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Lamalou-les-Bains bis Lamarckismus (Bd. 6, Sp. 68 bis 69)
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Artikelverweis Lamalou-les-Bains (spr. lămălŭ-lä-bäng), Badeort im franz. Depart. Hérault, Arrond. Béziers, am reißenden Lamalou (linker Zufluß des Hérault) und an der Südbahn, aus drei Häusergruppen bestehend, mit zwölf kohlensäurehaltigen Eisenquellen (1648°), drei Badeanstalten und (1901) 697 Einw. Vgl. Privat, Étude sur L. (Montpellier 1903).
 
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Lama-miau, Stadt in Nordchina, s. Meyers Dolonnor.
 
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La Manche (spr. lămāngsch', »der Ärmel«), franz. Name des Meyers »Kanals« (s. d., S. 535) und danach eines franz. Departements (s. Meyers Manche).
 
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Lamánskij, Wladimir Iwanowitsch, russ. Slawist, geb. 1833 in Petersburg, seit 1865 Professor der slawischen Sprachen an der Universität daselbst, gehört zu den eifrigsten und zugleich unterrichtetsten Vertretern der sogen. slawophilen Bestrebungen in Rußland. Er schrieb: »Über die Slawen in Kleinasien, Afrika und Spanien« (1859); »Serbien und die südslawischen Provinzen Österreichs« (1864); »Historische Erforschung der griechisch-slawischen Welt« (Petersb. 1871), worin er seine Theorie vom Gegensatz der griechisch-slawischen zur romanisch-germanischen Welt darlegt; ferner über Sprache und Schrifttum der Bulgaren (1869), über die alttschechischen Literaturdenkmäler (1879) u. a. 1884 gab er u. d. T.: »Secrets d'Etat de Venise« verschiedene auf die Griechen etc. im 15. und 16. Jahrh. bezügliche Dokumente aus den Archiven Venedigs heraus und 1892 die Schrift: »Die drei Welten des asiatisch-europäischen Festlandes«. Seit 1890 redigiert er die ethnographische Zeitschrift: »ivaja Starina«.
 
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Lamantin (Manati, Manatus Cur.), Gattung aus der Ordnung der Wale und der Unterordnung der Sirenen, robbenartig gebaute Tiere mit etwas unförmlichem, fast nacktem Fischleib, abgerundeter Schwanzflosse, vier kleinen Plattnägeln an den Zehen der abgerundeten Brustflossen, früh ausfallenden Schneidezähnen und sich abnutzenden Backenzähnen, die allmählich von hinten her durch neuere ersetzt werden, und an der Schnauzenspitze stehenden Nasenlöchern. Von den drei Arten ist der schmalschnauzige L. (M. americanus Desm.) 3 m lang, 50 cm hoch, mit wenigen borstigen Haaren auf der bläulichgrauen Haut und abgestutzter, borstenreicherer Oberlippe; er lebt gesellig an den Küsten Mittel- und Südamerikas, steigt weit in den Flüssen, besonders in dem Amazonas und Orinoko und deren Nebenströmen, empor und nährt sich von Wasserpflanzen. Das Weibchen soll ein oder zwei Junge werfen und große Anhänglichkeit an sie zeigen. In der Gefangenschaft wird der L. sehr zahm. Wegen des sehr schmackhaften Fleisches, das auch gesalzen und gedörrt wird, des genießbaren und als Leuchtmaterial verwendbaren Fettes und der starken Haut, die man zu Riemen zerschneidet, wird das Tier eifrig verfolgt und ist daher jetzt viel seltener als früher. Die zweite Art, M. latirostris Harlan, lebt ebenfalls an den Küsten Südamerikas, die dritte Art an der Westküste des tropischen Afrika und in den dort mündenden Strömen bis in die großen Seen.
 
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Lamar, Lucius Quintus Cincinnatus, amerikanischer Staatsmann, geb. 1. Sept. 1825 in Putnam County (Georgia), von hugenottischer Abkunft, studierte die Rechte, ward Advokat in Mason und 1849 Professor an der Mississippi-Universität in Oxford (Mississippi), bis er sich 1854 auf seiner Pflanzung im Staat Mississippi niederließ. Seit 1857 Mitglied des Kongresses, schloß er sich 1861 der Sezession an, diente als Oberstleutnant in der konföderierten Armee und erhielt 1863 eine diplomatische Mission nach Rußland. 1866 ward er wieder Professor in Oxford, 1872 Mitglied des Repräsentantenhauses und 1877 des Bundessenats, wo er für die Interessen der Südstaaten und für Steuerreform eifrig eintrat. Vom 4. März 1885 bis Januar 1888 war er Minister des Innern.

[Bd. 6, Sp. 69]



 
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La Mara, Pseudonym, s. Lipsius (Marie).
 
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La Marche (spr. lămársch'), Olivier de, franz. Schriftsteller der sogen. burgundischen oder pedantischen Schule, s. Meyers Französische Literatur, S. 7, zweite Spalte.
 
