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Ab-brändler bis ab-brüllen (Bd. 1, Sp. 13 bis 15)
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Artikelverweis  Ab-brändler m.: 'ein Abgebrannter, der für den Wiederaufbau seines Anwesens Spenden sammelt', Abbrändler [ Don-Schowe Torscha, Gal-Dornf]. Bei Klein Prov. (1792): Abbrantler.
 
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ab-brasten schw.: 'sich abmühen' abbraschde (ˈa|bradə) [  GH-Hay]. Syn. s. PfWB abquälen. 1961 wurde das Wort von wenigen Alten, die es noch kennen, als ab-raschde ausgesprochen, ebenso das Part. Perf. ab-gerascht 'todmüde'. Die Form

[Bd. 1, S. 14]


abgebrascht von 1930 scheint aber den Zusammenhang mit Brast 'Last, Kummer' zu sichern. Schweiz. V 832 f.
 
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ab-brechen st.:
I. trans.
1. gegenst. 'durch Brechen einen Teil oder ein Stück vom Ganzen lösen', den Schlüsselbart, den Griffel, den Zahn u. a. a., abbreche (ˈa|breχə) [allg.]. RA.: Wann's des Unglick will, brecht mer sich de Finger in de Nas ab [verbr.]. Im bes. Gebäude a. 'abtragen'; vgl. PfWB abreißen la. — a. 1543: heuser, scheuren oder stell... abbrechen [Grimm Weist. V 645 (RO-H'stätt)]. —
2. übertr.
a. 'Abzüge machen, verkürzen'. RA.: Sich eppes am Maul a. 'am Mund absparen' [  KU-Obw/Tiefb]; vgl. PfWB Abbruch 4. Syn. s. bei PfWB absparen. Die Kuh brecht ab, brecht an de Millich ab 'gibt weniger Milch' [verbr.]. a. 1553: ist ihnen (wein nebent kost) nie abgebrochen [ABlieskst 48 (IB-Ormh)]. —
b. Sich ene (einen Arm) abbreche 'sich schwer tun bei der Arbeit' [  KL-Lind]. Brech der kääⁿ Verzierunge ab, scherzhafte Aufforderung, bei der Arbeit anzupacken [verbr.]. —
c. 'unterbrechen', die Arbeit, das Spiel, das Gespräch a. [allg.]. Ehr kinn eich gar nit abbreche, Grußformel an Arbeitende [  GH-Nd'lustdt]. Das loßt sich nit uf'm Knie (iwwers Knie) a. 'nicht kurzerhand erledigen' [allg.]. —
II. intrans. 'durch Brechen entzweigehen'.
1. gegenst. de Griffel, de Zahⁿ is abgebroch(e) [allg.]. Ich sein so mied, ich mään, die Bäiⁿ breche mer ab [KU-Schmittw/O, verbr.]. Das is e abgebrochener Ries, scherzhaft von einem kleinen schmächtigen Menschen [Land]. —
2. übertr. 'furzen'. 's is mer ener abgebroche [  LU-Friesh]. — Rhein. I 948; Bad. I 3.
 
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ab-brennen schw.:
1. intrans.
a. gegenst. wie schd., abbrenne (ˈa|bręnə), 's Haus is abgebrennt (-gebrannt) [allg.]. RA.: Hoscht recht ghat, Nochber, daß dein Haisl abgebrennt is [  LU-Friesh]. Spr W.: Dreimol gewannert is eemol abgebrennt [verbr.]. KR.: Maikäwer, flieg, dei Vatter es im Krieg, dei Mudder is im Pommerland, Pommerland es abgebrannt, Maikäwer, flieg! [KB-O'wies, verbr.]. Davon das Adj. PfWB abgebrannt. a. 1553: das pfarrhaus ... ist abgebrendt [ABlieskst 45 (IB-Ormh)]. —
b. übertr. Part. Perf. 'ohne Geld sein, mittellos'. Ich bin ganz abgebrennt [allg.]. RhWB Rhein. I 967. —
2. trans.
a. 's därr Gras (z. B. am Rech) abbrenne [allg.]. RA.: Der kann mer de Weiher abbrenne 'Der kann mir nichts anhaben' [NPf, verbr., Hebel 24]. —
b. e Feierwerk abbrenne, wie schd. [allg.]. — Die starke Form des intransitiven Verbs erscheint noch in einem Beleg aus dem Jahre 1596: Behausung, die in anno 89 abgebrunnen [WerschwSchR 7 r]; vgl. DWB DWb. I 365. — RhWB Rhein. I 966; Bad. I 3.
 
