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La Manche bis Lamarque (Bd. 6, Sp. 68 bis 70)
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Artikelverweis La Manche (spr. lămāngsch', »der Ärmel«), franz. Name des Meyers »Kanals« (s. d., S. 535) und danach eines franz. Departements (s. Meyers Manche).
 
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Lamánskij, Wladimir Iwanowitsch, russ. Slawist, geb. 1833 in Petersburg, seit 1865 Professor der slawischen Sprachen an der Universität daselbst, gehört zu den eifrigsten und zugleich unterrichtetsten Vertretern der sogen. slawophilen Bestrebungen in Rußland. Er schrieb: »Über die Slawen in Kleinasien, Afrika und Spanien« (1859); »Serbien und die südslawischen Provinzen Österreichs« (1864); »Historische Erforschung der griechisch-slawischen Welt« (Petersb. 1871), worin er seine Theorie vom Gegensatz der griechisch-slawischen zur romanisch-germanischen Welt darlegt; ferner über Sprache und Schrifttum der Bulgaren (1869), über die alttschechischen Literaturdenkmäler (1879) u. a. 1884 gab er u. d. T.: »Secrets d'Etat de Venise« verschiedene auf die Griechen etc. im 15. und 16. Jahrh. bezügliche Dokumente aus den Archiven Venedigs heraus und 1892 die Schrift: »Die drei Welten des asiatisch-europäischen Festlandes«. Seit 1890 redigiert er die ethnographische Zeitschrift: »ivaja Starina«.
 
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Lamantin (Manati, Manatus Cur.), Gattung aus der Ordnung der Wale und der Unterordnung der Sirenen, robbenartig gebaute Tiere mit etwas unförmlichem, fast nacktem Fischleib, abgerundeter Schwanzflosse, vier kleinen Plattnägeln an den Zehen der abgerundeten Brustflossen, früh ausfallenden Schneidezähnen und sich abnutzenden Backenzähnen, die allmählich von hinten her durch neuere ersetzt werden, und an der Schnauzenspitze stehenden Nasenlöchern. Von den drei Arten ist der schmalschnauzige L. (M. americanus Desm.) 3 m lang, 50 cm hoch, mit wenigen borstigen Haaren auf der bläulichgrauen Haut und abgestutzter, borstenreicherer Oberlippe; er lebt gesellig an den Küsten Mittel- und Südamerikas, steigt weit in den Flüssen, besonders in dem Amazonas und Orinoko und deren Nebenströmen, empor und nährt sich von Wasserpflanzen. Das Weibchen soll ein oder zwei Junge werfen und große Anhänglichkeit an sie zeigen. In der Gefangenschaft wird der L. sehr zahm. Wegen des sehr schmackhaften Fleisches, das auch gesalzen und gedörrt wird, des genießbaren und als Leuchtmaterial verwendbaren Fettes und der starken Haut, die man zu Riemen zerschneidet, wird das Tier eifrig verfolgt und ist daher jetzt viel seltener als früher. Die zweite Art, M. latirostris Harlan, lebt ebenfalls an den Küsten Südamerikas, die dritte Art an der Westküste des tropischen Afrika und in den dort mündenden Strömen bis in die großen Seen.
 
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Lamar, Lucius Quintus Cincinnatus, amerikanischer Staatsmann, geb. 1. Sept. 1825 in Putnam County (Georgia), von hugenottischer Abkunft, studierte die Rechte, ward Advokat in Mason und 1849 Professor an der Mississippi-Universität in Oxford (Mississippi), bis er sich 1854 auf seiner Pflanzung im Staat Mississippi niederließ. Seit 1857 Mitglied des Kongresses, schloß er sich 1861 der Sezession an, diente als Oberstleutnant in der konföderierten Armee und erhielt 1863 eine diplomatische Mission nach Rußland. 1866 ward er wieder Professor in Oxford, 1872 Mitglied des Repräsentantenhauses und 1877 des Bundessenats, wo er für die Interessen der Südstaaten und für Steuerreform eifrig eintrat. Vom 4. März 1885 bis Januar 1888 war er Minister des Innern.

[Bd. 6, Sp. 69]



 
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La Mara, Pseudonym, s. Lipsius (Marie).
 
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La Marche (spr. lămársch'), Olivier de, franz. Schriftsteller der sogen. burgundischen oder pedantischen Schule, s. Meyers Französische Literatur, S. 7, zweite Spalte.
 
