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Lancieri bis Landarbeiter (Bd. 6, Sp. 93 bis 94)
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Artikelverweis Lancieri (ital., spr. lantschëri), Lanzenreiter, s. Meyers Lanze.
 
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Lanciers (franz., spr. langßjë), Lanzenreiter, unsern Ulanen (s. d.) entsprechend. Obwohl die Lanze als Reiterwaffe sehr alt ist, kann man doch die modernen L. vom Ritterwesen ableiten: die Lanzenreiter der Deutschen, Franzosen, Spanier und Italiener gleichen in ihrer Ausrüstung zunächst den Rittern, später erfolgte die Trennung in Kürisser ohne Lanze (s. Meyers Kürassiere) und Lantzierer. Betreffs der Verwendung lanzenähnlicher Waffen zu Fuß s. Meyers Pikeniere. Vgl. M. Jähns, Handbuch einer Geschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance (Leipz. 1880). Mit L. wird auch eine dem Kontertanz nachgebildete Quadrille bezeichnet, die sogen. Quadrille à la cour, die, in ihren ersten vier Hauptfiguren französischen, in der fünften englischen Ursprungs, von dem Tanzlehrer Laborde in Paris in ihre jetzige Form gebracht worden ist und namentlich am Hofe Napoleons III. sehr beliebt war.
 
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Lancierte Stoffe, s. Meyers Gewebe, S. 778.
 
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Lancret (spr. langkrä), Nicolas, franz. Maler, geb. 22. Jan. 1690 in Paris, gest. daselbst 14. Sept. 1743, lernte zuerst bei Dulin, darauf bei Cl. Gillot und bildete sich dann nach Watteau. Er wurde 1719 Mitglied der Pariser Akademie und 1735 Rat. Er hat eine Menge Bilder gemalt: galante Festlichkeiten, Bälle, Jahrmärkte, Dorfhochzeiten, die sich eng an die Manier Watteaus anschließen und auch dieselben, meist dem Theater entlehnten, arkadischen Schäferfiguren vorführen. Sie sind wohl sorgfältiger, aber weniger geistreich und lebendig durchgeführt. Auch besaß L. kein so seines Naturgefühl. Seine Landschaften sind konventionell und von einer unwahren blaugrünen Stimmung. Sein Gesamtton ist kälter und kreidiger als der Watteaus. Das Louvre besitzt von ihm vier Gemälde, die Jahreszeiten darstellend, die Turteltauben und das Vogelnest. 26 seiner Gemälde befinden sich in den königlichen Schlössern zu Berlin und Potsdam. Nach seinen Werken ist viel gestochen worden. Vgl. Ballot de Sovot, Éloge de L. (1743; neue Ausg., Par. 1874).
 
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Lańcut (spr. lánzut), Stadt in Galizien, an der Staatsbahnlinie Krakau-Lemberg, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Schloß des Grafen Potocki mit Park, Lehrwerkstätte für Weberei, Bierbrauerei, Likörfabrik und (1900) 4850 poln. Einwohner.
 
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Land, derjenige Teil der Erdrinde, der sich über das Niveau des Meeres erhebt. Die größte Masse von L. ist auf dem nordöstlichen Teil der Erdoberfläche zusammengedrängt, und so spricht man von einer Landhalbkugel im Gegensatz zur Wasserhalbkugel. Ausgedehnte Landstrecken nennt man Festländer oder Kontinente und zerlegt sie in Erdteile. Innerhalb dieser unterscheidet man Küstenländer und Binnenländer, je nachdem sie vom Meer bespült werden oder nicht. Nach der vertikalen Gestaltung seiner Oberfläche bezeichnet man ein L. als Hochland oder Hochebene (Tafelland, Plateau) und Tiefland; den Übergang zwischen ihnen bilden vielfach die Stufenländer. Die Verbindung zwischen zwei Erdteilen oder Landesteilen stellt bisweilen eine Landenge her, die wiederum zwei Meere oder Meerbusen voneinander trennt. Schmale, langgestreckte Halbinseln nennt man Landzungen und vornehmlich flache Ausläufer des Festlandes ins Meer Landspitzen (Kap). Über das räumliche Verhältnis zwischen L. und Wasser s. Meyers Erde, S. 910.
 
