Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Laminarĭa bis Lammer (Bd. 6, Sp. 79 bis 81)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Laminarĭa Lamour. (Riementang, Blatttang), Algengattung aus der Ordnung der Braunalgen (Phaeophyceae), Meergewächse mit wurzelartigem Haftorgan und gestieltem, lederartigem, blattähnlichem Thallus, auf welchem die einfächerigen Sporangten unregelmäßig verteilt sind. Die 30 Arten sind fast sämtlich in den Meeren der kältern Zone der nördlichen Halbkugel einheimisch und gehören zu den größern Algenformen. L. saccharina Lamaur. (Zuckertang, Zuckerriementang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 19), bis 2 m lang, 322 cm breit, linealisch oder länglich, ganz, mit rundem Stiel, grünlich

[Bd. 6, Sp. 80]


oder olivenbraun, in den nördlichen Meeren, besonders in der Nordsee und Ostsee, ist reich an Mannit, der beim Trocknen als ein weißliches, süß schmeckendes Pulver auswittert und in Norwegen zur Darstellung eines Sirups benutzt wird. In Island, Irland und Schottland wird die Pflanze jung als Salat und Gemüse gegessen. L. digitata Lamour. (handförmiger Riementang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 18), 1,2 bis 3,5 m lang, mit zylindrischem Stiel und handförmig gelapptem, flachem Blatt, das alljährlich durch einen Vegetationspunkt am obern Ende des Stiels erneuert wird, im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans, im Eismeer, in der Nordsee, ebenfalls reich an Mannit, dient in Schottland nebst andern Tangen zur Bereitung des Kelps. Die dicken, steifen Stiele, besonders der Varietät L. Cloustoni Edm. (s. Abbildung, S. 79), benutzt man als Sonden zu chirurgischen Zwecken, besonders zur Erweiterung von Öffnungen, weil die abgedrechselten hornartigen Stiele beim Feuchtwerden ihren Durchmesser durch Aufquellen fast um das Dreifache vergrößern (vgl. Dilatation). L. esculenta Lyngb. (Alaria esculenta Grev., eßbarer Flügeltang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 14), bis 6 m lang, 522 cm breit, mit 1122 cm langem Stiel, der sich als Mittelrippe in den lanzettförmigen, fiederförmig zerschlitzten Thallus fortsetzt, im Atlantischen und Stillen Ozean häufig, wird auf den Färöern als Gemüse gegessen. Die Abbildung von L. Bongardiana P. et R. ist auf Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 6, gegeben.
 
Artikelverweis 
Lamingsche Masse, Mischung aus Eisenvitriol, Kalkhydrat und Sägespänen, enthält infolge gegenseitiger Zersetzung der beiden ersten Bestandteile und der Einwirkung der Luft Eisenhydroxyd und Gips neben überschüssigem Kalkhydrat und dient zum Reinigen des Leuchtgases. Das Eisenhydroxyd hält Schwefelwasserstoff u. Schwefelammonium, der Gips kohlensaures Ammoniak, das Kalkhydrat Kohlensäure und Cyanverbindungen zurück. Nach der Sättigung der Masse mit den Verunreinigungen des rohen Leuchtgases regeneriert man sie durch Einwirkung der Luft; wenn dies aber wiederholt geschehen ist, so haben sich in der Mischung Eisencyan- und Schwefelcyanverbindungen, Ammoniaksalze, Teer und Schwefel in hohem Maß angehäuft, und man verarbeitet die Masse nun auf Ammoniaksalze, Schwefelcyanammonium, Blutlaugensalz, Berlinerblau, Schwefel oder Schweflige Säure und Eisenoxyd, das wieder zur Gasreinigung brauchbar ist; s. Meyers Leuchtgas.
 
Artikelverweis 
Lamington (spr. lämmingt'n), Lord, s. Meyers Cochrane 3).
 
Artikelverweis 
La minieren (franz.), plätten, walzen; strecken (s. Meyers Spinnen).
 
Artikelverweis 
Lamischer Krieg, der Krieg, den nach dem Tod Alexanders d. Gr. der größte Teil der Griechen gegen Mazedonien führte, der Lamische genannt, weil sein Schauplatz zum Teil in der Nähe der Stadt Lamia (s. d.) war. Sobald nämlich 323 v. Chr. Athen die Nachricht vom Tod Alexanders erhalten hatte, beschloß es, die übrigen Hellenen zur Befreiung des Landes von der mazedonischen Herrschaft auszurufen und sich an die Spitze der Bewegung zu stellen. Die Ätolier, Lokrer, Phoker schlossen sich ihnen sofort an, auch als der Anfang des Krieges einen günstigen Verlauf nahm, die Thessalier und andre Völkerschaften; den größern Teil des Peloponnes gewannen Demosthenes und Hyperides. Der mazedonische Reichsverweser Antipatros wurde bei Heraklea besiegt und in Lamia eingeschlossen. Die Belagerung zog sich indes infolge der festen Lage der Stadt und der Tapferkeit der Besatzung in die Länge; Leosthenes, der tüchtige Feldherr der Athener, fand bei einem Ausfall den Tod. Seinem Nachfolger Antiphilos gelang es zwar, den mit einem Heere zum Ersatz herbeiziehenden Satrapen von Kleinphrygien zu schlagen, gleichzeitig aber Antipatros, sich durch geschickte Märsche mit den Veteranen des Krateros zu vereinigen und sich so die Übermacht zu sichern. Bei Krannon, südlich vom Peneios, kam es 5. Aug. 322 zu einer großen Schlacht, die zwar unentschieden blieb, aber den Mut der Griechen brach. Infolge von Zwietracht und Mißtrauen löste sich das Bundesheer auf; die meisten Städte erklärten nach und nach ihre Unterwerfung, die Athener und Ätolier wurden durch den Zug des Antipatros und Krateros nach Mittelgriechenland zu derselben gezwungen.
 
