecherin aber nur die Form ōwend gebrauchte. Seltenere Formen: ōm(ə)nd und ōⁿm(ə)nd (durch partielle Assimilation von w an nachfolgendes n, vgl. hierzu Bertram 111) [bes. WPf u. NPf], ōməd u. ōⁿm(ə)d (durch Assimilation von n an d) [  KU-Bechb Pirmas  PS-Ruhbk  O'simt  Salzwg, Erlb  FR-Tiefth  NW-Leistdt], nōwəd [  KU-Konk], ōwind [  BZ-W'hamb], ōwid [  BZ-Gossw  GH-Rh'zab  Jockgr  Scheibhdt], wəd [  GH-Neubg]. In Städten wird in gehobenen Kreisen, bes. von Frauen, zum Teil auch ā,  gesprochen, vgl. Otterstetter 45. In den Verbindungen gestern abend (geschdrowend usw., s. auch u. PfWB gestern) u. guten Abend (gunowend usw., s. auch u. PfWB gut) wird w, wenn es nicht gar zu m geworden ist, in schneller Rede

[Bd. 1, S. 21]


nur schwach gesprochen. — RhWB Rhein. I 17 ff.; LothWB Lothr. 16; ElsWB Els. I 5; Bad. I 4.