Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo dfg
 
ab-beichten bis ab-bilden (Bd. 1, Sp. 10 bis 11)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  ab-beichten schw.: 'durch schwere Arbeit sühnen' in der RA. Do kann mer sei Sinn 'Sünden' abbeichde (ˈa|baiχdə)! [verbr. bes. WPf]; dafür häufiger PfWB abbüßen.
 
Artikelverweis 
ab-beinen schw.: 'Fleisch vom Knochen freimachen'; de Knoche abbeene (ˈa|bēnə) [selten, vorn. WPf], -bääne (ˈa|bnə) [WPf VPf], -baane (ˈa|bānə, a|bnə) [NPf]; vgl. PfWB ausbeinen. — Zu PfWB Bein 'Knochen'.
 
Artikelverweis  
ab-beißen st.:
1. 'durch Beißen abtrennen'; e (a) Stickel(che) Brot abbeiße (ˈa|baisə) [allg.]. RA.: Die Fleh im Sack beißen deer die Nächel 'Fingernägel' ab, scherzhaft, wenn ein Junge die Hände in die Taschen steckt [  ZW-Bechhf]. Ich han gemäänt, er beißt mer de Kopp ab, von einem Zornigen [  KU-A'glan]. Drohung gegenüber Kindern: De Katzemardel (Schreckgestalt, vgl. Katzenmardel) beißt der de Kopp ab! [Heeger Kerwe 31]. Ääm de Kopp a. 'einen Schoppen trinken', scherzhaft [VPf]; vgl. PfWB abtrinken 3b. Syn. s. PfWB trinken. Do beißt kääⁿ Maus kääⁿ Fadem ab 'Das steht unabänderlich fest' [verbr.]. Der beißt sich liewer e(n) Finger ab, als daß er was hergebbt [verbr.]. Der beißt sich liewer die Zung ab, als daß er em e gut Wort gibbt [  GH-Zeisk]. SprW.: 's kann sich kenner selbscht die Noos abbeiße 'Keiner vermag Unmögliches' [  KU-Schmittw/O]. —
2. 'durch Beißen abnützen'; sich die Zähⁿ a., eⁿ abgebissener Zahⁿ [  LU-Alsh]. — RhWB Rhein. I 605; Saarbr. 22; ElsWB Els. II 100 (abbisseⁿ); Bad. I 2.
 
Artikelverweis 
ab-bestellen schw.: 'einen Lieferungsauftrag zurücknehmen', umgspr.; die War, die Zeidung abbestelle (ˈa|bədęlə, -delə) [allg.].
 
Artikelverweis 
ab-beten schw.: 'durch Beten entfernen', spöttisch vom Gebetseifer eines Scheinheiligen, in der RA.: Der bet't de Mudder Gottes die Zehe ab [Hebel 27]. RhWB Rhein. I 646; Bad. I 2.
 
Artikelverweis  
ab-betteln schw.:
1. etwas a., wie schd. Der dut mer alles abberr(e)le [vorn. WPf], -bell'le [vorn. NPf westl. SOPf], -bedd(e)le [vorn. VPf]. RA.: Dem kann mer de Arsch abberrele 'Von dem kann man alles haben' [  PS-Fehrb]. —
2. 's ganze Dorf a. 'Von Haus zu Haus gehend betteln' [allg.]; vgl. PfWB abfechten, PfWB -grasen 2, PfWB -kitschen 2, PfWB -klopfen 3. — RhWB Rhein. I 658; Bad. I 2.

[Bd. 1, S. 11]



 
Artikelverweis 
Ab-bettler m., -bettlerin f.: 'wer darauf aus ist, von anderen alles abzubetteln', Abbettler, -bettlern, bes. in der Kinderspr. [Kaislt].
 
Artikelverweis 
ab-bezahlen schw.: 'durch Bezahlen tilgen'; die Schuld abbezahle (ˈa|bədsālə, ˈa|bədslə) [verbr.]; häufiger dafür das Simplex PfWB bezahlen. Der Dokter däärf mer net ganz abbezahle, schunscht muß mern glei widder hole [Fogel Beliefs Penns Nr. 1490].
 
Artikelverweis  
ab-biegen st.:
1. 'verhauen', eigtl. 'über das Knie legen', abbiege (ˈa|bīgə) [  PS-H'weidth  NW-Hardbg  BZ-Albw], -bieje [  KB-Marnh  Boland]. Syn. s. PfWB verhauen. —
2. 'zum Schenken veranlassen', etwa einen reichen Onkel. Den hämmer mol abgeboche [  NW-Mußb Neustdt]. Bad I 2. —
3. eine Sache a. 'ein Vorhaben, die Ausführung eines Planes auf geschickte Weise verhindern', umgspr. [allg.].
 
Artikelverweis 
ab-bieten st.: 'bei einer Versteigerung den andern überbieten, so daß er den Zuschlag nicht mehr bekommen kann' abbiere (ˈa|bīrə) [WPf NPf], -biede [VPf Lambert Penns 1].
 
Artikelverweis 
ab-bilden schw.: wie schd. Mer ware in de Zaidung abgebild [verbr., jüng. Gener.]. Bad. I 2.