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Land, 1) Jan Pieter Nicolaas, niederländ. Philosoph und Orientalist, geb. 23. April 1834 in Delft, erwarb 1857 den Doktorgrad und wurde 1864 Professor der orientalischen Sprachen und der Philosophie in Amsterdam, 1872 Professor der Philosophie an der Universität in Leiden. Er veröffentlichte unter anderm: »Joannes, Bischof von Ephesos, der erste syrische Kirchenhistoriker« (Leid. 1856); »Anecdota Syriaca« (das. 186275, 4 Bde.); »Hebreeuwsche Grammatica« (Amsterd. 1869, engl. Ausg. 1876); »Recherches sur l'histoire de la Gamme arabe« (Leid. 1884); »Joannis episcopi Ephesi Commentarii de beatis orientalibus« (a. d. Syrischen, Amsterd. 1889); »Het Luitboek van Thysius« (das. 1889); »Over onze kennis der javaansche muziek« (das. 1891); »Arnold Geulincx und seine Philosophie« (Haag 1895, deutsch). Auch gab er den Briefwechsel und musikalische Kompositionen von Const. Huygens (mit Jonckbloet, 1882) sowie die Werke von Spinoza (mit van Vloten, Haag 1882, 2 Bde.) und Arnold Geulincx (das. 1891, 3 Bde.) heraus.
   2) Hans, Schriftsteller, geb. 25. Aug. 1861 in Berlin, studierte in Leipzig, ging aber dann zum Bankfach über und trat gleichzeitig mit schriftstellerischen

[Bd. 6, Sp. 94]


Arbeiten hervor, um sich bald ausschließlich der literarischen Laufbahn zu widmen. Seinen Erstlingswerken: »Stiefkinder der Gesellschaft« (Berl. 1888, 2. Aufl. 1899) und »Die am Wege sterben« (das. 1889), ließ er zunächst mehrere Dramen folgen: »Amor Tyrann us« (das. 1889), »Der Skorpion« (Dresd. 1891) und »Die heilige Ehe« (mit F. Holländer, Berl. 1892). Festern Boden aber gewann er mit seinen Erzählungen. Wir nennen hier die Novellen: »Sünden« (Berl. 1892, neue Aufl. 1902), »Mutterrecht« (das. 1894), »Die Tugendhafte« (das. 1895), sowie die Romane: »Der neue Gott« (Dresd. 1891), »Die Richterin« (Berl. 1893, 4. Aufl. 1894), »um das Weib« (das. 1896), »Schlagende Wetter« (1897), »Von zwei Erlösern« (1897), »Liebesopfer« (1900), »Und wem sie just passieret« (1899), »Liebesopfer« (1900), »Bande!!« (1902), »Artur Imhoff« (1905).
 
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Landak, Fürstentum und Distrikt in der niederländ. Westabteilung von Borneo, 8920 qkm mit 22,000 Einw. und der gleichnamigen, durch ein Fort beherrschten Residenz des Fürsten am Fluß L., 70 km nordöstlich von Pontianak.
 
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Landammann, soviel wie Ammann.
 
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Landāna, Hafenplatz im portug. Angola, Hauptort im Distrikt Kakongo, nördlich der Kongomündung. nahe der Mündung des Tschiloango, mit französischer Mission und französischen, englischen und holländischen Faktoreien. Wegen heftiger Brandung (Calema) und einer beschwerlichen Barre müssen Schiffe draußen vor der Küste vor Anker gehen; ausgeführt werden Palmöl und Kautschuk.
 
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Landarbeiter (landwirtschaftliche Lohnarbeiter), s. Meyers Arbeiterfrage, S. 679.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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