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Lagow bis Lagūnen (Bd. 6, Sp. 53 bis 54)
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Artikelverweis Lagow, Stadt und Luftkurort im preuß. Regbez. Frankfurt, Kreis Oststernberg, zwischen dem Lagow- und Zetschsee, hat eine evang. Kirche, ein Schloß mit hohem Bergfried (die frühere Oberburg), Oberförsterei und (1900) 617 Einw. Südlich der 179 m hohe Spiegelberg und dabei das Gut L., 13501810 eine Komturei des Herrenmeistertums Sonnenburg. 1599 brannte die Stadt gänzlich nieder.
 
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Lagrange (spr. -grēndsch), Hauptort der Grafschaft Troup des nordamerikan. Staates Georgia, hat Baumwollhandel, 2 höhere Töchterschulen und (1900) 4274 Einw.
 
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Lagrange (spr. -grāngsch'), Joseph Louis, Mathematiker, geb. 25. Jan. 1736 in Turin, gest. 10. April 1813 in Paris, studierte Philosophie, dann Mathematik und wurde, kaum 19 Jahre alt, Professor der Mathematik an der Artillerieschule in Turin. Friedrich d. Gr. berief ihn 1766 als Direktor der Akademie an Eulers Stelle nach Berlin, wo er sich hauptsächlich mit analytischer Mechanik beschäftigte und für seinen »Essai d'une nouvelle méthode pour résoudre le problème des trois corps« 1772 wie schon früher für eine Arbeit über die Theorie des Mondes den Preis der Pariser Akademie gewann. 1787 ging er nach Paris, wurde Akademiker und Mitglied der Belohnungskommission für nützliche Erfindungen und wirkte seit 1792 einige Zeit als Vorsteher der Münze. Nach der Revolution wurde er Professor an der neuerrichteten Normalschule sowie an der Polytechnischen Schule in Paris und erstes Mitglied des Instituts und des Längenbureaus. Von Napoleon I. wurde er zum Mitgliede des Senats ernannt. Seine Leiche wurde im Panthéon beigesetzt. L. knüpft vielfach an Euler an, überragt aber diesen durch die Allgemeinheit seiner Methoden. So hat er der Variationsrechnung die noch heute übliche Form gegeben, indem er durch Einführung einer zweckmäßigen Bezeichnung Eulers spezielle Methoden zu einem in jedem Fall anwendbaren Kalkül umgestaltet. Ähnliches hat er für die Mechanik geleistet in seiner »Mécanique analytique« (Par. 1788; 3. Aufl. 1853 bis 1855, 2 Bde.; deutsch von Servus, Berl. 1887). Sein Versuch, die höhere Analysis streng zu begründen in der »Théorie des fonctions analytiques, contenant les principes du calcul différentiel« (Par. 1797, 3. Aufl. 1847; deutsch von Grüson, Berl. 1798 bis 1799), ist trotz mancher Mängel von großem Einfluß gewesen. Außerdem hat er für die Astronomie (Störungstheorie), Zahlentheorie, Theorie der algebraischen Gleichungen, Reihentheorie etc. Außerordentliches geleistet. Seine gesammelten Werke haben Serret und Darboux im Auftrage des Unterrichtsministeriums herausgegeben (Par. 186792, 14 Bde.).
 
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La Grange-Chancel (spr. lă grangsch'-schangßäll), Joseph de, franz. dramatischer Dichter, geb. 1. Jan. 1677 in Razac-sur-l'Isle bei Périgueux, gest. daselbst 26. Dez. 1758, verdankte seinem frühzeitig entwickelten poetischen Talent (schon mit 14 Jahren dichtete er die Tragödie »Jugurtha«) die Protektion des Hofes und Racines, rechtfertigte jedoch später die großen Erwartungen seiner Gönner nicht. Seine beste Tragödie: »Amasis« (1701), steht sowohl in Charakterzeichnung als besonders im Stil weit hinter Voltaires »Mérope« zurück. Poetischer waren seine »Philippiques«, heftige, gegen den Regenten gerichtete Satiren. Wegen der ersten drei eingekerkert, floh er nach Spanien und Holland, wo er eine vierte und fünfte schrieb. Nach dem Tode des Regenten kehrte er zurück. Seine »Philippiques« erschienen öfter (zuletzt hrsg. von Labessade 1875); eine »Philippique inconnue« wurde 1886 in Reims veröffentlicht, »Poésies inédites« Paris 1878; die »Œuvres complètes« erschienen 1758 in 5 Bänden, »Œuvres choisies« 1811 und 1830.
 
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Lagrée, Doudart de, franz. Seemann, geb. 1823, gest. 12. März 1868, trat 1845 in die Marine, nahm am Krimkrieg teil, wurde 1864 Fregattenkapitän und 1866 mit der Leitung einer Expedition zur Untersuchung der Schiffbarkeit des Mekong beauftragt. Durch Kambodscha, Siam und Birma gelangte L. bis Yünnan, wo er in Tungtschuanfu starb. Sein Nachfolger Meyers Garnier (s. d. 5) führte die Expedition zu Ende und veröffentlichte nach Lagrées Tagebüchern »Voyage d'explorationen Indo-Chine« (Par. 1873). Vgl. auch Villemereuil, Explorations et missions de Doudart de L. (Par. 1884).
 
