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Ab-biß bis ab-bleuen (Bd. 1, Sp. 12 bis 13)
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Artikelverweis   Ab-biß m.: 'böser Mensch', bes. 'böses Frauenzimmer', Abbiß (ˈa|bis) [  HB-Medh  Kirrbg]; wohl in Anlehnung an den Pflanzennamen Teufelsabbiß (Scabiosa succisa); vgl. PfWB Beißzange. Saarbr. 22 (beiße); Bad. I 2.
 
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Ab-bitte f.: wie schd. Er hot Abbitt (ˈa|bid) geduuⁿ (gedaaⁿ) [verbr.]; die öffentliche Abbitte eines Vertreters der Konfirmanden in der Kirche vor der Konfirmation [ Don Gal]; vgl. PfWB abbitten 1. ElsWB Els. II 116.
 
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ab-bitten st.:
1. einem etwas a., wie schd., abbitte (ˈa|bidə) [allg.]. Der Konfirmand bittet vor der Konfirmation bei Eltern, Geschwistern, sonstigen Verwandten, bei Freunden und Bekannten ab, so Don Gal Buch. In Gal-Dornf wurden hierbei die Worte gesprochen: Verzeih(n) mer, was ich deer (was ich Eich) seleeds 'zu Leide' geduu hun! Schwäb. I 6. —
2. 'sein Amt niederlegen' [ZW-Walshs (1930)]. — Bad. I 2.
 
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ab-blasen st.:
1. gegenst. 'durch Blasen entfernen'; de Staab (Stääb) 'Staub' abblose (ˈa|blōsə) [allg.]. —
2. übertr. 'rückgängig machen'. Die Sach 'Anordnung' is abgeblos(e), umgspr. [allg.]. — Bed. 2 zu PfWB blasen 'trompeten' (militär.). — RhWB Rhein. I 749; ElsWB Els. II 166; Bad. I 2.
 
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ab-blatern schw.: 'in Blasen sich ablösen'; abblodere (ˈa|blōdərə) [HB-Lu'thal lothr. SWPf], -bladere [  RO-Gehrw]. — Zu PfWB Blater 'Blase'.
 
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ab-blatten schw.: 'die untern Blätter an Rüben und Kraut zur Futtergewinnung abbrechen', abblade (ˈa|blādə) [lothr. SWPf], -blare [NPf], -blaae [Wilde 217]; dafür häufiger das einfache PfWB blatten. RhWB Rhein. I 758; Bad. I 2.
 
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ab-blättern schw.: sich a. 'sich blattartig ablösen'. De Kalk 'Tünche' bläddert (blärrert) sich ab [allg.]; vgl. PfWB abgehen I 2 b. RhWB Rhein. I 758; ElsWB Els. II 169; Bad. I 2.
 
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ab-blauen s. PfWB abbleuen.
 
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ab-bleien schw.:
1. 'mit der Wasserwaage (ehedem: mit der Bleiwaage) nivellieren'; die Mauer abbleie (ˈa|blaiə) [allg.]; Fachspr. d. Maurer, vgl. Krebs 45. RhWB Rhein. I 771; Saarbr. 30; ElsWB Els. II 151. —
2. 'Richtung feststellen' (ohne techn. Hilfsmittel). Des (Das) musch(d)e do mol genaa a. [  HB-Bexb  KL-Samb  KB-Göllh]. —
3. 'ausfindig machen, erlauschen'. Der bleit alles ab [verbr. Kühn Hamet 93]. Saarbr. 30. —
4. 'mit der Wasserwaage prügeln', bes. bei Bauarbeitern

[Bd. 1, S. 13]


[KL-Lind (Höh)]. Er hot ne geheerich abgebleit [verbr., KL-Lind]; vgl. PfWB abbleuen. Syn. s. PfWB verhauen.
 
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ab-blenden schw.:
1. das Auto a., nach dem Schd., abblende (ˈa|blęndə) [allg.]. —
2. 'durch blinkende Blechstreifen, Blechschachteln u. dgl. verscheuchen'; die Vechel abblenne [  LU-Oggh].
 
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ab-bleuen schw.: einen a. 'durchprügeln', abbleie (ˈa|blaiə) [verbr.], -bleue, -blaue [  KL-Ottbg]. Häufiger ist das einfache PfWB bleuen. Syn. s. PfWB verhauen. — Zu mhd. bliuwen (bleuen), bluwen (blauen). Lautgeschichtlich lassen sich bleuen und bleien (in abbleien) nicht scheiden.