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Lambin bis Lambskin (Bd. 6, Sp. 76 bis 77)
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Artikelverweis Lambin (spr. langbäng), Denis, latinisiert Dionysius Lambinus, Philolog, geb. 1520 in Montreuil-sur-Mer in der Picardie, gest. Ende September 1572 in Paris, studierte in Amiens, begleitete den Kardinal von Tournon nach Italien, durchforschte hierbei dessen vorzüglichste Bibliotheken und wurde 1561 am Collège de France in Paris Professor der Beredsamkeit, bald auch der lateinischen und griechischen Literatur. Lambins trefflich kommentierte Ausgaben des Horaz (Leiden 1561, 2 Bde.; zuletzt Kobl. 182930), Lukrez (Par. 1563 u. ö.), Cicero (das. 1566, 4 Bde.; die Anmerkungen besonders herausgegeben von Klein, Kobl. 1829) und Plautus (Par. 1576 u. ö.) sind noch immer geschätzt. Vgl. »Petri Lazeri de Dionysio Lambino narratio«, abgedruckt in Orellis »Onomasticon Tullianum«, Bd. 1 (Zür. 1836).
 
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Lamboy (spr. langbŭá), Wilhelm, Graf, kaiserl. Feldmarschall, aus einem ritterlichen Geschlecht des Hochstifts Lüttich gebürtig, trat unter Buquoy in kaiserliche Dienste, ward 1621 Oberst und zeichnete sich bei Lützen (16. Nov. 1632) aus. Von Wallenstein reich belohnt und zum Generalwachtmeister befördert, gelobte er diesem 19. Febr. 1634 noch Treue, fiel aber vier Tage später von ihm ab und erhielt dessen Herrschaft Arnau nebst der Reichsfreiherrenwürde vom Kaiser zur Belohnung. Er kämpfte hierauf in Süddeutschland, belagerte 1636 sechs Monate lang vergeblich Hanau, dessen Bürgerschaft noch heute das Lamboyfest feiert, wandte sich dann nach den Niederlanden, erfocht 6. Juli 1641 den glänzenden Sieg von Marfée (bei Sedan) über die Franzosen, ward aber 17. Jan. 1642 von Guébriant bei Kempen geschlagen und geriet in französische Gefangenschaft, aus der er sich erst 1643 durch ein Lösegeld befreite. Seit 1647 Befehlshaber der kaiserlichen Truppen im westfälischen Kreis, kämpfte er mit wechselndem Glück, ward zum Feldmarschall befördert und 1649 in den Reichsgrafenstand erhoben. Den Rest seines Lebens verbrachte er auf seinen Gütern in Böhmen, zwang seine protestantischen Untertanen zum Katholizismus und starb 12. Dez. 1659 auf seinem Schloß Dimokur. Sein Geschlecht erlosch schon 1683.
 
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Lambrecht, Stadt im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Neustadt a. H., an der Linie Neunkirchen-Worms der Pfälzischen Eisenbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine höhere Webschule, Forstamt, bedeutende Tuch- und Buckskinfabrikation, Watte-, Papier-, Gries-, Teigwaren- und Farbapparatefabriken, Färberei, Karbonisieranstalten und (1900) 3629 meist evang. Einwohner. L. ist im Anschluß an ein 1553 aufgehobenes Benediktinerkloster entstanden und wurde 1888 zur Stadt erhoben.
 
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Lambrecht, Wilhelm, Mechaniker, geb. 25. Juli 1833 in Göttingen, gest. daselbst 17. Juni 1904, lernte in der mechanischen Werkstätte von Danert in Einbeck, arbeitete dann in Paris und Berlin (Siemens u. Halske) und errichtete 1859 in Einbeck eine mechanische Werkstätte, die er 1864 nach Göttingen verlegte, wohin er nach vorübergehendem Aufenthalt in Hannover und Wien zurückkehrte. Er lieferte eigenartige meteorologische Instrumente zur Voraussage des Wetters auf wissenschaftlicher, aber auch dem Nichtfachmann verständlicher Basis. Hierher gehören sein Wettertelegraph, das Thermohygroskop, Polymeter, das Patenthygrometer mit gleichteiliger Prozentsatzskala, der Taupunktspiegel und sein Aspirationspsychrometer. Zusammenstellungen dieser Instrumente gab er in den Wettersäulen. Er verbesserte namentlich die Hygrometer, die er auch zu handlichem Gebrauch im Zimmer für hygienische Zwecke gestaltete. Durch zahlreiche kleine Broschüren hat er zur Belehrung und Aufklärung des Volkes über meteorologische und hygienische Verhältnisse beigetragen.
 
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Lambrequin (franz., spr. langbr'käng), die Helmdecke (s. Tafel Meyers »Heraldik«, Fig. 611, mit Textblatt); im allgemeinen ein zackenförmiger oder in geschweifter Linie ausgeschnittener Behang aus Stoff oder Metall, wohl auch aus Holz, Steinpappe oder anderm Material. Als Kunstform ist der L. besonders dem Barockstil eigentümlich, wo er vielfach in der architektonischen und kunstgewerblichen Dekoration vorkommt. Aus jener Zeit wurde er besonders in die Kunst des Tapezierers und Dekorateurs übernommen und vornehmlich als Behang von Gardinenstangen verwendet; im 17. Jahrh. der unter dem Küraß herabhängende schurzartige Zeugstreifen.
 
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Lambris (franz., spr. langbrī), s. Meyers Paneel.
 
