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ab-dolen bis abe-fallen (Bd. 1, Sp. 18 bis 19)
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Artikelverweis   ab-dolen schw.: 'mittels Dole (eines mit Steinen ausgebauten Abzugsgrabens) entwässern', abdole [  FR-Bockh  NW-Hardbg]; vgl. PfWB abteicheln. Bad. I 3 abdo(h)nen.
 
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Abdons-tag m.: 'Tag des heiligen Abdon' (30. Juli). Uf der Abdansdak reibt mer Warze, Greenage un so dergleiche [Fogel Beliefs Penns Nr. 1698]. RhWB Rhein. I 16; Schwäb. I 9.
 
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ab-drehen schw.:
I. trans.
1. 'durch Drehen abbrechen, abtrennen, abreißen'; de Droht 'Draht', de Knopp abdrehe [allg.]; vgl. PfWB abtrudeln 1. —
2. 'durch Drehen abnutzen'; 's Gewinn 'Gewinde' is schun ganz abgedreht [NPf, allg.]. —
3. 'auf der Drehbank rund drehen', z. B. einen Kegel [allg.]. Hiervon übertr. ene a. 'einen verhauen' [verbr.]. Syn. s. PfWB verhauen. —
4. de Schlissel a. 'durch Umdrehen des Schlüssels die Tür abschließen' [verbr., bes. VPf]. —
5. 'abschalten'; 's Gas, 's Wasser a. [allg.]; vgl. PfWB abstellen 2 b α. —
6. 'durch geschicktes Spiel abgewinnen', bes. vom Klickerspiel, scherzhaft; die Klicker a. [verbr.]; vgl. PfWB abtrudeln 3. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. —
II. intrans. 's Flugzeig dreht ab 'schlägt eine andere Richtung ein', nach dem Schd. [allg.]. —
III. refl. sich a. [verbr.]; vgl. PfWB abwenden. — RhWB Rhein. I 1456; Bad. I 3.
 
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ab-dreschen st.:
1. 'mit dem Dreschflegel obenhin dreschen'; die Garwe abdresche [allg.]. Das Wort wird gebraucht, wo abboße, -beßele (s. PfWB abboßen, PfWB -bößeln) nicht mehr sicherer Besitz der Mundart sind. —
2. 'gehörig durchprügeln' [verbr. VPf]. Gebräuchlicher ist das Simpl. Syn. s. PfWB verhauen. —
3. Part. Perf. s. PfWB abgedroschen. — RhWB Rhein. I 1486.
 
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ab-drücken schw.:
I. trans.
1. etwas a. 'durch Drücken entfernen'; de(e) Saft abdricke 'herauspressen' [  KU-Bedb  NW-Kallstdt]; mit Vertauschung des Objekts: die Kelter a. 'so lang pressen, bis kein Saft mehr läuft' [verbr.]; ene a. 'einen (Furz) mit Absicht fahren lassen' [verbr.]. Bildl.: De Kummer drickt 'm noch 's Herz ab [verbr.]. Un will d'r a 's Haamweh dei(n) Herzche abdricke [Christmann Grummet 39]. Die Beere 'Birnen' dricken eem 's Herz ab, von einer herb schmeckenden Birnensorte [verbr. (Wilde 22)]. —
2. einen a. 'umarmend immer

[Bd. 1, S. 19]


wieder an sich drücken'. 's Kind hot sei Mamme 'Mutter' abgedrickt.
II. intrans. 'sterben', derb. a. 1792: er ist abgedrückt [Klein Prov.]. Syn. s. PfWB sterben. — RhWB Rhein. I 1510 f.; LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. II 751 u. 752; Bad. I 3; Nass. 33.
 
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Abdrucks-bildchen n.: dass. wie PfWB Abziehbild, Abdrucksbildche [ Gal]. Roedder 322.
 
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ab-dudeln schw.:
1. Seil, Garn abduddele [  HB-Bexb]; dafür meist PfWB abrollen. —
2. einen a. 'durchprügeln', abdurle [  ZW-Knopp NW-A'leining]. Syn. s. PfWB verhauen. —
3. sich a. 'sich müde arbeiten', abdudele [  ZW-Bechhf]. Syn. s. PfWB abquälen. — Zu PfWB dudeln 'an einem Rad herumdrehen'; vgl. auch Kluge-Mitzka17 dudeln. — RhWB Rhein. I 1539.
 
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ab-dulfen schw.: 'verprügeln'. Ich hawwen geheerich abgedulft [verbr. südl. VPf Don-Kernei]. Syn. s. PfWB verhauen. — Zu PfWB dulfen 'Hanf oder Flachs brechen'; vgl. DWB DWb. I 22 abdülpen.
 
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abe Adv.: 'hinab'; s. auch die Zs. PfWB abefallen, PfWB abegehen. PfWB abeschlagen. a. 1564: ... von der Scheidelbach abben auff die schweinfurdt in die bach [PfWeist. I 219 (ZW-Contw)]; a. 1596: oben am Keßell abhien [WerschwSchR Bl. 419]; a. 1600: Fürter den Berg aben zu dem Dreimarker [MHVPf 1913, 106 (Kaislt)]; a. 1600 (Abschr. 1730): Die Landstraß abhin [Kurpf. A. 168, S. 286 (KU-Wolfst)]. — Aus mhd. abhin; in lebender Volkssprache wohl schon um 1500 zu abe, awe (s. Beleg von 1564) abgeschwächt. — RhWB Rhein. I 16; ElsWB Els. I 5; Bad. I 4.
 
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Abee s. PfWB Abort.
 
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abe-fallen st.: 'hinabfallen'. Do duhts e krach ... un der Kessel fallt werrer awwe [PfId. 187].