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bis Aalen-haut (Bd. 1, Sp. 1 bis 2)
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Artikelverweis   A n.:
1. erster Buchstabe im Abc. Des Wort musche mime große A schreiwe [Kaislt, allg.]. AR.: A be bu, aus besch du [südl. VPf]. —
2. übertr., aus 1. folgend, 'Anfang'. RA.: Das es vun A bes Z geloo [  KU-Kaulb, allg.]. SprW.: Wer A saat, muß aach B saa [NPf, allg.]. Ich hann Eich drinn vun A bis Zett Meiⁿ Herz mol ausgegosse [Kühn Schnitze 24]. — F.: u. ā, ersteres vorn. NPf, NWPf u. mittl. u. südl. VPf, letzteres vorn. WPf. — RhWB Rhein. I 1; LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. I 1; Bad. I 1.
 
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a: Ausruf
1. der Überraschung. A do! A so was! A, do guck emol! A de Deiwel! [allg.]. —
2. des Ekels. A fui! A fui Deiwel! A so e Sauerei! [allg.]. —
3. des Behagens. A, wie gut! A, das schmackt! [allg.]. — Oft ist interjektionales a Abschwächung von ach. F.: a. RhWB Rhein. I 1; LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. I 1; Bad. I 1.
 
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ā: Ausruf
1. des Verstehens. Ah, so määnsch(d)e! 'meinst du'! Ah, jetzert fallt mer's eiⁿ! [allg.]. —
2. der Freude. Ah, wie schääⁿ 'schön'! [allg.]. —
3. des Schmerzes. Ah, das dut weh! [allg.]. — F.: bei 1. und 2. klingt der Laut wie bei A (Buchstabe); bei 3. wird ā mit stark genäherten Zähnen und nasaliert gesprochen. — RhWB Rhein. I 1; ElsWB Els. I 1; Bad. I 1.
 
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ä: Ausruf des Ekels und der Abscheu. Ä, du Drecksau! [allg.]. — F.: ę mit Knackgeräusch, stark hervorgestoßen. — RhWB Rhein. I 1; Saarbr. 1; Bad. I 1.
 
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ǟ: Ausruf des Hohnes und der Schadenfreude, bes. bei Kindern. Ää, du musch(t) sitze bleiwe! [allg.]. Vgl. PfWB ätsch. — F.: und ǟ (sehr offen bei den Pennsylvaniern). — RhWB Rhein. I 3.
 
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a-a, ä-ä: Interj. der Verneinung nach vorausgegangener Frage. Gehsch(d)e mit (met)? A a [NPf NWPf], ä ä (ę ę) [vorw. KU SPf VPf]; verstärkt in a bewahre! Er war kaaⁿ Breebler 'Nörgler', abewahre! [Kühn Schnitze II 14]. Bad. I 7. Beide Laute, (a a, ę ę) werden mit Knackgeräusch und absteigendem Ton gesprochen; Nasalierung (aⁿ, äⁿ, ęⁿ) ist nicht selten, vgl. Schandein Bav. IV, 2 S. 231. Vielerorts klingt der Laut sehr dumpf, beinahe wie ö. — RhWB Rhein. I 3; ElsWB Els. I 1; Bad. I 1.
 
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Aa1 n.: Liebkosung, Kinderspr. Aa mache 'liebkosend die Wange des andern streicheln' (u. etwa aa dazu sagen) [allg.]; auch: e (a) Aa gewwe; in der Verkl.: Aache, Aale [allg.]. Un freet sich, wann's e Ahle kriegt [Hartmann Kinnerspr. 21]. Aa, aa, luluche, ropp meim Kinnche Blummelcher, ropp'm 's ganze Kerbche voll, daß mei Kindche schlofe soll, Schlafliedchen [ Gal-Dornf]. Vgl. auch Ä-Bäckel, ai, aiaichen, Aide. Syn. s. PfWB Kuß. — F.: ā, āχə, ājāχə [WPf],  χə [verbr. NPf],  lə [verbr. VPf],

[Bd. 1, S. 2]


āⁿlə [  NW-Wachh]. — RhWB Rhein. I 85 (ai II); LothWB Lothr. 1; ElsWB Els. I 1 (ä); Bad. I 1/2 (A-Bäckele) u. 29 A-le.
 
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Aa2 n., a-ˈaa, ä-ˈää 'Kot von Menschen oder Tieren', Kinderspr. [allg.].; aa (a-ˈaa, ä-ˈää) mache 'cacare'; in Aa trete [allg.]. Die Kinder werden mit Musch(d)e aa (a-ˈaa) mache? gefragt, ob sie ein Bedürfnis zu verrichten haben, und sind gewöhnt, es damit anzudeuten. Auch wird ihnen mit Des is Aa (A-ˈaa) Abscheu vor Ungenießbarem, Schädlichem, Häßlichem eingeflößt [allg., Klein (1792)]. — F.: helleres und dunkleres a (ā, ) wie beim Buchstaben A; ä gleicht dem Ausruf des Ekels. — RhWB Rhein. I 2; LothWB Lothr. 1; Saarbr. 1; Bad. I 1; Kurhess. 33.
 
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Aal m., selten f.: 'der Fisch Anguilla vulgaris' [allg.]. Wegen seines Fettreichtums, seiner Glätte und Beweglichkeit ist das Tier sprichwörtlich. Von einem gutgefütterten Tier, einem wohlgenährten Menschen sagt man: Der is fett, glatt wie e(n) Ool [WPf, allg.]; letzteres auch von einem Menschen, der sich aus allen Verlegenheiten herauszuwinden weiß. Wer viel trinkt, säuft wie e Ool [KU-Diedk WD-Niedkch und Umgebung]; vgl. olen 'viel trinken' Saarbr. 1 und die RA. Der sauft wie e(n) Fisch (s. bei PfWB saufen). — F.: ol [allg.]; in Städten meist u. in Stadtnähe vereinzelt āl [vorn. WPf], l [vorn. NPf VPf]; ō:l [mancherorts VPf Penns]. Pl.: meist ēl; mit dem Umlaut auch die alten Formen: a. 1497 öl [Kurpf. A. 158], a. 1596 Öhll [WerschwSchR Bl. 17], a. 1600 ääl [Kurpf. A. 168], a. 1621 Öhl [WerschwSchR Bl. 32 r]; auch Pennsylv. hat eel [Lambert Penns 116]. Selten, so in KU-Kaulb WD-Niedkch, olə. RhWB Rhein. I 4; Saarbr. 1; LothWB Lothr. 5; ElsWB Els. I 28; Bad. I 1.
 
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Aal-angel f.: 'Angel zum Aalfang'; Oolangl [verbr.]. Bad. I 1.
 
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Aalen-haut f.: olehaut [Lambert Penns 116]. Volksgl.: Wammer sich verstreent 'verstaucht' hot, soll mern gidärrti Oolehaut drumbinne; en gidärrti Oolehaut um en Knichel 'Knöchel' gebunne, kjurt Rumedies 'kuriert Rheumatismus' un halt sie aa weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1398, 1748].