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Ladung bis Ladungszertifikat (Bd. 6, Sp. 33 bis 34)
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Artikelverweis Ladung (Vorladung, Zitation, Ajournement), die an eine Person gerichtete Aufforderung zum Erscheinen vor einer Behörde. Eine L. kann schriftlich oder mündlich, unter Androhung von Strafen oder sonstigen Rechtsnachteilen oder ohne solche Androhung erfolgen. Wenn der Geladene alsbald zwangsweise der Behörde vorgeführt wurde, sprach man früher von einer Realzitation. Die gerichtlichen Ladungen wurden manchmal in monitorische und arktatorische eingeteilt, je nachdem in der L. eine Handlung freigestellt oder aufgegeben wurde. Die arktatorischen Ladungen zerfielen in peremtorische und indikatorische, je nachdem der Ungehorsame in der L. mit einem Rechtsnachteil bedroht wurde oder nicht. In bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten (s. d., Bd. 3) wird unterschieden zwischen der gerichtlichen L. und der L. durch eine Partei. Nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 214) erfolgt die L. zu einem Termin grundsätzlich durch die Partei, die über die Hauptsache oder über einen Zwischenstreit mündlich verhandeln will. Ist mit der L. zugleich eine Klageschrift oder ein andrer Schriftsatz zuzustellen, so ist die L. in den Schriftsatz aufzunehmen. Im Anwaltsprozeß vor dem Landgericht muß die L., sofern sie nicht einem Rechtsanwalt zugestellt wird, die Aufforderung an die Partei zur Bestellung eines solchen enthalten. Die L. geschieht durch Zustellung der Ladungsschrift. Den Termin, in dem verhandelt werden soll, bestimmt das Gericht; deshalb ist die Ladungsschrift zuvor dem Gerichtsschreiber zu übergeben, der binnen 24 Stunden die Terminsbestimmung zu erwirken hat. Eine gerichtliche L. ergeht nur bei einem Meyers Aufgebotsverfahren (s. d.), im Konkurs, bei der L. von Zeugen und Sachverständigen sowie in den Fällen, in denen ein Termin durch nicht verkündete Entscheidung von Amts wegen angesetzt oder verlegt worden ist. Die L. ergeht durchweg schriftlich; sie ist eine private oder eine öffentliche. Die letztere, die sogenannte Ediktalladung, erfolgt durch Aushang an der Gerichtstafel und durch Einrückung in öffentliche Blätter. Im Strafverfahren erfolgen die Ladungen regelmäßig durch Vermittelung der Staatsanwaltschaft; doch können Amtsrichter und Untersuchungsrichter unmittelbar Vorladungen ergehen lassen. Die L. erfolgt nach der deutschen Strafprozeßordnung immer unter Hinweis auf die gesetzlichen Folgen des Ausbleibens und, was die L. des auf freiem Fuße befindlichen Angeklagten anbetrifft, schriftlich mit der Verwarnung, daß im Falle seines unentschuldigten Ausbleibens seine Verhaftung oder Vorführung erfolgen werde. Ist der Angeklagte verhaftet, so wird seine Vorladung durch Bekanntgabe des Termins zur Hauptverhandlung bewirkt. Handelt es sich um einen Fall, in dem auch in Abwesenheit des Angeklagten verhandelt werden kann (§ 321 s. der Strafprozeßordnung), so darf jene Androhung an den nicht verhafteten Angeklagten unterbleiben. Der Angeklagte muß aber in der L. ausdrücklich auf die Zulässigkeit des Verfahrens in seiner Abwesenheit aufmerksam gemacht werden. Ist der Aufenthalt eines Beschuldigten unbekannt, oder hält er sich im Ausland auf, und ist seine Gestellung vor das zuständige Gericht nicht ausführbar oder nicht angemessen, so kann auch gegen den Abwesenden eine Hauptverhandlung stattfinden (§ 318 ff.), wenn die Tat, um die es sich handelt, nur mit Geldstrafe oder Einziehung bedroht ist. In solchen Fällen ist aber eine öffentliche L. erforderlich, die an die Gerichtstafel anzuheften und in das für amtliche Bekanntmachungen des betreffenden Bezirks bestimmte Blatt, ferner nach Ermessen des Gerichts auch in ein andres Blatt dreimal einzurücken ist. Zwischen dem Tage der letzten Bekanntmachung und dem Tage der Hauptverhandlung muß eine Frist von mindestens einem Monat liegen. Endlich ist eine öffentliche L. auch Abwesenden gegenüber, die sich der Wehrpflicht entzogen haben, zulässig (Strafprozeßordnung, § 470 ff.). Zeugen und Sachverständige kann der Angeklagte zur Hauptverhandlung auch unmittelbar selbst laden lassen. In Privatklagesachen steht dies Recht dem Ankläger wie dem Angeklagten zu.
 
Artikelverweis 
Ladungsdeck, s. Meyers Deck.
 
Artikelverweis 
Ladungsempfangschein, soviel wie Meyers Ladeschein (s. d.).
 
Artikelverweis 
Ladungsflasche, soviel wie Leidener Flasche.
 
Artikelverweis 
Ladungsfrist, die Frist, die zwischen der Zustellung der Ladung und dem Terminstag liegen muß. Sie beträgt nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 217) im Anwaltsprozeß mindestens eine Woche, in andern Prozessen mindestens drei Tage und in Meß- und Marktsachen wenigstens 24 Stunden. Nach der deutschen Strafprozeßordnung (§ 216) muß zwischen der Zustellung der Ladung und dem Tage der Hauptverhandlung mindestens eine Woche liegen.
 
Artikelverweis 
Ladungsinteressent (Ladungsbeteiligter), derjenige, der an einem Gütertransport zur See rechtlich beteiligt ist, insbes. der Befrachter, der legitimierte Konnossementsinhaber, zuweilen auch der Ablader (vgl. Befrachtungsvertrag).
 
Artikelverweis 
Ladungssäule, s. Akkumulator, S. 229, und Polarisation, galvanische.
 
Artikelverweis 
Ladungsschein, soviel wie Meyers Ladeschein (s. d.) oder Meyers Konnossement (s. d.).
 
Artikelverweis 
Ladungsverhältnis, s. Meyers Flugbahn, S. 721.

[Bd. 6, Sp. 34]



 
Artikelverweis 
Ladungsverzeichnis, das Schriftstück, mittels dessen dem Grenzzollamt vom Zugführer oder einem Bevollmächtigten der Eisenbahnverwaltung die auf der Eisenbahn über die Zollgrenze eingehenden und mit Meyers Begleitzettel (s. d.) nach einem Zollabfertigungsamt weiter zu transportierenden Frachtgüter anzumelden sind. S. auch Meyers Deklaration.
 
Artikelverweis 
Ladungszertifikat, die einem Schiffer in Kriegszeiten ausgestellte obrigkeitliche Bescheinigung, daß er nur neutrales Gut und keine Kriegskonterbande in Ladung habe.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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