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Lai bis Laienbrüder (Bd. 6, Sp. 59 bis 60)
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Artikelverweis Lai (spr. lä, vom irischen laid, »Lied«), ursprünglich die Lieder und Weisen der bretonischen Harfner, dann im Französischen (und Provenzalischen) lyrische Gedichte aus ungleichen Strophen. Die Bretonen pflegten den Vortrag des Konzertstücks durch eine Erzählung einzuleiten, die den Ursprung der Melodie angab. Diese erzählenden Lais wurden gleichfalls im Altfranzösischen nachgeahmt und sind meist Lokalsagen, Volksmärchen, Episoden der Artursage. Die bedeutendste Dichterin auf diesem Gebiet ist Marie de Meyers France (s. d.; ihre Lais hrsg. von Warnke, Halle 1885). Eine Sammlung von »Lais inédits du XII. et XIII. siècles« (Par. 1836) gab Fr. Michel heraus. Die mittelhochdeutschen Dichter übersetzten L. durch Meyers Leich (s. d.). Vgl. Wolf, Über die Lais, Sequenzen und Leiche (Heidelb. 1841); »Lais et descorts français du XIII. siècle« (hrsg. von Jeanroy, Brandin und Aubry, Par. 1901).
 
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Laibach, Karstfluß in Krain, entspringt als Poik bei St. Peter, durchfließt nach 22 km langem Laufe die Adelsberger Grotte, tritt bei Planina als Unz wieder zutage, verschwindet abermals auf eine Strecke und tritt endlich bei Ober-Laibach als schiffbare L. hervor, um 11 km unterhalb der Stadt L. in die Save zu münden. Von der Gesamtlänge (85 km) sind 20 km unterirdisch.
 
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Laibach (slowen. Ljubljana), Hauptstadt des österreich. Herzogtums Krain, 287 m ü. M., in einer weiten Ebene an der Laibach (s. oben), die von sechs Brücken überspannt ist, an den Südbahnlinien Wien-Triest und L.-Oberlaibach und den Staatsbahnlinien L.-Tarvis, L.-Stein u. L.-Gottschee, umfaßt sechs Bezirke und besitzt mehrere größere Plätze, darunter den Kongreßplatz mit der schönen Sternallee und dem Denkmal Radetzkys von Fernkorn, dann den Hauptplatz mit Marmorbrunnen. Von den öffentlichen Gebäuden sind besonders die Domkirche zu St. Nikolaus (aus dem 18. Jahrh.) mit hoher Kuppel, Stuckornamenten und Fresken, die Jakobs- und Ursulinerinnenkirche, die evang. Kirche (von 1852) im byzantinischen Stil und die Herz-Jesukirche (1883), ferner das Regierungsgebäude, der Justizpalast, die neue landschaftliche Burg, das Rathaus, der Bischofshof, das Kasinogebäude etc. zu erwähnen. 1886 wurde Anastasius Grün ein Denkmal errichtet. L. zählt (1900) mit Militär (2592 Mann) 36,547 meist slowen. Einwohner (5423 Deutsche). Von industriellen Etablissements finden sich hier eine Baumwollspinnerei und -Weberei, Glockengießerei, Eisengießerei und Maschinenfabrik, Eisenbahnreparaturwerkstätte, Fabriken für Zündwaren, Kaffeesurrogate und Kanditen, Drahtstifte, Metall-, Papier-, Strick-, Teig- und Tonwaren, Leder, eine Dampfmühle, Bierbrauerei, Elektrizitätswerk und eine ärarische Tabakfabrik (mit 2600 Arbeitern). Von Wichtigkeit ist auch der Handel. An Bildungsanstalten besitzt L. 2 Obergymnasien, eine Oberrealschule, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt, eine theologische Lehranstalt, eine Handelslehranstalt, eine kunstgewerbliche Fachschule, eine höhere Mädchenschule, eine Lehr- und Erziehungsanstalt der Ursulinerinnen, 2 Musikschulen, eine Studienbibliothek (60,000 Bände), ein Landesmuseum mit kulturhistorischen und naturgeschichtlichen Sammlungen, namentlich Pfahlbaufunden aus dem Laibacher Moor (s. unten), und ein Theater. Außerdem hat L. eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank, eine Kreditbank, 2 Sparkassen, ein Krankenhaus mit Irren- und Gebäranstalt, eine Taubstummen- und eine Zwangsarbeitsanstalt. L. ist Stadt mit eignem Statut und Sitz der Landesregierung von Krain, des Landtags und Landesausschusses, eines Landesgerichts, einer Bezirkshauptmannschaft (L. Umgebung), eines Fürstbischofs, einer Finanzdirektion, eines Revierbergamtes, einer Handels- und Gewerbekammer und des Kommandos der 28. Infanterietruppendivision. Die Stadt besitzt ein Schlachthaus, elektrische Beleuchtung und Straßenbahn (5,1 km). Der Schloßberg, der sich 77 m über der Stadt erhebt, trägt ein 14161520 ausgeführtes, 1813 von den Franzosen teilweise zerstörtes Kastell. Die schöne Lattermann-Allee führt nach Tivoli, mit städtischem Park und Schloß, einst Besitz Radetzkys, dem hier gleichfalls ein Denkmal errichtet wurde. Das nahe Laibacher Moor (144 qkm) ist durch Herstellung des Gruberschen Kanals (1780) sowie durch Entsumpfungsarbeiten großenteils kulturfähig gemacht worden. Die Südbahn durchschneidet dasselbe auf einem 2300 m langen Damm. Vgl. Kramer, Das Laibacher Moor (Laib. 1905).