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La Marck, August Maria Raimund, Graf von L. (von der Marck), Prinz von Arenberg, geb. 23. Aug. 1753 in Brüssel, gest. daselbst 26. Sept. 1833, erhielt von seinem Großvater mütterlicherseits, dem Grafen Ludwig von der Marck, das nach diesem benannte deutsche Infanterieregiment in französischen Diensten. 1771 und 1772 diente er mit Auszeichnung in Indien und 178082 in Nordamerika gegen die Engländer. In der konstituierenden Nationalversammlung 1789 gehörte er zu den gemäßigten Mitgliedern der Hofpartei und suchte im Interesse der Erhaltung der Monarchie sich mit Mirabeau zu befreunden. Er gewann dessen Vertrauen, unterstützte ihn mit nicht unbedeutenden Summen, und nach wiederholten vergeblichen Versuchen gelang es ihm (freilich erst kurz vor Mirabeaus Tode), den berühmten Mann mit dem Hof in Verkehr zu bringen. Nach dem Sturz des Königtums verließ L. Frankreich und ging nach den Niederlanden, dann nach Wien. Nach dem Sturze Napoleons kehrte er in sein eigentliches Vaterland zurück, indem er als General in die niederländische Armee eintrat. Seit 1830 lebte er als Privatmann in Brüssel. Er hat eine wertvolle Gemäldesammlung hinterlassen. Sein interessanter Briefwechsel mit Mirabeau und seine geistvollen Memoiren wurden von Bacourt herausgegeben (Par. 1851, 3 Bde.).
 
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Lamarck, Jean Baptiste Antoine Pierre Monet de, Naturforscher, geb. 1. Aug. 1744 zu Barentin in der Picardie, gest. 18. Dez. 1829 in Paris, trat 1760 in Kriegsdienste, widmete sich aber bald dem Studium der Medizin und der Naturwissenschaften, zunächst der Meteorologie (»Annuaire météorologique«, 17991810), später der Botanik; doch fand die von ihm in der »Flore française« (1778, 3 Bde.; 3. Aufl. 180515, 6 Bde., und 182630, 2 Bde., von Decandolle gänzlich umgearbeitet) aufgestellte analytische Methode der Pflanzenklassifikation wenig Beifall. Für Pancouckes »Encyclopédie methodique« schrieb er die beiden ersten Bände; den 3. und 4. Band ließ er meist von jüngern Freunden ausarbeiten und überließ hierauf die Fortsetzung des Werkes Poiret, der auch zu Lamarcks »Tableau encyclopédique et méthodique de la botanique« (17911823) den 3. Band hinzufügte. Brisson-Mirbel setzte die »Histoire naturelle des végétaux« (1802, 15 Bde., und 1830) fort, von der L. nur 2 Bände geliefert hatte. 1792 ward L. Professor der Naturgeschichte der niedern Tiere am Jardin des plantes und wandte sich nun der Zoologie zu, in der er sich durch sein »Système des animaux sans vertèbres« (1809) und sein Hauptwerk, die »Histoire des animaux sans vertèbres« (181522, 7 Bde.; 2. Aufl. von Deshayes und Milne Edwards, 183545, 11 Bde.), als bedeutender Formenkenner eine rühmliche Stellung erarbeitet hat. Indem er zuerst die Wirbellosen den Wirbeltieren gegenüberstellte und die Strahltiere von den Polypen schied, gab er Veranlassung zu schärferer Hervorhebung des Typischen der Tierklassen. Von seinen theoretischen Schriften sind hervorzuheben: »Philosophie zoologique« (1809, 2 Bde.; neue Ausg. 1873; deutsch von A. Lang, mit biographischer Einleitung von Charles Martins, Jena 1876; neuer Abdruck, Leipz. 1903); »Recherches sur les causes des principaux faits physiques« (1794, 2 Bde.) und »Réfutations de la théorie pneumatique« (1796). L. brach zuerst mit dem alten Artbegriff und verneinte die Unveränderlichkeit der Arten, indem er die Umwandlung der Formen und die allmähliche Entwickelung des Tierreichs mit Hilfe wenn nicht bekannter, doch zugänglicher Erscheinungen zu erklären suchte. Er wird gewöhnlich als Begründer der Meyers Deszendenztheorie (s. d.) betrachtet und hat jedenfalls das Verdienst, ihr zuerst einen wissenschaftlichen Boden bereitet zu haben. Vgl. Claus, L. als Begründer der Deszendenzlehre (Wien 1888); Lang, Zur Charakteristik der Forschungswege von L. und Darwin (Jena 1889); Perrier, L. et le transformisme actuel (Par. 1893); Packard, L., the founder of evolution (Lond. 1902).
 
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Lamarckismus, die Abstammungslehre Lamarcks, s. Meyers Deszendenztheorie. Vgl. Neolamarckismus.
 