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ab-bringen st., VPf schw.:
1. 'abreißen, abbrechen, abtrennen u. ä.', Ich bring de(n) Nascht 'Ast' net (nit) ab [allg.]. —
2. etwas a. 'etwas fertigbringen', meist verneinend. Er bringt's net ab, auch in der RA. Er bringt nix ab. Dafür

[Bd. 1, S. 15]


häufiger: eppes anne-, hie(n)-, ferdichbringe (s. u. PfWB anebringen, PfWB hinbringen, PfWB fertigbringen). —
3. einen von etwas, von einem Vorsatz, einer Meinung a. Er loßt sich von dene dumme Bosse net (nit) abbringe [allg.]. — RhWB Rhein. I 983; ElsWB Els. II 193.
 
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ab-brockeln, -bröckelnschw.:
1. intrans. 'in kleinen Brocken abfallen'. De Kalk, Verbutz brockelt ab [  KU-Kaulb  LA-Diedf]; e abgebrokkelter Zahⁿ [  KU-Wolfst]; die Mauer breckelt so langsam ab [verbr.]; vgl. PfWB abgehen I 2 b. —
2. trans. 'kleine Brocken abbrechen'; er brekkelt Brot ab [verbr.]. — Umlautlose und umgelautete Formen lassen sich weder in der Bedeutung noch geographisch scheiden.
 
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Ab-bruch m.:
1. 'Das Abbrechen eines Gebäudes'; e(n) Haus uf Abbruch (ˈa|brux) verkaafe [allg.]; dafür auch PfWB Abriß. —
2. im Wingert
a. 'die durch eine Furche bezeichnete Grenze am Kopfende eines Wingerts gegen den dahinter beginnenden Wingert', Abbruch [  NW-Wachh], Abbroch [  LA-Rhodt]. —
b. 'quer zu den Rebzeilen verlaufender Gang' [  NW-Mußb]. —
3. 'die beim Getreidereinigen ausgesonderten schlechten Körner, Ährenteile und sonstigen Verunreinigungen' [verbr.]; vgl. PfWB Abredsel, PfWB Ähricht, Tennreiß. a. 1603: Item 12 Mltr. 2 simeri Abbruch ... [SpeyGgHospR]. Hiervon die Bed. 'minderwertiges Futter'; A. fiedere [NW-Kallstdt Geinsh Frankeck Elmst Land]. —
4. einem Abbruch tun 'einen schädigen'.
a. sich A. du im Esse 'weniger essen, als man sollte' [verbr.]; vgl. PfWB abbrechen I 2 a. a 1577: ein groszer miszbrauch und ein abbruch des walts [Grimm Weist VI 418 (LA-Maik u. a.)]. —
b. im Geschäft A. du 'durch Abwendigmachung der Kundschaft geschäftlich schädigen' [verbr.]. a. 1537: ... damit dem gemeinen nutz kein abbruch geschehe [  IB-Ensh]. a. 1609: auch dem viehe am wäidgang vnd eckerigt biß hero merckl(ich)er abbruch geschehen [PfWeist. I 101 (Bergz)]. — RhWB Rhein. I 1027; ElsWB Els. II 179; Bad. I 3.
 
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Abbruch-brett n.: 'Brett, das in der Windmühle den Abbruch nach unten leitet' [  BZ-Albw].
 
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Abbruch-spelz m.: 'Abfallspelz'. a. 1661: für 1 Malter A. 20 albus [KL-Ottb (Knapp 58)].
 
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ab-brühen schw.:
1. gegenst. 'durch siedendes Wasser weich machen', besonders Borsten und Federn geschlachteter Tiere, um sie leichter entfernen zu können; die Sau abbrihe (ˈa|brīə) [allg.]. — Kraut, Spinat, Bohnen u. dgl. vor weiterer Zubereitung a.; Sauerkraut abbrihe [allg.]. Fässer a. 'übelriechende Fässer mit heißer Sodalösung spülen' [  NW-Mußb]. —
2. übertr. im Part. Perf. s. u. PfWB abgebrüht. — RhWB Rhein. I 1038; ElsWB Els. II 185; Bad. I 3.
 
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ab-brüllen schw.: sich a. 'sich müde brüllen' (brüllen = laut weinen), abbrille (ˈa|brilə) [verbr.]; vgl. PfWB abkreischen. RhWB Rhein. I 1041.