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Laforest bis Lagarĭa (Bd. 6, Sp. 41 bis 43)
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Artikelverweis Laforest (spr. -fŏrǟ), Jean Louis Dubut de, franz. Romanschriftsteller, geb. 24. Juli 1853 in St.-Pardoux (Dordogne), gest. 2. April 1902 in Paris durch Selbstmord, verfaßte zahlreiche Romane extrem naturalistischer Richtung, von denen hervorzuheben sind: »Le Gaga, mœurs parisiennes« (1885), der dem Verfasser eine Verurteilung zu 2 Monaten Hast wegen Unsittlichkeit zuzog; »La Bonne à tout ta ire« (1886, dramatisiert 1892), »Mademoiselle de Marbœuf« (1888) und »Les petites Rastas« (1894). Etwas ernsthafter angelegt war »Messidor« (1898), und in dem Doppelroman »La tournée des Grands-Ducs« und »Monsieur Pithec et la Vénus des Fortifs« (190102) suchte L. den Pariser Unsittenroman mit anthropologischer Spekulation zu verbinden.
 
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Laforgue (spr. -fórg'), Jules, franz. Dichter, geb. von bretonischen Eltern 22. Aug. 1860 in Montevideo, gest. 20. Aug. 1887 in Paris, verbrachte seine Jugend in Tarbes (Hochpyrenäen) und setzte seine Studien in Paris fort. Schon früh mußte er für sich und seine Geschwister sorgen. Er wurde durch Empfehlung des Barons Ephrussi, dem er in der Leitung der »Gazette des Beaux-Arts« als Sekretär gedient, 1881 französischer Vorleser der Kaiserin Augusta. Er verließ diese Stellung 1886, um sich mit einer englischen Sprachlehrerin zu verheiraten, starb aber bald darauf an der Auszehrung. Mit den Gedichten »Les complaintes« (1885) stellte sich L. in die erste Reihe der neuen Schule der Symbolisten. Er suchte

[Bd. 6, Sp. 42]


die Philosophie des Unbewußten auf die dichterische Praxis zu übertragen. Von feinster Ironie sind seine »Moralités légendaires« (1887; deutsch von Wiegler: »Sagenhafte Sinnspiele«, Stuttg. 1905) in Prosa, wo er Hamlet, Lohengrin und andre Legendenhelden modernisiert. Nachgelassene Fragmente und Briefe lassen ihn auch als scharfsinnigen Kritiker und geistreichen Aphoristen erkennen. Seine durch Fénéon und Mauclair gesammelten Werke erschienen als »Œuvres complètes« (190103, 3 Bde.). Vgl. C. Mauclair, Jules L. Essai (mit Vorrede von M. Maeterlinck, Par. 1896).
 
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La Fosse (spr. -foß'), 1) Charles de, franz. Maler, geb. 1636 in Paris, gest. daselbst 1716, studierte bei Le Brun, ging 1658 nach Italien, lebte zwei Jahre in Rom, dann in Venedig und ward 1674 Professor der Pariser Akademie, 1702 Rektor und 1715 Kanzler. Sein Hauptwerk ist das große Deckengemälde in der Kuppel des Invalidendoms in Paris, den heil. Ludwig darstellend, der Christus sein Schwert überreicht. Mit einer großen Leichtigkeit des Schaffens begabt, malte er die Wölbung über dem Hochaltar der Kapelle in Versailles in vier Monaten, außerdem eine Menge Bilder für Kirchen und Paläste. Seine Kompositionen zeigen ein kräftiges, glänzendes Kolorit, aber oberflächliche, gespreizte Formen und geringes Naturstudium.
   2) Antoine de L., Sieur d'Aubigny, franz. Dramatiker, geb. 1653 in Paris, gest. daselbst 2. Nov. 1708, war Sekretär des französischen Gesandten in Florenz, dann des Marquis de Créquy, an dessen Seite er sich in der Schlacht bei Luzzara (1702) auszeichnete, und schließlich des Herzogs von Aumont. L. verfaßte vier Tragödien, von denen die zweite, »Manlius« (1698), zu den beliebtesten Trauerspielen des 18. Jahrh. gehörte. Außerdem hat er Idylle, Elegien, Oden, Madrigale, Epigramme etc. veröffentlicht. Seine »Œuvres« erschienen in 2 Bänden (Par. 1747 u. 1811).
   3) Etienne Guillaume, Tierarzt, geb. in Paris, gest. daselbst 24. Jan. 1765, lieferte Untersuchungen über den Sitz des Rotzes und förderte auch die Lehre vom Hufbeschlag. Sein Sohn Philippe Etienne, geb. 1739 in Montaterre bei Paris, gest. im Juni 1820 in Villeneuve-sur-Yonne, hielt 1767 bis 1770 zahlreich besuchte Vorlesungen, lebte 1777 bis 1781 in Rußland und wurde, nach Paris zurückgekehrt, Obertierarzt beim Hof und beim Gendarmeriekorps. Er schrieb: »Cours d'hippiatrique« (Par. 1772, 2 Bde.; deutsch, Prag 1787); »Dictionnaire d'hippiatrique« (Par. 1775, 4 Bde., u. ö.); »Dissertation sur la morve« (Par. 1761; deutsch, Wien 1781); »Guide du maréchal« (Par. 1766).
 