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Lamarmŏra, Alfonso Ferrero, Cavaliere del, ital. General und Staatsmann, geb. 18. Nov. 1804 in Turin, gest. 5. Jan. 1878 in Florenz, erhielt seine Bildung auf der sardinischen Militärakademie, trat 1823 als Leutnant in die Artillerie, wurde 1831 Kapitän, bereiste Europa und den Orient und zeichnete sich 1848 im Kriege gegen Österreich bei der Belagerung von Peschiera aus. Am 27. Okt. 1848 zum Brigadegeneral befördert, übernahm er in den Ministerien Perrone (November 1848) und Gioberti (Februar 1849) auf kurze Zeiten das Portefeuille des Krieges. Im März 1849 befehligte er die an den Grenzen von Parma und Toskana aufgestellte Division, und nach dem Frieden warf er den Aufstand in Genua nieder. Am 3. Nov. 1849 übernahm er abermals das Kriegsministerium und reorganisierte die zerrüttete Armee, vor allem den Generalstab, nach dem Muster des französischen und preußischen Heeres, bis er im April 1855 die sardinischen Hilfstruppen nach der Krim führte. Nach dem Frieden zum General der Armee ernannt, war er vom Juli 1856 bis April 1859 abermals Kriegs- und Marineminister. Beim Ausbruch des Krieges gegen Österreich übergab er sein Portefeuille an Cavour und ward Chef des Generalstabs, trat jedoch nach dem Frieden von Villafranca unter Übernahme des Ministeriums des Krieges und der Marine bis Januar 1860 an die Spitze des Kabinetts. Im November 1861 ward er erster Präfekt von Neapel und bewährte seine Energie gegenüber dem von Garibaldi versuchten Freischareneinfall ins römische Gebiet sowie gegen das Brigantenunwesen und die Umtriebe der Camorra. Nach den Turiner Unruhen im September 1864 trat er als Minister der auswärtigen Angelegenheiten wieder an die Spitze des Kabinetts und führte die Septemberkonvention mit Frankreich durch. Sein Werk war ferner der Abschluß des Handelsvertrags mit Deutschland und die Allianz mit Preußen vom April 1866. Das durch die schwierige Lage Preußens bedingte Zaudern Bismarcks bei diesen Verhandlungen und der Versuch der preußischen Regierung, auf den italienischen Kriegsplan einzuwirken, verletzten Lamarmoras Eitelkeit, machten ihn mißtrauisch gegen Preußen und bewogen ihn zu einer zurückhaltenden Politik. Als im Juni 1866 der Krieg ausbrach, wurde L. Minister ohne Portefeuille und ging als Generalstabschef mit dem König zum Heer ab. Von ihm rührte der verfehlte Feldzugsplan her, und da er nach der unglücklichen Schlacht bei Custoza (24. Juni) in unbegreiflicher Untätigkeit verharrte, so erhob sich die öffentliche Meinung in heftigem Unwillen wider ihn. Daher legte er im August 1866 seine Ämter nieder. Als Deputierter

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von Biella suchte er wiederholt sein allgemein getadeltes Verhalten im Kriege von 1866 zu verteidigen, so 1868 in dem Sendschreiben »An die Wähler von Biella« (deutsch von Poppe, Berl. 1868). Empfindlich beleidigt wurde er durch eine mißverstandene Äußerung über die italienische Kriegführung im preußischen Generalstabswerk über den Krieg von 1866. Er interpellierte deswegen im Juli 1868 in der Kammer den Ministerpräsidenten Menabrea und veröffentlichte die berühmte »Stoß-ins-Herz-Depesche« des Grafen Usedom vom 17. Juni 1866, die nach seiner Meinung die preußische Kriegführung als völkerrechtswidrig brandmarken sollte; aber es gelang ihm nicht, die öffentliche Meinung für sich günstig zu stimmen. L. neigte sich nun immer mehr Frankreich zu und stellte sich im Parlament an die Spitze einer Gruppe, die durch definitive Anerkennung des Restes des Kirchenstaats den Bund mit Frankreich befestigen wollte. Nach dem Tode seines frühern Adjutanten und Freundes Meyers Govone (s. d.) veröffentlichte er dessen Depeschen über seine Mission nach Berlin 1866 (»Un po' piu di luce«, 1873, 1. Bd.; deutsch, Mainz 1873), um Bismarcks Politik als treulos und verräterisch an Italien und Deutschland zu kennzeichnen. Das Buch wurde von den Feinden Preußens mehrfach ausgebeutet, auch von den preußischen Ultramontanen im Abgeordnetenhaus 16. Jan. 1874 zur Sprache gebracht, was Bismarck zu einer schroffen Verurteilung Lamarmoras veranlaßte. Auch die italienische Regierung tadelte sein Vorgehen und machte durch eine Änderung des Strafgesetzbuches eine ähnliche Verletzung von Staatsgeheimnissen für die Zukunft unmöglich. Der 2. Band von Lamarmoras Buch erschien daher nicht, doch suchte L. sein Verfahren durch eine neue Schrift: »I segreti di stato nel governo costituzionale« (Flor. 1877), zu verteidigen. 1891 wurde ihm in Turin ein Reiterstandbild errichtet. Vgl. Massari, Il generale Alfonso di L. (Mail. 1880) und die entsprechenden Schriften von Luigi Meyers Chiala (s. d.).
 
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Lamarque (spr. -márk'), Dorf im franz. Depart. Gironde, Arrond. Bordeaux, in der Landschaft Médoc, 1,5 km von der Gironde entfernt, mit einem Schloß (teilweise aus dem 14. Jahrh.), berühmtem Weinbau und (1901) 1020 Einw.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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