[Bd. 6, Sp. 60]



   L. befindet sich nach gewöhnlicher Ansicht an der Stelle des keltorömischen Aemona (Emona) oder Haemona. Jedenfalls ist es auf römischer Grundlage erbaut und nach deren Verfall in den Stürmen der Völkerwanderung in der avaroslawischen Epoche von den Slowenen neu besiedelt worden. Seit dem 12. Jahrh. blühte mit deutscher Ansiedelung der günstig gelegene Ort, besonders unter den Kärntner Herzogen aus dem Hause Sponheim. Nach deren Aussterben wurde L. 1270 von Ottokar von Böhmen eingenommen. 1416 erhielt es Stadtrecht, die Errichtung des Bistums erfolgte 1461. L. spielte auch in der Reformationszeit eine wichtige Rolle als erster Wirkungskreis des bekannten Primas Truber. 1797 zogen die Franzosen hier ein, die 1805 und 1806 wieder erschienen. Nachdem das verschanzte Lager der Österreicher zu L. 23. Mai 1809 an die Franzosen unter Mortier kapituliert hatte, wurde die Stadt vom Oktober d. J. bis 1813 der Sitz des französischen Generalgouverneurs der illyrischen Provinzen. Von Januar bis Mai 1821 tagte hier der Laibacher Kongreß; die Kaiser von Österreich und Rußland, der König beider Sizilien und der Herzog von Modena waren zu gemeinschaftlichen Beratungen über die Zustände in Italien hier versammelt, und die Folge ihrer Beschlüsse war der Umsturz der liberalen Verfassung in Neapel durch österreichische Truppen. L. hat durch heftige Erdbeben 14. April 1895 und 15. Juli 1897 sehr gelitten. 20 km südwestlich von L. liegt der Marktflecken Ober-Laibach (slowen. Vrhnika) an dem hier schiffbar zutage tretenden Flusse L., Sitz eines Bezirksgerichts, mit Bierbrauerei, Holzwarenfabrik, Gerberei und (1900) 2292 (als Gemeinde 5874) slowen. Einwohnern. Vgl. A. Müllner, Emona (Laib. 1879); Vrhovec, Die fürstliche Landeshauptstadt L. (das. 1887); Richter, Geschichte der Stadt L. bis 1461 (in Kluns »Archiv für Geschichte Krains«, Heft 2 u. 3).
 
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Laibacher Moor, s. Meyers Laibach (Stadt).
 
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Laibung (Leibung), im Bauwesen die bei Öffnungen im Mauerwerk gegen diese gekehrten, lotrecht oder unter einem schiefen Winkel auf die Mauerfluchten stoßenden Flächen der Mauerkörper. Bei Fenstern und Außentüren spricht man von innerer und äußerer L. Bei Bogen und Gewölben versteht man unter L. gewöhnlich die innern, allgemeiner die innern und äußern (obern) gekrümmten Flächen (s. Meyers Bogen, S. 137).
 
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Laich., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Johann Nepomuk v. Laicharting, geb. 4. Febr. 1754 in Innsbruck, gest. 7. Mai 1797 als Professor daselbst, schrieb: »Verzeichnis der Tiroler Insekten« (Zür. 178183, 2 Bde.); »Vegetabilia europaea« (Wien 179091, 2 Bde.); »Manuale botanicum« (Leipz. 1794).
 
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Laichen, das Ablegen des Laichs, d. h. der mittels einer klebrigen Masse (Gallerte, Schleim) zu Haufen, Schnüren, Rollen etc. vereinigten Eier, wie es sehr viele Amphibien, Fische, Schnecken, Tintenschnecken, Insekten und Würmer tun. Der Klebstoff wird entweder im Eileiter oder in besondern Drüsen erzeugt, quillt im Wasser stark auf und löst sich darin weit, daß die ausschlüpfenden Jungen ihn leicht durchbrechen. Vgl. Tafel Meyers »Eier von Fischen und niedern Tieren«, Fig. 4, 7 etc. (Bd. 5, S. 418).
 
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Laichingen, Dorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Münsingen, an der Eisenbahn Amstetten-L., hat eine evang. Kirche, eine Privatirrenanstalt, Leinwandfabrikation und (1900) 2769 Einw.; L. war früher Stadt.
 
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Laien (v. griech. laos, Volk), in der kath. Kirche alle, die nicht zum Meyers Klerus (s. d.) gehören. Der Gegensatz zwischen Klerus und L. wird durch die Meyers Ordination (s. d.) geschaffen. Die L. sind von aller Teilnahme an der Kirchenleitung ausgeschlossen und haben sich den Anordnungen des Klerus auf dem Gebiete des Kultus, der Sitte und des Glaubens unterzuordnen. Den grundsätzlichen Gegensatz hat die evangelische Kirchenlehre aufgehoben. Im übertragenen Sinne versteht man unter L. überhaupt Ungelehrte, Uneingeweihte, Nichtfachleute.
 
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Laienabt (Abba Comes), s. Meyers Abt.
 
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Laienbrüder und Laienschwestern, die ohne Priesterweihe und mit nur einfachen Ordensgelübden dienenden Brüder und Schwestern in Klöstern; s. Meyers Kloster, S. 155, und Konvertiten.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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