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Lagthing (schwed.), der engere Rat der norwegischen Reichsversammlung oder des Storthings. S. Meyers Norwegen (Verfassung).
 
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La Guaira, Hafen von Caracas (s. d.).
 
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Laguéronnière (spr. -geronjǟr'), Louis Etienne Arthur Dubreuil Hélion, Vicomte de, franz. Diplomat und Publizist, geb. 1816 in Limoges, gest. 23. Dez. 1875 in Paris, war bis 1848 als Journalist für die legitimistische Partei tätig und ward beim Ausbruch der Februarrevolution von dem ihm befreundeten Lamartine zu seinem ersten Sekretär ernannt. L. ward sodann einer der Hauptredakteure der »Presse«, 1851 kurz vor dem Staatsstreich aber Oberredakteur des »Pays«. Seit dem 2. Dez. trat er plötzlich als Verehrer Ludwig Napoleons auf. Im März 1852 ward er Mitglied des Gesetzgebenden Körpers, 1853 des Staatsrats, gehörte seit Errichtung des Kaiserreichs zum permanenten Prüfungsausschuß, der die neuesten Preßerzeugnisse zu begutachten hatte, und verfaßte die offiziellen Artikel im »Constitutionnel« und »Pays« über die Lösung der russisch-türkischen Frage. Im Februar 1859 verkündigte er die in Italien bevorstehende Katastrophe durch die Flugschrift »Napoléon III et l'Italie« voraus. Ebenso regte er durch die offiziöse Broschüre »La France, Rome et l'Italie« im Februar 1861 die Erörterung der Frage über die weltliche Herrschaft des Papstes von neuem an. 1861 wurde er zum Senator ernannt und übernahm 1862 die Leitung des Journals »La France«, das die imperialistischen mit den klerikalen Interessen zu verbinden strebte. 1868 wurde er zum Gesandten in Brüssel, 1870 zum Botschafter in Konstantinopel ernannt, mußte aber 1871 seine Entlassung nehmen. Sein letztes Werk war: »Le droit public et l'Europe moderne« (Par. 1875, 2 Bde.). Sein älterer Bruder, Graf Alfred de L. (geb. 1810, gest. 1884), war stets ein heftiger Gegner des Bonapartismus; er schrieb: »Les hommes d'État de l'Angleterre an XIX. siècle« (1854) und mehrere Pamphlete: »L'homme de Sedan« (1872), »L'homme de Metz« etc.
 
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Lagūna, 1) älteste Stadt des brasil. Staates Santa Catharina, auf einer die Lagoa de Camacho vom Meer trennenden felsigen Nehrung, der Mündung des Tubarão gegenüber, Ausgangspunkt einer Eisenbahn

[Bd. 6, Sp. 54]


nach den Kohlengruben am obern Tubarão, ist Sitz eines deutschen Konsularagenten, hat Fischfang, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und 9000 Einw. Dabei die italienischen Kolonien Azambúja und Grão Pará. 2) (San Cristobal de la L.), auf der Insel Tenerife (Kanarische Inseln), 550 m, auf einer Hochebene gelegen, die von den Ausläufern des Anagagebirges umschlossen wird, war früher Hauptstadt des ganzen Archipels, ist jetzt zum Teil verfallen und hat (1900) 13,074 Einw. Es ist Sommerfrische für die Bewohner von Santa Cruz (s. Meyers Tenerife).
 
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Lagūna de Terminos, s. Terminos.
 
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Lagūnen (ital. u. span., v. lat. lacuna, »Lache, Vertiefung«), sumpfige Niederungen längs der Küsten, häufig vor der Einmündung von Flüssen ins Meer gelegen, von dem offenen Meer aber durch Deltabildungen, Strandwälle, Sandbarren, Dünen oder durch langgestreckte, schmale, zum Teil kultivierte Inseln (in Italien lidi, an der Ostsee Nehrungen, in Rußland Peressyps) getrennt. Die bekanntesten L. sind jene um Venedig, an der Mündung der Piave, Brenta, des Po, der Etsch und andrer kleinerer Flüßchen; dann die französischen Meyers Etangs (s. d.) und die in Deutschland als Meyers Haff (s. d.), in Rußland mit dem Namen Meyers Liman (s. d.) bezeichneten L. der Ostseeküste. Die L. stehen entweder mit dem offenen Meer, wenigstens zur Zeit der Flut, noch in Verbindung und enthalten alsdann Salzwasser (paludi salsi) oder sind durch einmündende Flüsse ausgesüßt (paludi dolci oder tote L.). Die meisten L. befinden sich in einer fortschreitenden Versandung; sie werden durch Schwemmmaterial, das die Meereswellen oder die einmündenden Flüsse zuführen, allmählich ausgefüllt; dabei entstehen zahlreiche flache Sümpfe und Moräste, die wegen ihrer gesundheitsschädlichen Ausdünstung berüchtigt sind. Für die Schiffahrt werden in den in Verlandung begriffenen L. einzelne tiefere Kanäle künstlich offen gehalten.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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