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La Motte bis Lampe (Bd. 6, Sp. 82 bis 83)
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Artikelverweis La Motte, Antoine Houdar de, franz. Dichter, geb. 17. Jan. 1672 in Paris, gest. daselbst 26. Dez!731, studierte anfangs die Rechte, widmete sich sodann der schriftstellerischen Laufbahn und versuchte sich in fast allen Dichtungsarten, besonders auch in der Fabel. Sein erstes Theaterstück: »Originaux«, fiel durch; dagegen fanden einige seiner Opern, seine

[Bd. 6, Sp. 83]


Tragödie »Inès de Castro« (1723) und das Lustspiel »Le Maguifique« großen Beifall. In dem Streite der anciens und modernes steht er neben Fontenelle als Hauptkämpfer auf seiten der Modernen und tadelt die Unnatur der französischen dramatischen Kunst. Er wurde 1710 Mitglied der Akademie. Seine »Œuvres« erschienen Paris 1754, 10 Bde.; »Œuvres choisies« 1811, 2 Bde. Vgl. B. Jullien, Les paradoxes littéraires de L. (Par. 1859); P. Dupont, Un poète philosophe, Houdar de L. (das. 1898).
 
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Lamotte, Jeanne de Valois, Gräfin de, die Hauptperson in der berüchtigten Meyers Halsbandgeschichte (s. d.), geb. 22. Juli 1756 zu Fontète in der Champagne, gest. 23. Aug. 1791 in London, stammte durch Heinrich de Luz de Saint-Rémy, einen natürlichen Sohn König Heinrichs II., aus dem Geschlechte der Valois. Sie sah sich, da ihre Eltern ganz verkommen waren, von Jugend auf genötigt, teils von Almosen, teils von übeln Streichen zu leben. Dennoch erweckten sie und ihre Geschwister wegen ihres Stammbaums die Aufmerksamkeit des Hofes, und sie wie ihre Geschwister erhielten eine gute Erziehung. Jeanne vermählte sich mit dem ebenso mittellosen Herrn v. L., der sich fälschlich Graf nannte. Mit Lebendigkeit des Geistes und einem besondern Talent zu Ränken ausgerüstet, hatte sie bald einen Kreis von Abenteurern und Spielern, darunter auch Meyers Cagliostro (s. d.), an sich gezogen. Da sie das Gerücht verbreitet hatte, daß sie mit dem Hof in enger Verbindung stehe, gelang es der schlauen Intrigantin, den Kardinal Rohan mit der Halsbandgeschichte gröblich zu täuschen. Als der Betrug entdeckt wurde, nahm man 18. Aug. 1785 die Gräfin L. in Bar-sur-Aube in Hast, nachdem ihr Gemahl am Tag vorher nach England entflohen war, und sie wurde 31. Mai 1786 zum Staupbesen, zur Brandmarkung durch den Henker auf beiden Schultern und zu lebenslänglicher Hast verurteilt. Die Strafe wurde einige Tage darauf an der L. vollzogen und sie darauf in die Salpetrière gebracht. Am 5. Juni 1787 gelang es ihr, nach England zu entkommen. Dort fand sie den Tod, indem sie bei einer nächtlichen Orgie aus dem Fenster eines dritten Stockwerks herabstürzte. Vgl. »Vie de Jeanne de Saint-Rémy de Valois, comtesse de L., etc., écrite par elle-même« (Par. 1793, 2 Bde.).
 
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La Motte-Fouqué, s. Meyers Fouqué.
 
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Lamottes Goldtropfen, soviel wie Bestushewsche Nerventinktur.
 
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Lamoureux (spr. lămūrö), Charles, Violinist und Dirigent, geb. 28. Sept. 1834 in Bordeaux, gest. 21. Dez. 1899 in Paris, erhielt seine Ausbildung am Pariser Konservatorium, wurde Geiger im Orchester der Großen Oper und in einem Streichquartett (mit Colonne, Adam und Rignault). 187278 wirkte er als zweiter Dirigent der Konservatoriumskonzerte und rief 1873 einen Oratorienverein ins Leben, durch dessen Leistungen er schnell den Ruf eines hervorragenden Dirigenten erlangte, so daß ihm 1876 die zweite und 1878 die erste Kapellmeisterstelle der Großen Oper übertragen wurde. 1881 gab er diese Stellung auf und rief neue Konzerte (Concerts L.) mit einem eignen Orchester ins Leben, die zu großem Ansehen gelangten als Hauptpflegestätte der modernen Richtung. 1897 übertrug L. nach vorübergehender Auflösung des Orchesters die Leitung der Konzerte seinem Schwiegersohn Camille Chevillard.
 
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Lamouroux, Johann Viktor Felix, Zoolog, s. Lamx.
 
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Lampadarĭen (lat.), Lampenträger, bei den allen Römern Gestelle, ähnlich den Kandelabern (s. d.), von deren Säule am obern Ende mehrere Arme ausgingen, um Lampen daran zu hängen (s. Abbildung; vgl. auch Tafel Meyers »Bronzekunst I«, Fig. 10).
 
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Lampadephŏros (griech.), Fackelträger, besonders bei den Eleusinien; Lampadephorĭa oder Lampadodromĭa, Fackellauf, s. Meyers Fackel.
 
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Lampadĭus, Wilhelm August, Hüttenmann, geb. 8. Aug. 1772 zu Hehlen im Braunschweigischen, gest. 13. April 1842 in Freiberg, erlernte 1785 bis 1791 die Pharmazie in Göttingen, studierte dann daselbst Naturwissenschaften, bereiste 1793 Rußland und ward 1794 Professor an der Bergakademie zu Freiberg. Er erhob die Hüttenkunde zu einer eignen technischen Wissenschaft. 1796 entdeckte er den Schwefelkohlenstoff. Er schrieb: »Handbuch der Hüttenkunde« (2. Aufl., Götting. 181718, 4 Bde.; nebst Supplementen, 181826); »Grundriß einer allgemeinen Hüttenkunde« (das. 1827) und viele kleine Schriften über fast alle Teile der technischen Chemie. Als belletristischer Schriftsteller hat sich L. unter anderm in seiner »Reise zu den sieben Schwestern« (Freiberg 1811) versucht.
 
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Lampas, Gewebe, bei denen die Figureneffekte plastisch hervortreten, mit 100150 Fäden auf 1 cm. Kette Seide, Grundschuß 2fach Jute, Figurschuß 3fach Trame Seide.
 
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Lampe, in der Tierfabel Name des Hafen, wahrscheinlich Koseform (s. Meyers Kosenamen) des deutschen Namens Lamprecht.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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