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Lafr., bei Tiernamen Abkürzung für Lafresnaye (spr. -fränǟ'), franz. Ornitholog.
 
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Lafrensea (in Frankreich Lavreince, spr. lăwrängß', genannt), Nicolas, schwed. Maler, geb. im Oktober 1737 in Stockholm als Sohn eines gleichnamigen Porträtminiaturenmalers (16981756), dessen Schüler er wurde, gest. daselbst 6. Dez. 1807, malte anfangs ebenfalls Porträtminiaturen und ging 1771 nach Paris, wo er diese Kunst weiter ausübte. Nach kurzem Aufenthalt in der Heimat, wo er zum Mitglied der Akademie und zum Hofmaler ernannt wurde, ging er 1774 wiederum nach Paris und war dort bis 1791 tätig. Er malte jetzt hauptsächlich anmutige Rokokoszenen in Gouache, von denen der glückliche Augenblick, das Billettdoux, die Tanzschule, Vorbereitungen zum Ball, die gefährlichen Verhältnisse, musizierende Herren und Damen in einer Landschaft, musizierende Damen, kartenspielende Damen (diese drei im Nationalmuseum zu Stockholm) hervorzuheben sind. Gelegentlich malte er auch Szenen aus dem bürgerlichen Leben, wie z. B. die unterbrochene Unterrichtsstunde und das englische Frühstück. Viele seiner Bilder sind durch den Stich verbreitet worden. 1791 nach Stockholm zurückgekehrt, war er dort als Bildnismaler (Gustav III., Königin Sophia Magdalena, die Schauspielerin Destouches, Sophie Hagman, die Geliebte Karls XIII., u. a.) wie als Darsteller ländlicher Szenen und als Geschichtsmaler tätig. Von seinen Geschichtsbildern sind Ebba Brahe schreibt auf ein Glasfenster, Brahe und Gyllenstierna, Erich XIV. und seine Gemahlin beachtenswert. Seine Biographie schrieb Levertin (Stockh. 1899).
 
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Lafuénte, 1) Modesto, span. Geschichtschreiber, geb. 1806 in Rabanel de los Caballeros (Provinz Palencia), gest. 25. Okt. 1866, war zuerst Professor und Bibliothekar in Astorga und siedelte 1838 nach Madrid über, wo er mehrmals in die Cortes gewählt und Direktor der diplomatischen Hochschule sowie Präsident der Junta de archivos y bibliotecas wurde. Unter dem Pseudonym Fray Gerundio (s. Meyers Isla) gab er eine Reihe satirischer Zeitschriften und Schriften heraus, die weite Verbreitung gefunden haben, so: »Coleccion de capilladas y disciplinazos« (16 Bde.), »Viages por Francia, Belgica, Hollanda y orillas del Rhin« (2 Bde.), »Viage aerostatico« und »Revista europea« (4 Bde.), sämtlich zwischen 1844 und 1850 erschienen. Sein Hauptwerk ist jedoch die trotz ihrer Parteilichkeit geschätzte »Historia general de España« (Madr. 185066, 30 Bde.; 2. Aufl. 1874 bis 1875, 13 Bde.), gegenwärtig noch die umfassendste Geschichte Spaniens.
   2) Miguel L. y Alcántara, geb. 10. Juli 1817 in Archidona (Prov. Malaga), gest. im August 1850 als Fiskal von Cuba, schrieb eine »Historia de Granada« (Granada 184348, 4 Bde.; Par. 1851, 2 Bde.).
 
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Lagae (spr. -gā), Julius, belg. Bildhauer, geb. 1862 in Rousselaere (Roulers), machte seine ersten Studien auf der dortigen Akademie und ging dann mit 19 Jahren zum Besuch der Akademie nach Brüssel, wo er Schüler von van der Stappen und Lambeaux wurde. Nachdem er schon 1884 durch die Figur eines Abel einen akademischen Preis errungen, erhielt er 1888 für einen Sämann auch den römischen Preis zu einem mehrjährigen Aufenthalt in Italien. In Rom entstanden außer mehreren Volkstypen in Büstenform die Betrogene (ein an einen Baumstamm gelehntes, weinendes Mädchen) und die Gruppe: der Drachenkampf. Später setzte er seine Studien in Florenz fort, wo im Anschluß an den herben Realismus Donatellos 1892 die Gruppe zweier aneinander geketteter Greise: die Büßenden (oder die Sühne), entstand, die später, in Bronzeguß ausgeführt, für das Museum in Gent angekauft wurde (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XX«, Fig. 3). Dem Bildwerke liegt eine flämische Sage zugrunde. Einen maßvollern Realismus bei überaus seiner, tief eindringender und lebendiger Charakteristik zeigte dagegen die Gruppe: Mutter und Kind (ebenfalls in Florenz ausgeführt), die L. eine erste Medaille der Münchener Ausstellung einbrachte, die Doppelbüste seiner Eltern und zahlreiche andre Büsten. Für die Stadt Eecloo schuf er die Statue des dort gebornen Dichters Ledeganck, für Mecheln die des Zoologen van Beneden; auch wurde ihm die Ausführung eines Denkmals zur Erinnerung an die Sporenschlacht für Kortrijk übertragen. Er lebt in Brüssel.
 
