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Aas-weih bis Abba (Bd. 1, Sp. 8 bis 9)
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Artikelverweis  Aas-weih m.: dass. wie PfWB Aasvogel, s. d., ōswoi [Lambert Penns 116].
 
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ab:
I. Adv. präd. 'fort, weg', bes. ab sein
1. mit sachl. Subj.
a. in Verb. mit einem Subst. Die Henk 'der Griff', de Knopp, die Frucht 'das Getreide' usw. is (es, isch, esch) ab 'ist abgebrochen, abgerissen, abgemäht usw.' [allg.]. a. 1564: dieselbig wisse thutt man alle Jare vff Sanct Margarethentag zu, wan das hewe ab Ist [Wörsb Beschr.]. a. 1571: Item ... 1 bol der ist der stil ab [WerschwSchR]. RA.: Wann der's Maul ufreißt, is de halb Kopp ab, von einem Menschen mit ungewöhnlich großem Mund [  KB-Albish  LU-Altr]. Bildl.: Jetz is de Bart, de Zappe, de Zopp ab, wenn etwas mißlungen ist (genommen vom Abbrechen des Schlüsselbartes, des Zapfens usw.), auch im Sinne von 'Jetzt ist meine Geduld zu Ende' [verbr.]. Vgl. hierzu Otterstetter 265. SprW.: Wann de Kopp ab is, hot de Aarsch Feierowend [SPf], ... kann de A. danze [  KU-Kaulb]. —
b. meist in Verb. mit unpersönl. es, in älterer Zeit auch mit Demonstrativpronom.: 's is (isch usw.) ab 'es ist zu Ende' [verbr., bes. VPf, Keiler 150]. Un leischt e Eid druf korz un knapp, Es gebbt kee Hexe! Fertig - ab! [Münch Weltgesch. 103]. Dafür auch: ('s is) aus. a. 1485: ... solchs soll hinfür auch ab sein [DirmstA Weist.]. a. 1507: vnd soll die irrung ... ab und dot sein [PfWeist. I 24/25 (RO-Alsbr)]. —
2. mit persönl. Subj.
a. gegenst. Er is (isch usw.) ab, je nach Situation 'hat sich entfernt', 'hat sich aus dem Staub gemacht, ist entwischt' [verbr.]. Häufiger im Imper.: Ab!, Mach dich ab! [verbr.]. RA.: Ab mit Mussik! [verbr.]. Ab noh Kassel!, was sich urspr. wohl auf die Verbringung Napoleons III. nach Kassel-Wilhelmshöhe bezog. (Eine andere Erklärung bei Wolf [3502]). — Im Spiel, zumeist in dem der Kinder, ist ab und damit ausgeschieden, wer einen Fehler macht, z. B. beim Abcherns-, Hickelchens-Spiel, auf wen beim Abzählen das Wörtchen ab trifft, z. B. im Abzählreim Ippche, Dippche, Silwerknippche, Ippche, Dippche ab! [Kaislt]; vgl. auch PfWB Abmachen(s) 1. —
b. übertr. Ich bin ganz ab, ab wie e Rieb 'Rübe' 'Ich bin ganz erschöpft', eig. 'abgearbeitet, abgeschunden' [verbr.]; ab wie 's Bumbe

[Bd. 1, S. 9]


Hund dass. [Kaislt]; verstärkt in abche [Pirmas mittl. u. ält. Gen. der unteren Schichten, nach Otterstetter 245]. —
3. in Verb. mit anderen Adverbien.
a. auf und ab, wie schd. uf un ab gehe [allg.]. —
b. ab und zu 'dann und wann'. Er is ab un zu bei uns kumm 'hat uns dann und wann besucht' [allg.]. In der Zs. abunzugehe 'behilflich sein' [  ZW-Ernstw Kaislt]. —
II. Adj. attrib. aben. Die Bopp mit dene abbene Bääⁿ 'die Puppe mit den abgerissenen Beinen', 's Kummche mit däre abbene Henk 'die Tasse mit dem abgebrochenen Henkel', die Määdle (Määd) mit de abbene Hoor (Bubikopf der zwanziger Jahre) [verbr.]. Gebildet wie uffen 'aufen' (= 'offen'), zuen 'geschlossen' nach dem Muster von Adjektiven auf -en ('s trucken Haaj 'das trockene Heu'). Hess. 3. — F.: ab. RhWB Rhein. I 10; Saarbr. 2; LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. I 4; Bad. I 1.
 
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Äb n. s. PfWB Auge.
 
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AB1: eine noch um 1900 bekannte Tabaksorte der Firma A. Böninger mit dem Bild eines Reiters [allg.]. A B Reiter, drei Ziech 'Züge' — do leit 'liegt' er, Spottvers auf diesen Tabak [WPfNPf]. Der A B am Gewwel 'Tabak, am Giebel getrocknet' [Wilde 237]. — RhWB Rhein. I 9.
 
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AB2 s. PfWB Abort.
 
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aba
1. Interj. der Verneinung. A.: Henner schun eiere Winderbrand 'Brennstoff für den Winter'? B.: Awa 'nein' [verbr.]. Sehr beliebt in NW-Weidth u. LU-Opp, deren Bewohner als awa-Sager gehänselt werden. —
2. Interj. der Ablehnung = 'durchaus nicht', in wegwerfendem Ton wie Ach was! gesprochen [verbr.]; vgl. Keiper 49. Der Herr Professor sagt: »Abbah! Was mache sie for Sache!« [Woll 51]. »Abba«, sagt er, »deß wär mer schäi!« [Keiler 142]. — F.: aˈba, aˈwa, Äwa. Aus frz. ah bah. — RhWB Rhein. I 340; Saarbr. 2; ElsWB Els. II 1; Bad. I 2 u. 103; Mainz 11.
 
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Ä-Bäckel n.: 'Kuß von einem kleinen Kind', Ä-Bäckel [  PS-Hirschth  BZ-Dörrb  GH-Scheibhdt]; vgl. PfWB Aa1. Syn. s. PfWB Kuß. Bad. I 2.
 
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ab-ästen schw.: 'Äste abhauen', abnäschde [  GH-Schaidt]. — Zu mda. Nascht 'Ast'.
 
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ab-äugeln schw.: 'beim Rebschnitt die obersten Augen an stehenbleibenden Ruten entfernen', abäächele, -äägele [VPf]; vgl. PfWB abaugen. — Zu PfWB Auge 'Knospe'.
 
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ab-augen schw.: dass. wie PfWB abäugeln, abaache [  NW-Haardt].
 
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Abba: 'Vater' im Kindergebet Abba, liewer Vatter, Gottes Brinnlein hat Wasser die Fille 'Fülle', Amen [  KU-Kaulb  FR-Tiefth Gal-Dornf]. — F.: ˈaba.