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ab-beten bis Ab-bitte (Bd. 1, Sp. 10 bis 12)
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Artikelverweis  ab-beten schw.: 'durch Beten entfernen', spöttisch vom Gebetseifer eines Scheinheiligen, in der RA.: Der bet't de Mudder Gottes die Zehe ab [Hebel 27]. RhWB Rhein. I 646; Bad. I 2.
 
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ab-betteln schw.:
1. etwas a., wie schd. Der dut mer alles abberr(e)le [vorn. WPf], -bell'le [vorn. NPf westl. SOPf], -bedd(e)le [vorn. VPf]. RA.: Dem kann mer de Arsch abberrele 'Von dem kann man alles haben' [  PS-Fehrb]. —
2. 's ganze Dorf a. 'Von Haus zu Haus gehend betteln' [allg.]; vgl. PfWB abfechten, PfWB -grasen 2, PfWB -kitschen 2, PfWB -klopfen 3. — RhWB Rhein. I 658; Bad. I 2.

[Bd. 1, S. 11]



 
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Ab-bettler m., -bettlerin f.: 'wer darauf aus ist, von anderen alles abzubetteln', Abbettler, -bettlern, bes. in der Kinderspr. [Kaislt].
 
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ab-bezahlen schw.: 'durch Bezahlen tilgen'; die Schuld abbezahle (ˈa|bədsālə, ˈa|bədslə) [verbr.]; häufiger dafür das Simplex PfWB bezahlen. Der Dokter däärf mer net ganz abbezahle, schunscht muß mern glei widder hole [Fogel Beliefs Penns Nr. 1490].
 
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ab-biegen st.:
1. 'verhauen', eigtl. 'über das Knie legen', abbiege (ˈa|bīgə) [  PS-H'weidth  NW-Hardbg  BZ-Albw], -bieje [  KB-Marnh  Boland]. Syn. s. PfWB verhauen. —
2. 'zum Schenken veranlassen', etwa einen reichen Onkel. Den hämmer mol abgeboche [  NW-Mußb Neustdt]. Bad I 2. —
3. eine Sache a. 'ein Vorhaben, die Ausführung eines Planes auf geschickte Weise verhindern', umgspr. [allg.].
 
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ab-bieten st.: 'bei einer Versteigerung den andern überbieten, so daß er den Zuschlag nicht mehr bekommen kann' abbiere (ˈa|bīrə) [WPf NPf], -biede [VPf Lambert Penns 1].
 
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ab-bilden schw.: wie schd. Mer ware in de Zaidung abgebild [verbr., jüng. Gener.]. Bad. I 2.
 
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ab-bimsen schw.: 'Holzwerk durch Abreiben mit Bimsstein glätten' abbimse (ˈa|bimsə) [  KU-Kaulb]. Bad. I 2 (abbimseln).
 
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ab-binden st.:
1. trans.
a. gegenst.
α. ein Kalb a. 'aufziehen', eig. 'von der Kuh entfernen, allein stellen' (und so von der Muttermilch entwöhnen) abbinne (ˈa|binə) [verbr., bes. Don Gal Buch]. Wieviel Kälbcher hänner desjohr abgebunn? [ Gal]. RhWB Rhein. I 699; Bad. I 2. Gebräuchlicher ist PfWB anbinden. Hierher gehört wohl auch die Verw. Ich han'n abgebunn 'beim Wettlauf weit zurückgelassen', Sprache der männl. Jugend [MPf]. —
β. ein Glied, eine Ader a. 'unterbinden' (um eine Blutung zu stillen). Er hot die Orer, de Aarm abgebunn(e) krie(ch)t [allg.]. —
γ. eine Warze a. 'durch Umwinden mit einem Bindfaden abschnüren und damit beseitigen' [allg.]. En Warz kammer mit re Hoor (mit me seidne Fadem) abbinne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1703, 1704]. —
δ. die Wurst a. 'den mit Wurstfülle gefüllten Darm an beiden Enden zubinden', oder 'durch Binden in Einzelwürste abteilen' [allg.]; vgl. PfWB abknüpfen. RA.: Du siehscht aus wie e abgebunneni Worscht, von einem dicken Menschen, der sich in enge Kleider gezwängt hat [Kaislt]. —
ε. ein Rad a. 'den lockeren Reifen des Rades enger machen und neu aufziehen' [allg.]. RhWB Rhein. I 699; Bad. I 2. Schun seit Woche hott de Dorfschmidd, Mei(n) Pluggskärchel absebinne [Kunnrädel 48]. —
ζ. den Dachstuhl a. '(auf dem Reißboden des Zimmermanns) einrichten' [allg.]; vgl. PfWB Abbund. ElsWB Els. II 59; Bad. I 2. —
b. übertr.
α. einen a. 'verprügeln', genommen vom Abbinden des Rades (s. o. 1 a ε) [verbr. bes. WPf NPf].

[Bd. 1, S. 12]


Syn. s. PfWB verhauen. RhWB Rhein. I 699. —
β. die Braut a. 'der Braut den Schleier abnehmen', ein Hochzeitsbrauch [ DonGal]. —
γ. 'im Handel (bes. Pferdehandel) betrügen' [  KU-Hundh], 'im Klickerspiel alle Klicker abgewinnen'. Er is abgebunn 'aller Klicker verlustig' [  KU-A'glan  HB-Nd'gailb]. —
δ. sich a. 'übermäßig essen', eig. 'den Magen so vollstopfen, daß er sich abschließt', vgl. Höh 122 [  KU-Diedk  RO-Dielkch  KL-Lind]. —
2. intrans. 'fest werden', vom Mörtel. De Speis hot (hat) abgebunn(e) [allg.].
 
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Ab-biß m.: 'böser Mensch', bes. 'böses Frauenzimmer', Abbiß (ˈa|bis) [  HB-Medh  Kirrbg]; wohl in Anlehnung an den Pflanzennamen Teufelsabbiß (Scabiosa succisa); vgl. PfWB Beißzange. Saarbr. 22 (beiße); Bad. I 2.
 
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Ab-bitte f.: wie schd. Er hot Abbitt (ˈa|bid) geduuⁿ (gedaaⁿ) [verbr.]; die öffentliche Abbitte eines Vertreters der Konfirmanden in der Kirche vor der Konfirmation [ Don Gal]; vgl. PfWB abbitten 1. ElsWB Els. II 116.