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Lagan (spr. läggen), Fluß in der irischen Provinz Ulster, entspringt am Slieve Croob in der Grafschaft

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Down, fließt erst nordwestlich, dann nordöstlich, bildet die Grenze zwischen Down und Antrim und mündet nach einem 56 km langen Lauf bei Belfast in den Belfast Lough. Er ist bis 3 km oberhalb Lisburn schiffbar und steht von hier ab durch den Lagan Canal mit dem Lough Neagh in Verbindung.
 
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Lagarde (spr. -gárd'), Paul Anton de (bis 1854 Bötticher), hervorragender Orientalist, geb. 2. Nov. 1827 in Berlin, gest. 22. Dez. 1891 in Göttingen, studierte seit 1844 in Berlin Theologie und orientalische Sprachen, habilitierte sich 1851 in Halle, verweilte 185253 zu wissenschaftlichen Studien in London und Paris, las im Winter 1853/54 wieder in Halle, wirkte darauf bis 1866 an verschiedenen gelehrten Schulen Berlins, privatisierte dann unter Fortbezug seines Gehalts in Schleusingen und wurde 1869 zum Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Göttingen ernannt. Die wichtigsten seiner erstaunlich zahlreichen und vielseitigen philologischen Schriften sind: »Gesammelte Abhandlungen« (Leipz. 1866; anast. Neudruck, Götting. 1896); »Symmicta« (Götting. 187780, 2 Bde.); »Semitica« (das. 1878 bis 1879, 2 Hefte); »Orientalia« (das. 187980, 2 Hefte); »Mitteilungen« (das. 188491, 4 Bde.); »Übersicht über die im Aramäischen, Arabischen und Hebräischen übliche Bildung der Nomina« (das. 1889); »Anmerkungen zur griechischen Übersetzung der Proverbien« (Leipz. 1863); »Materialien zur Geschichte und Kritik des Pentateuchs« (das. 1867); »Librorum Veteris Testamenti pars prior graece« (Götting. 1883); »Septuaginta-Studien« (das. 189192, 2 Tle.); »Titi Bostreni quae servata sunt graece« (Berl. 1859); »Agathangelus und die Akten Gregors von Armenien« (Götting. 1887); »Onomastica Sacra« (2. Aufl., das. 1887); »Psalterium juxta Hebraeos Hieronymi« (Leipz. 1874); »Prophetae chaldaice« (das. 1872); »Hagiographa chaldaice« (das. 1873); »Psalterium, Job, Proverbia arabice« (Götting. 1876); »Petri Hispani de lingua Arabica libri« (das. 1883); »Titi Bostreni libri syriace« (Berl. 1859); »Libri Veteris Testamenti apocryphi syriace« (Leipz. u. Lond. 1861); »Veteris Testamenti ab Origene recensiti fragmenta« (syrisch, Götting. 1880); »Bibliothecae Syriacae« (das. 1892); »Persische Studien« (das. 1884); »Armenische Studien« (das. 1877); »Der Pentateuch koptisch« (Leipz. 1867); »Psalterii versio Memphitica« (Götting. 1875); »Aegyptiaca« (das. 1883, anast. Neudruck 1896); »Le opere italiane di Giordano Bruno« (das. 1888, 2 Bde.) etc. Außerdem veröffentlichte er einige Bändchen Gedichte (1885, 1887; Gesamtausg., besorgt von Anna de L., Götting. 1897) u. a. Mit seiner wissenschaftlichen Begabung gingen bei L. krankhafte Rechthaberei und Mißtrauen gegenüber den Bestrebungen andrer Hand in Hand. In den »Deutschen Schriften« (4. Aufl., Götting. 1903), die das Verhältnis des deutschen Staates zur Theologie, Kirche und Religion behandeln, verrät er, bei aller Einseitigkeit seines Standpunktes, scharfes politisches Verständnis und warmen Patriotismus. Vgl. Anna de Lagarde, Paul de L., Erinnerungen aus seinem Leben (Götting. 1894).
 
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La garde meurt et ne se rend pas (franz., »die Garde stirbt und ergibt sich nicht«), ein Ruf, der in der Schlacht von Waterloo seitens der Franzosen gefallen sein soll; s. Meyers Cambronne.
 
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Lagarĭa, im Altertum phokäische Kolonie in Lukanien, nördlich von Thurii, durch Wein berühmt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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