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La Marck, August Maria Raimund, Graf von L. (von der Marck), Prinz von Arenberg, geb. 23. Aug. 1753 in Brüssel, gest. daselbst 26. Sept. 1833, erhielt von seinem Großvater mütterlicherseits, dem Grafen Ludwig von der Marck, das nach diesem benannte deutsche Infanterieregiment in französischen Diensten. 1771 und 1772 diente er mit Auszeichnung in Indien und 178082 in Nordamerika gegen die Engländer. In der konstituierenden Nationalversammlung 1789 gehörte er zu den gemäßigten Mitgliedern der Hofpartei und suchte im Interesse der Erhaltung der Monarchie sich mit Mirabeau zu befreunden. Er gewann dessen Vertrauen, unterstützte ihn mit nicht unbedeutenden Summen, und nach wiederholten vergeblichen Versuchen gelang es ihm (freilich erst kurz vor Mirabeaus Tode), den berühmten Mann mit dem Hof in Verkehr zu bringen. Nach dem Sturz des Königtums verließ L. Frankreich und ging nach den Niederlanden, dann nach Wien. Nach dem Sturze Napoleons kehrte er in sein eigentliches Vaterland zurück, indem er als General in die niederländische Armee eintrat. Seit 1830 lebte er als Privatmann in Brüssel. Er hat eine wertvolle Gemäldesammlung hinterlassen. Sein interessanter Briefwechsel mit Mirabeau und seine geistvollen Memoiren wurden von Bacourt herausgegeben (Par. 1851, 3 Bde.).
 
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Lamarck, Jean Baptiste Antoine Pierre Monet de, Naturforscher, geb. 1. Aug. 1744 zu Barentin in der Picardie, gest. 18. Dez. 1829 in Paris, trat 1760 in Kriegsdienste, widmete sich aber bald dem Studium der Medizin und der Naturwissenschaften, zunächst der Meteorologie (»Annuaire météorologique«, 17991810), später der Botanik; doch fand die von ihm in der »Flore française« (1778, 3 Bde.; 3. Aufl. 180515, 6 Bde., und 182630, 2 Bde., von Decandolle gänzlich umgearbeitet) aufgestellte analytische Methode der Pflanzenklassifikation wenig Beifall. Für Pancouckes »Encyclopédie methodique« schrieb er die beiden ersten Bände; den 3. und 4. Band ließ er meist von jüngern Freunden ausarbeiten und überließ hierauf die Fortsetzung des Werkes Poiret, der auch zu Lamarcks »Tableau encyclopédique et méthodique de la botanique« (17911823) den 3. Band hinzufügte. Brisson-Mirbel setzte die »Histoire naturelle des végétaux« (1802, 15 Bde., und 1830) fort, von der L. nur 2 Bände geliefert hatte. 1792 ward L. Professor der Naturgeschichte der niedern Tiere am Jardin des plantes und wandte sich nun der Zoologie zu, in der er sich durch sein »Système des animaux sans vertèbres« (1809) und sein Hauptwerk, die »Histoire des animaux sans vertèbres« (181522, 7 Bde.; 2. Aufl. von Deshayes und Milne Edwards, 183545, 11 Bde.), als bedeutender Formenkenner eine rühmliche Stellung erarbeitet hat. Indem er zuerst die Wirbellosen den Wirbeltieren gegenüberstellte und die Strahltiere von den Polypen schied, gab er Veranlassung zu schärferer Hervorhebung des Typischen der Tierklassen. Von seinen theoretischen Schriften sind hervorzuheben: »Philosophie zoologique« (1809, 2 Bde.; neue Ausg. 1873; deutsch von A. Lang, mit biographischer Einleitung von Charles Martins, Jena 1876; neuer Abdruck, Leipz. 1903); »Recherches sur les causes des principaux faits physiques« (1794, 2 Bde.) und »Réfutations de la théorie pneumatique« (1796). L. brach zuerst mit dem alten Artbegriff und verneinte die Unveränderlichkeit der Arten, indem er die Umwandlung der Formen und die allmähliche Entwickelung des Tierreichs mit Hilfe wenn nicht bekannter, doch zugänglicher Erscheinungen zu erklären suchte. Er wird gewöhnlich als Begründer der Meyers Deszendenztheorie (s. d.) betrachtet und hat jedenfalls das Verdienst, ihr zuerst einen wissenschaftlichen Boden bereitet zu haben. Vgl. Claus, L. als Begründer der Deszendenzlehre (Wien 1888); Lang, Zur Charakteristik der Forschungswege von L. und Darwin (Jena 1889); Perrier, L. et le transformisme actuel (Par. 1893); Packard, L., the founder of evolution (Lond. 1902).
 
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Lamarckismus, die Abstammungslehre Lamarcks, s. Meyers Deszendenztheorie. Vgl. Neolamarckismus.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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