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Lago Maggiore bis Lagos de Moreno (Bd. 6, Sp. 51 bis 52)
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Artikelverweis Lago Maggiore (spr. madschōre, Langen see, Lacus Verbanus der Römer, daher auch Verbano), See am Südfuß der Alpen, mit seinem größten Teil zu Italien, nur mit dem nördlichsten Teil (hier auch Lago di Locarno genannt) zum schweizer. Kanton Tessin gehörig (s. Karte »Schweiz«), liegt 197 m ü. M., ist bis 372 m tief, 65 km lang, bis 11 km breit (zwischen Laveno und Feriolo) und bedeckt eine Fläche von 212 qkm. Er ist Anschwellungen unterworfen; sein Spiegel hebt sich zuweilen 7 m über den niedrigsten Wasserstand. Der L. nimmt im N. bei Magadino den Tessin auf, der ihn an der Südspitze bei Sesto Calende wieder verläßt. Außerdem ergießen sich 40 Flüßchen und Bäche in den See, darunter im N. die viel Gerölle führende Maggia, im W. die aus dem Tal von Domodossola kommende Toce mit der Strona, die den Abfluß des Ortasees aufnimmt, und im O. die aus dem Luganersee kommende Tresa. In der nördlichen Hälfte wird der See im W. von den Tessiner Alpen (Monte Limidario 2189 m, Monte Zeda 2157 m, Monte Spalavera 1335 m), im O. von den Luganer Alpen (Monte

[Bd. 6, Sp. 52]


Tamaro 196 im, Monte Paglione 1603 m) umgürtet. Zwischen dem L. und dem Ortasee erhebt sich der Monte Motterone, 1491 m. Die südlichen Ufer sind mäßige Hügelreihen, die sich gegen die lombardische Ebene abflachen. Überall herrscht mildes Klima und südliche Vegetation. Weinberge, Obstgärten und Kastanienwälder bedecken zumeist die Ufer, an denen sich zahlreiche Städtchen und Dörfer, Villen, Kirchen und Klöster erheben. In dem in das westliche Ufer eingreifenden reizenden Busen von Pallanza liegen die berühmten Meyers Borromeischen Inseln (s. d.). Der See ist fischreich (Aale, Lachsforellen, Alsen u. a.) und hat lebhafte Schiffahrt; er wird auch von Dampfern befahren. An seinem Ostufer führt von Bellinzona aus die Gotthardbahn nach Luino und weiter nach Novara. Die Bewohner der Seeufer betreiben Seidenraupenzucht, Steingewinnung und mannigfache Industrie. Die bedeutendsten Orte am Ufer sind Locarno im N., Intra und Pallanza im W., Arona im S. Vgl. Béha, Die italienischen Seen, Prachtalbum (2. Aufl., Zürich 1900).
 
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Lagomyidae (Pfeifhasen), eine Familie der Meyers Nagetiere (s. d.).
 
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Lagöna (lat., griech. Lagynos), bei den Römern ein Gefäß mit engem Hals, weitem Bauch und Henkel (s. Abbildung), diente als Aushängeschild vor Weinhandlungen und wurde bei Tisch den Gästen vorgesetzt.
 
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Lagonēgro, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Potenza, an der Eisenbahn Sicignano-L., in bergiger Gegend, mit Wollspinnerei und -Weberei und (1901) 4310 Einw.
 
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Lagōni (ital., »Lagunen«), Wassertümpel in Toskana, von einem Durchmesser bis zu 20 m und einer Tiefe von 1,52,5 m, die mit Wasser von 9395° gefüllt sind und von Zeit zu Zeit nach Art der Soffioni (s. Fumarolen) Dampfsäulen bis zu 2 m Höhe ausstoßen; vgl. Abbildung zum Artikel »Borsäure« (Bd. 3, S. 239).
 
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Lagophthalmus, s. Meyers Hasenauge.
 
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Lagŏpus, das Schneehuhn.
 