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Lambro, linker Nebenfluß des Po in der Lombardei, entspringt in den Bergen der Brianza südlich vom Comersee, durchfließt das Affinatal, nimmt die Abflüsse der kleinen Seen Alferio und Pusiano auf, berührt Monza und Melegnano und mündet nach einem Laufe von 120 km bei Corte Sant' Andrea.
 
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Lambros, Spyridon P., griech. Geschichtsforscher, geb. 21. April 1851 auf Korfu, machte 1867 bis 1871 die philosophische Schule der Athener Nationaluniversität durch und studierte 187275 in Berlin und Leipzig, unternahm dann (187577) eine ausgedehnte Bibliothek- und Archivreise, habilitierte sich 1878 für griechische Geschichte in Athen, wurde hier 1887 außerordentlicher, 1890 ordentlicher Professor für alte Geschichte und 188285 im Kultusministerium Generalinspektor des Volksschulwesens. Zweimal (1880 und 1895) wurde er beauftragt, Handschriften auf dem Athos zu verzeichnen (Kataloge erschienen 1888 ff.). Auch wirkt er tatkräftig für das Wiederaufleben altgriechischer Gymnastik (Olympische Spiele 1896 und 1901) und Schauspielkunst, fördert seit Jahren die Besichtigung der historisch oder archäologisch wichtigen Stätten und gehört zu den beliebtesten Fest- und Vortragsrednern seines Vaterlandes. Er veröffentlichte: »De conditorum coloniarum Graecarum indole praemiisque et honoribus« (Dissertation, Leipz. 1873); »Die Schriften des Michael Akominatos von Chonä« (Athen 187980, 2 Bde., griech.); »Collection de romans grecsen langue vulgaire eten vers« (Par. 1880);

[Bd. 6, Sp. 77]


»Rechenschaftsbericht an die griechische Kammer über seine Sendung nach dem Heiligen Berge [Athos]« (griech., Athen 1880; deutsch, Würzb. 1881 u. Bonn 1881; russ., St. Petersb. 1881); »Constantini de natura animalium libri duo« (»Supplementum Aristotelicum«, Berl. 1885); »Die Geschichte von Hellas in Bildern« (Athen 18861902, griech.; bisher 5 Bde.); »A collation of the Athos codex of the Shepherd of Hermas« (Cambridge 1888); »Ecthesis chronica and chronicon Athenarum« (Lond. 1902); »Reden und Artikel« (Athen 1902, griech.). Ferner übersetzte er ins Griechische: von Gregorovius die »Athenais« (Athen 1884) und »Die Geschichte Athens im Mittelalter« (1903), die »Römische Geschichte« von Bertolini (189394, 2 Bde.), die »Griechische Geschichte« von Curtius (18981900, 5 Bde.), die »Introduction historique« von Langlois und Seignobos (1902), die »Paläographie« von Thompson (1903) und ist ständiger Mitarbeiter der angesehensten historischen und literarischen Zeitschriften des In- und Auslandes; seit 1904 gibt er selbst die seine Inedita verwertende Vierteljahrsschrift »Νεὸς 'Ελληνομνμων« heraus.
 
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Lambruschīni (spr. -skīni), Luigi, Kardinal und Staatssekretär Papst Gregors XVI., geb. 16. Mai 1776 in Genua, gest. 12. Mai 1854, trat in den Barnabitenorden, wurde Sekretär des Kardinals Consalvi, der ihn zum Wiener Kongreß mitnahm und beim Abschluß mehrerer Konkordate verwendete, 1819 Erzbischof von Genua und 1827 Nunzius in Paris, wo er Karl X. zu einer reaktionären Politik, auch zum Erlaß der Juliordonnanzen riet. Gregor XVI. ernannte ihn 30. Sept. 1831 zum Kardinal, 1836 zum Staatssekretär des Auswärtigen und zum Minister des öffentlichen Unterrichts; später übernahm er das Sekretariat der päpstlichen Breven, ward Bibliothekar im Vatikan, Großprior des Ordens von St. Johann von Jerusalem und Großkanzler des St. Gregoriusordens. Er vertrat den starrsten Absolutismus und bekämpfte innerhalb der Kirche wie im Kirchenstaat auf das entschiedenste alle freiern Regungen; im kölnischen Bischofsstreit hat er die päpstlichen Staatsschriften gegen Preußen verfaßt. Nach dem Tode Gregors XVI. schlug seine Hoffnung, zum Papst gewählt zu werden, fehl, und unter Pius IX. hat er in der Politik keine bedeutende Rolle mehr gespielt. Seit 1842 war L. Bischof von Sabina, seit 1847 von Porto. Er schrieb unter anderm: »Opere spirituali« (Rom 1836, 3 Bde.; 2. Aufl., Vened. 1838) und »Sull' immacolato concepimento di Maria« (das. 1843).
 
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Lambsheim, Landgemeinde im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Frankenthal, an der Isenach und der Linie Freinsheim-Frankenthal der Pfälzischen Eisenbahn, hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, Wein- und Kirschenbau, Malzfabrikation, Kalk- und Ziegelbrennerei, Geflügelmästerei und (1900) 4095 Einw.
 
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Lambskin (engl. lamb-skin, spr. lämm-ßkĭn, »Lammfell«), lammsellartiges Gewebe, nach Art des Plüsches erzeugt, mit zwei Polbäumen und 8 mm hohen Ruten. Die Florbüschel werden gefilzt, indem man die Ware in einem starken heißen Seifenbad behandelt und dann im kalten Wasser spült.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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