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Lamey bis Lamingsche Masse (Bd. 6, Sp. 79 bis 80)
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Artikelverweis Lamey, August, bad. Staatsmann, geb. 27. Juli 1816 in Karlsruhe, gest. daselbst 14. Jan. 1896, Anwalt in Freiburg i. Br., war 184852 Mitglied der badischen Zweiten Kammer, ward 1856 Professor der Rechte in Freiburg, 1860 Präsident des Ministeriums des Innern und führte die kirchliche Gesetzgebung Badens durch. In der innern Politik liberal und konstitutionell gesinnt, aber durch die Haltung Preußens in der schleswig-holsteinischen Frage mehr und mehr zum großdeutschen Parteistandpunkt hinübergedrängt, blieb er 1865 auch unter Edelsheim im Amt und nahm 26. Juli 1866 nach dem Ende des Krieges mit diesem seine Entlassung. Seit 1860 Mitglied der badischen Kammer, gehörte L. 187173 und 1879 dem Reichstag als Nationalliberaler an. 187892 war er Präsident der badischen Zweiten Kammer. Darauf zog er sich vom politischen Leben zurück. 1904 wurde ihm in Mannheim ein Denkmal errichtet. Vgl. Lewald, August L. (Heidelb. 1904).
 
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Lami, Eugène Louis, franz. Maler, geb. 12. Jan. 1800 in Paris, gest. daselbst 19. Dez. 1890, bildete sich bei Gros, Horace Vernet und in der Ecole des beaux-arts, widmete sich anfangs der Lithographie, bereiste dann Rußland, England, Spanien, Italien und die Krim und malte vorzugsweise Aquarellbilder aus dem Leben der höhern Gesellschaft, aber auch geschichtliche Bilder von geschickter Auffassung und elegantem Kolorit. Zu jenen gehören mehrere Szenen nach Alfred de Musset, der verlorne Sohn und die beiden im Luxembourg befindlichen: ein Abendessen im Schauspielhaus zu Versailles und Inneres einer Kirche, sowie mehrere Szenen aus dem Volksleben der Russen. Die bedeutendsten seiner Historienbilder sind: Karl I. auf dem Weg zum Gefängnis (im Luxembourg), Maria Stuart bei der Leiche Darnleys, Abdankung der Maria Stuart (Aquarell), die Schlacht an der Alma (1855), das Attentat des Fieschi (historisches Museum in Versailles), die Schlacht bei Hondschoote 1793 (Museum in Lille), die Kapitulation von Antwerpen u. a. Er hat auch Illustrationen zu Mussets Werken, zu Lesages »Gil Blas« und Prevosts »Manon Lescaut« gezeichnet.
 
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Lamĭa, im griechischen Aberglauben ein weibliches kinderraubendes, schreckhaft häßliches Gespenst, ursprünglich Geliebte des Zeus, die, von Hera ihrer Kinder beraubt, in Wildheit verfiel. Später verstand man unter Lamien schöne, gespenstische Frauen, die Kinder und Jünglinge an sich lockten und ihnen das Blut aussaugten (vgl. Empusa).
 
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Lamĭa, im Altertum Stadt am Südfuß des Othrys in Phthiotis, berühmt durch den nach ihr benannten Krieg (s. Meyers Lamischer Krieg). Im Mittelalter Zituni genannt, führt sie jetzt wieder den Namen L. und ist Mittelpunkt eines im Bau begriffenen Eisenbahnnetzes, eines Gerichtshofes und Hauptort des Nomos Phthiotis sowie Sitz eines Erzbischofs, mit mittelalterlicher Zitadelle, Gymnasium, großer Messe und (1896) 7414, als Gemeinde 11,662 Einw. Hauptprodukt ist Tabak, daneben Reis und Öl. Merkwürdig die hier betriebene Kamelzucht und die ungeheure Menge der nistenden Dohlen und Störche. Mit seiner hochgelegenen Zitadelle beherrscht L. den Phurka-Paß und damit den Weg nach Thessalien. Hier erfochten 1824 die Griechen einen wichtigen Sieg über die Türken.
 
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Lamiarĭen, Gruppe der Meyers Bockkäfer (s. d.).
 
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Lamĭen, s. Lamia.
 