Artikelverweis 
Lamĭum L. (Taubnessel), Gattung der Labiaten, ein- oder mehrjährige Kräuter mit oft herzförmigen, gekerbten, gezahnten oder mannigfaltig geschnittenen Blättern und vielblütigen, oberwärts oft gedrängten Scheinquirlen in den Blattachseln, mit roten oder gelben, selten weißen Blüten. Etwa 40 Arten in Europa, Nordafrika und dem gemäßigten Asien. Bei uns sind besonders häufig L. purpureum L. (rote Taubnessel) und das größere L. album L. (weiße Taubnessel). Von letzterm wurden die Blüten früher (als Hausmittel noch jetzt) arzneilich benutzt, die jungen Triebe ißt man als Gemüse. Als Unkraut sehr verbreitet ist auch das rotblütige L. amplexicaule L.
 
Artikelverweis 
Lamlash (spr. lémläsch), Hafenort, s. Meyers Arran.
 
Artikelverweis 
Lamm, Schaf oder Ziege, von der Geburt bis zum vollendeten ersten Lebensjahr. In der altchristlichen Kunst der Katakomben war das L. schon seit dem 3. Jahrh. ein anfangs selten, später häufig vorkommendes Symbol Christi (mit Rücksicht auf Ev. Joh. 1, 29 und das jüdische Passahlamm), zuerst mit einem Hirtenstab und einem die nach der Kommunion gereichte Milch enthaltenden Gefäß an Stelle des Guten Meyers Hirten (s. d.), seit dem Beginn des 4. Jahrh. mit Kreuz und Nimbus, später auch mit Kreuzesfahne, die dann das ständige Attribut geworden ist. Gewöhnlich steht das L. auf einem Berg, an dessen Fuß die vier Flüsse des Paradieses entspringen (auf Wandgemälden, Sarkophagen, Goldgläsern u. dgl.). In der weitern Entwickelung wurde das L. auch das Symbol der Gläubigen, zunächst in Verbindung mit dem guten Hirten, der das verirrte L. zum Schafstall, d. h. zu seiner Kirche, zurückbringt, später auch in Verbindung mit dem auf dem Berge stehenden göttlichen L., zu dem aus zwei Städten, Jerusalem und Bethlehem, d. h. aus dem Judentum und Heidentum, eine Reihe von Lämmern, gewöhnlich je sechs, hinzueilen. Diese zwölf Lämmer werden auch auf die zwölf Apostel gedeutet. Auf gewissen künstlerischen Darstellungen erscheint das L. als Sinnbild von Tugenden, die an einem Verstorbenen gerühmt werden (Unschuld, Sanftmut, Geduld, Reinheit etc.). In diesem Sinne ist das L. auch als Attribut der Charitas und der heil. Agnes und in sinnbildlichen Darstellungen allgemeiner Art aufzufassen. Bei den Darstellungen Johannes' des Täufers weist das L. auf sein Wort von dem L., das die Sünde der Welt trägt. Auf dem berühmten Altarbilde der Brüder van Eyck (Anbetung des Lammes) ist das apokalyptische L. (Offenb. Joh. 7, 9) dargestellt. S. auch Agnus Dei. Vgl. Martigny, Etude archéologique sur l'Agneau et le Bon pasteur (Mâcon 1860).
 
Artikelverweis 
Lamm, scythisches (Agnus scythicus), s. Meyers Baranetz.

[Bd. 6, Sp. 81]



 
Artikelverweis 
Lammasch, Heinrich, österreich. Jurist, geb. 21. Mai 1853 in Seitenstetten (Niederösterreich), studierte in Wien, wurde 1885 Professor an der Universität Innsbruck, 1889 in Wien und ist seit 1899) Mitglied des österreichischen Herrenhauses, seit 1900 auch Mitglied des internationalen Schiedsgerichts im Haag. Er war einer der Delegierten bei der Haager Friedenskonferenz 1899 und Mitglied des Schiedsgerichtshofes in der Venezuelafrage (190304) und 1905 Präsident des Schiedsgerichtshofes in der Maskatfrage. Er schrieb. »Das Moment objektiver Gefährlichkeit im Begriffe des Verbrechensversuches« (Wien 1879); »Das Recht der Auslieferung wegen politischer Verbrechen« (das. 1884); »Auslieferungspflicht und Asylrecht« (Leipz. 1887); »Grundriß des (österreichischen) Strafrechts« (2. Aufl., das. 1902).
 
Artikelverweis 
Lammer, Fluß in Salzburg, s. Meyers Abtenau.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer