Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lagerfrist bis Lagerhaus (Bd. 6, Sp. 48 bis 49)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lagerfrist, Zeit, während der eine Ware in öffentlichen Lagerhäusern, Packhöfen und sonstigen Niederlagen unverzollt oder an Bahnhöfen ohne Vergütung oder Strafmiete liegen bleiben darf.
 
Artikelverweis 
Lagerfrucht, durch starke Regengüsse oder Wind zur Erde gelegte Pflanzen, besonders Getreide. Bei normaler Entwickelung richtet sich der Halm dadurch wieder in die Höhe, daß der Blattknoten an der dem Boden zugekehrten Seite stärker als an der dem Lichte zugekehrten Seite wächst. Bei übermäßig üppiger Entwickelung (Geilung) auf reich gedüngtem Boden richtet sich dagegen der niedergebogene Halm nicht mehr auf, lagert sich. Gelagerte Frucht ist in ihrer Ausbildung gestört und liefert daher nur unvollkommene Körner, während zugleich für Pflanzenkrankheiten die Widerstandskraft geschwächt ist. Ursache der Bildung von L. ist Mangel an Licht, wodurch die untern Internodien des Getreidehalms übermäßig verlängert werden, während die Verholzung der Zellen behindert ist. Die üppig entwickelten obern Halmpartien können nunmehr von den schwächlich ausgebildeten untern Halmteilen nicht mehr aufrecht erhalten werden. Abhilfe besteht in Drillsaat, Aussaat von lang- und kurzhalmigen Getreidevarietäten, Lichtung des zu üppigen Pflanzenstandes im Frühjahr durch flüchtiges Abweidenlassen, scharfes Eggen u. Abwalzen, Schröpfen oder Serben, d. h. Abnehmen der obersten Halmblätter mit der Sichel oder Sense, u. dgl. Auch Flachs, Hülsenfrüchte, Klee etc. unterliegen aus denselben Ursachen dem Lagern. Vgl. Kraus, Das Schröpfen und Walzen der Getreidesaaten als Mittel gegen Lagerung (in Wollnys »Forschungen auf dem Gebiet der Agrikulturphysik«, Bd. 13, Heidelb. 1890).
 
Artikelverweis 
Lagerfuge, s. Meyers Fuge.
 
Artikelverweis 
Lagergang, s. Meyers Erzlagerstätten, S. 94.
 
Artikelverweis 
Lagergasse, s. Meyers Lager, S. 44.
 
Artikelverweis 
Lagergeld heißt die Vergütung für Aufbewahrung einer Ware in den Lagerräumen eines andern. L. kann insbes. von Kommissionären, Spediteuren, öffentlichen Lagerhäusern und Bahnhofsverwaltungen beansprucht werden. Nach § 354 des Handelsgesetzbuches kann jeder Kaufmann, der in Ausübung des Handelsgewerbes Waren für einen andern aufbewahrt, auch ohne vorherige Verabredung L. zu den ortsüblichen Sätzen verlangen.
 
Artikelverweis 
Lagergerüst, s. Meyers Lagerstuhl.
 
Artikelverweis 
Lagergeschäft, die gewerbsmäßige Übernahme der Lagerung und Aufbewahrung von Gütern durch einen Dritten, den sogen. Lagerhalter oder Lagerhausunternehmer. Der Lagerhalter hat die gleichen Rechte und Pflichten wie der Meyers Kommissionär (s. d.), insonderheit muß er auf die Erhaltung der eingelagerten Güter die entsprechende Sorgfalt verwenden, den Einlagerer, d. h. wer ihm die Waren zum Aufbewahren übergeben, von etwa eintretender Entwertung durch Verderben, Austrocknen etc.