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Lâmi'i, Mahmud ben Osman, türk. Dichter, starb 1530 oder 1531 in seiner Geburtsstadt Brussa. Außer vielen prosaischen Werken, z. T. Übersetzungen der Werke Meyers Dschamis (s. d.), verfaßte er vier große epische Gedichte, deren Stoff er der persischen Sage entnahm: »Wamik und Afra« (bearbeitet von Hammer-Purgstall, Wien 1833), »Wîs und Ramîn«, »Abfâl und Selmân« und das »Ferhâdnaméh« (bearbeitet von Hammer-Purgstall, Stuttg. 1812, 2 Bde.). Kleinere Gedichte von L. hat Pfizmaier u. d. T.: »Verherrlichung der Stadt Bursa« (Wien 1839) in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Vgl. Pertsch, Türkische Handschriften, S. 386 ff. (Berl. 1889), und Gibb, History of Ottoman poetry, Bd. 3, S. 20 ff. und 354 ff. (Lond. 1904).
 
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Lamĭna (lat.), Platte, namentlich von Metall, besonders zum Eingraben von Inschriften.
 
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Lamina, die Blattspreite, s. Meyers Blatt, S. 26.
 
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Laminarĭa Lamour. (Riementang, Blatttang), Algengattung aus der Ordnung der Braunalgen (Phaeophyceae), Meergewächse mit wurzelartigem Haftorgan und gestieltem, lederartigem, blattähnlichem Thallus, auf welchem die einfächerigen Sporangten unregelmäßig verteilt sind. Die 30 Arten sind fast sämtlich in den Meeren der kältern Zone der nördlichen Halbkugel einheimisch und gehören zu den größern Algenformen. L. saccharina Lamaur. (Zuckertang, Zuckerriementang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 19), bis 2 m lang, 322 cm breit, linealisch oder länglich, ganz, mit rundem Stiel, grünlich

[Bd. 6, Sp. 80]


oder olivenbraun, in den nördlichen Meeren, besonders in der Nordsee und Ostsee, ist reich an Mannit, der beim Trocknen als ein weißliches, süß schmeckendes Pulver auswittert und in Norwegen zur Darstellung eines Sirups benutzt wird. In Island, Irland und Schottland wird die Pflanze jung als Salat und Gemüse gegessen. L. digitata Lamour. (handförmiger Riementang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 18), 1,2 bis 3,5 m lang, mit zylindrischem Stiel und handförmig gelapptem, flachem Blatt, das alljährlich durch einen Vegetationspunkt am obern Ende des Stiels erneuert wird, im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans, im Eismeer, in der Nordsee, ebenfalls reich an Mannit, dient in Schottland nebst andern Tangen zur Bereitung des Kelps. Die dicken, steifen Stiele, besonders der Varietät L. Cloustoni Edm. (s. Abbildung, S. 79), benutzt man als Sonden zu chirurgischen Zwecken, besonders zur Erweiterung von Öffnungen, weil die abgedrechselten hornartigen Stiele beim Feuchtwerden ihren Durchmesser durch Aufquellen fast um das Dreifache vergrößern (vgl. Dilatation). L. esculenta Lyngb. (Alaria esculenta Grev., eßbarer Flügeltang, s. Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 14), bis 6 m lang, 522 cm breit, mit 1122 cm langem Stiel, der sich als Mittelrippe in den lanzettförmigen, fiederförmig zerschlitzten Thallus fortsetzt, im Atlantischen und Stillen Ozean häufig, wird auf den Färöern als Gemüse gegessen. Die Abbildung von L. Bongardiana P. et R. ist auf Tafel Meyers »Algen I«, Fig. 6, gegeben.
 
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Lamingsche Masse, Mischung aus Eisenvitriol, Kalkhydrat und Sägespänen, enthält infolge gegenseitiger Zersetzung der beiden ersten Bestandteile und der Einwirkung der Luft Eisenhydroxyd und Gips neben überschüssigem Kalkhydrat und dient zum Reinigen des Leuchtgases. Das Eisenhydroxyd hält Schwefelwasserstoff u. Schwefelammonium, der Gips kohlensaures Ammoniak, das Kalkhydrat Kohlensäure und Cyanverbindungen zurück. Nach der Sättigung der Masse mit den Verunreinigungen des rohen Leuchtgases regeneriert man sie durch Einwirkung der Luft; wenn dies aber wiederholt geschehen ist, so haben sich in der Mischung Eisencyan- und Schwefelcyanverbindungen, Ammoniaksalze, Teer und Schwefel in hohem Maß angehäuft, und man verarbeitet die Masse nun auf Ammoniaksalze, Schwefelcyanammonium, Blutlaugensalz, Berlinerblau, Schwefel oder Schweflige Säure und Eisenoxyd, das wieder zur Gasreinigung brauchbar ist; s. Meyers Leuchtgas.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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