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Lagos, engl. Kolonie in Westafrika, am Golf von Guinea (s. Karte »Oberguinea und Westsudân« in Bd. 8), ein Teil der großen Besitzungen am Niger und Binuë; von den Portugiesen entdeckt und nach dem kleinen portugiesischen Küstenstädtchen benannt, war es Mittelpunkt des Sklavenhandels, bis es nach 1850 die Engländer wegen des bedeutenden Ölhandels besetzten. Seit 1886 selbständige Kolonie, wurde das Gebiet durch mehrere Verträge umgrenzt; nach dem letzten (1898, mit Frankreich) durchschneidet die Grenze die Landschaft Borgu und kreuzt den Niger bei Ilo, ihm schließt sich bis zum Tsadsee Nigeria (s. d.) an; die Engländer haben damit die bessern Teile des Sudân erhalten. L. zerfällt (1901) in die eigentliche Kolonie (Insel L. und die Küste zwischen Dahomé und Südnigeria, 225 km lang) und das Protektorat (nördlich bis über Yoruba); 1899 und 1901 sind die Grenzen festgesetzt. Die Kolonie umfaßt 8860 qkm, mit Einschluß des Protektorats 69,000 qkm, nebst den kleinen Inseln L. und Iddo, und hat 1,500,000 Einw. (308 Europäer), nach andern Berechnungen nur 1,389,000 Einw. Klima, Tier- und Pflanzenwelt sind die des übrigen Guinea. Der Boden liefert Mais, Yamwurzeln, Maniok, Erdnüsse und Früchte; dazu kommen Palmöl, Palmkerne, Kopal, Elfenbein, Kautschuk, Baumwolle, Kakao, Kaffee. Die Eingebornen (Yorubaleute) verfertigen unter anderm Bambusmöbel, Matten und irdenes Geschirr, das mit den Erzeugnissen aus den Nigerdistrikten in L. in Handel kommt. Der Handel zur See liegt in englischen und deutschen Händen; mehrere Dampferlinien, auch die Woermannlinie, laufen regelmäßig die Hauptstadt L. an. Diese, auf der der Lagune von Kradu vorgelagerten Insel Kuramo gelegen, ist weit und breit der beste Hafen (reichste Handelsstadt von Oberguinea), mit (1901) 41,847 Einw. (223 Europäer), davon waren etwa 10,000 Christen, 22,000 Mohammedaner und 9000 Heiden. Man ist bemüht, ihn durch einen Kanal mit dem Meere zu verbinden. L. ist Sitz des Gouverneurs, dem ein exekutiver und legislativer Rat zur Seite steht, und eines deutschen Konsuls; es besitzt Telegraphenlinien nach Jebba und Wushishi am Niger, ein Kabel nach England, Telephon und Eisenbahn nach Ibadan (mit Abzweigung nach Abeokuta, zusammen 200 km). Geplant ist eine Linie nach dem Niger und Nordnigeria. In der Kolonie bestanden 1902: 34 Schulen, die meist Missionsanstalten (Anglikanern, Wesleyanern und Katholiken) gehörten. Mohammedanische und heidnische Schulen hatten 192 Schüler. Die Militärmacht besteht aus 520 Mann mit 17 europäischen und 3 einheimischen Offizieren; daneben eine Polizeitruppe aus Yoruba leuten. In der Kolonie besteht als einziges Bankinstitut: die Bank of British West Africa. L. ist eine Kolonie, die sich sehr hebt; es hatte an Ausgaben 1902: 235,495 Pfd. Sterl. (1898: 182,669), an Einnahmen 1902: 275,022 Pfd. Sterl. (1898: 177,421). Die Einfuhr betrug 1902: 930,745 Pfd. Sterl. (1898: 908,351), die Ausfuhr 1902: 1,259,683 Pfd. Sterl. (1898: 882,329). Unter den Ausfuhrartikeln stehen Palmkerne mit 510,918 Pfd. Sterl. obenan, dann folgen Palmöl: 207,468 Pfd. Sterl. und Kautschuk: 14,749 Pfd. Sterl. (das letztere 1894 erst für 300 Pfd. Sterl.). Der Tonnengehalt der verkehrenden Schiffe betrug 1901: 975,446, davon entfielen auf England 771,548. An Briefen wurden befördert 1902: 208,684, an Paketen 8680 Stück. Die ausstehende Schuld der Kolonie betrug 1901: 1,066,124 Pfd. Sterl. Vgl. Map of Eastern Lagos 1: 506,880 (Lond. 1898). Im J. 1904 vereinigte nach dem Abgange des letzten Gouverneurs von L., Sir William Mac Gregor, der britische Oberkommissar für Südnigerien, Walter Egerton, beide Ämter in seiner Person, bis die Verordnung für die dauernde Verschmelzung beider Kolonien erlassen sein wird (Nordnigerien bleibt vorläufig noch getrennt davon).
 
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Lagos, befestigte Stadt im portug. Distrikt Faro (Algarve), in schöner Lage am Westufer einer Bai des Atlantischen Ozeans, hat mehrere Kirchen, eine Wasserleitung, eine große, über einen Meeresarm führende Steinbrücke, einen versandeten Hafen, Wein- und Südfrüchtebau, Thunfisch- und Sardinenfang und (1900) 8268 Einw. L. ist das römische Lacobriga.
 
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Lagos (Lagus), der Vater des Ptolemäos I. (daher Ptolemäos Lagi genannt), ersten Königs von Ägypten aus der Dynastie der Lagiden oder Meyers Ptolemäer (s. d.).
 
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Lagos de Moreno, Departementshauptstadt im mexikan. Staat Jalisco, an der mexikanischen Zentralbahn, mit höherer Schule, Baumwoll- und Wollfabriken, Eisenbahnwerkstätte und (1900) 15,999 Einw.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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