[Bd. 6, Sp. 49]


sofort benachrichtigen, jederzeit Besichtigung und Entnahme von Proben gestatten und dafür sorgen, daß keine Vermischung mit Sachen gleicher Art und Güte eintritt, es sei denn, daß ihm dies bei Übergabe der Waren ausdrücklich gestattet wurde. Für seine Bemühungen erhält er ein Lagergeld, seine Auslagen und Aufwendungen sind ihm zu ersetzen. Diese Beträge, Lagerkosten genannt, sind bei der Rücknahme der Güter oder spätestens alle drei Monate zu erstatten, für bare Auslagen ist sofortige Erstattungspflicht vorgeschrieben. Die Höhe des Lagergeldes richtet sich nach Übereinkommen oder Ortsgebrauch. Wegen der Lagerkosten hat der Lagerhalter ein gesetzliches Pfandrecht an den eingelagerten Sachen, wegen Vorschüssen etc. hat er jedoch nur ein kaufmännisches Zurückbehaltungsrecht. Mangels besonderer Vereinbarung muß der Lagerhalter die Güter mindestens drei Monate auf Lager behalten und einen Monat vorher kündigen; liegen wichtige Gründe vor, es werden z. B. durch das eingelagerte Gut andre Güter verdorben, so kann sofortige Rücknahme verlangt werden. Ansprüche gegen ihn aus der Einlagerung verjähren innerhalb eines Jahres. Hat der Lagerhalter über die eingelagerten Güter einen durch Indossament übertragbaren Lagerschein ausgestellt, so darf er die Güter nur dem herausgeben, der ihm den Lagerschein (s. d.) vorlegt.
 
Artikelverweis 
Lagerhaft, von Gesteinen und Erzen, soviel wie in Form von Lagern auftretend (vgl. Lager, S. 45).
 
Artikelverweis 
Lagerhalter, s. Meyers Lagergeschäft.
 
Artikelverweis 
Lagerhaus (Speicher), ein Gebäude zur Aufbewahrung von größern Warenmengen verschiedener Eigentümer, insbes. eine Anstalt, deren Eigentümer (häufig eine Aktiengesellschaft) die Aufbewahrung für Dritte gegen Entgelt übernimmt. Stehen Lagerhäuser in Verbindung mit besondern, die Entladung erleichternden Hafeneinrichtungen, so wird dafür (in England) die Bezeichnung Dock gebraucht. In Deutschland hat der staatlich ermächtigte Eigentümer eines Lagerhauses die Befugnis, indossable Meyers Lagerscheine (s. d.) auf Grund des Handelsgesetzbuches, § 363, auszustellen. In Österreich gelten nach dem Lagerhausgesetz vom 28. April 1889 als öffentliche Lagerhäuser jene Unternehmungen, die auf Grund einer besondern, vom Handelsministerium erteilten Konzession die Aufbewahrung von Waren für fremde Rechnung geschäftsmäßig betreiben und indossable Lagerscheine auszustellen berechtigt sind. Sie können nach Maßgabe der Konzession öffentliche Freilager errichten, die unverzollte ausländische Waren im Zollgebiet so lange aufbewahren, bis sie ihrer Bestimmung, d. h. der Einfuhrverzollung, Weiterversendung oder Wiederausfuhr, zugeführt werden, ferner aus dem Zollgebiet ausgeführte Waren unter Wahrung ihrer Nationalität und steuerpflichtige Waren bis zur Versteuerung, bez. der Anlegung der Verzehrungssteuer in Städten aufzubewahren. In gewissen Fällen können sie die eingelagerten Waren gemäß § 3234 des Lagerhausgesetzes nach Art. 311 des österreichischen Handelsgesetzbuches verkaufen lassen, auch ohne daß der Einlagerer in Verzug ist. Die Ausstellung des Gebührentarifs ist den öffentlichen Lagerhäusern freigegeben, er bedarf jedoch zu seiner Gültigkeit der Publikation. Begünstigungen (Refaktionen, Rabatte etc.) sind nur bei allgemeiner Gültigkeit statthaft. Den Lagerhausunternehmern ist es untersagt, mit Waren, die nach ihrer Gattung zur Aufnahme in die Lagerhäuser geeignet wären, für eigne oder fremde Rechnung Handel zu treiben. S. Meyers Lagerscheine und Meyers Zollniederlagen. Vgl. Goldberg, Das deutsche Lagerhausgeschäft u. Lagerhausrecht (2. Aufl., Leipz. 1902).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer