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Ladenberg bis Laderampe (Bd. 6, Sp. 26 bis 28)
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Artikelverweis Ladenberg, 1) Philipp von, preuß. Staatsmann, geb. 15. Ang. 1769 in Magdeburg, gest. 11. Febr. 1847, studierte die Rechte, war seit 1795 Kriegs- und Domänenrat in Ansbach, wurde 1806 Direktor der Kammern in Bialystok, 1807 in Marienwerder und 1809 Regierungsdirektor in Potsdam. 1810 Direktor der Sektion für direkte und indirekte Abgaben im Finanzministerium geworden, übernahm L. 1817 die neuorganisierte Generalkontrolle der Finanzen und, unterdessen geadelt, 1820 das Schatzministerium. 1823 ward er Präsident der Oberrechnungskammer, 1835 Chef der Domänen-, Forst- und Jagdverwaltung und 1837 Staatsminister, nahm aber 1842 seine Entlassung und lebte seitdem in Berlin. Die zur Feier seines Jubiläums von den preußischen Forstbeamten gegründete Ladenbergsche Stiftung ist zur Unterstützung der Söhne unbemittelter Forstbeamten bei ihren Studien bestimmt.
   2) Adelbert von, preuß. Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 18. Febr. 1798 in Ansbach, gest. 15. Febr. 1855, trat 1815 als Freiwilliger in das Gardedragonerregiment, verließ 1816 als Leutnant den Militärdienst, studierte die Rechte und Kameralwissenschaft, trat 1818 in den preußischen Staatsdienst, wurde 1824 Regierungsrat in Köln, 1829 Oberregierungsrat in Königsberg, dann in Merseburg,

[Bd. 6, Sp. 27]


1834 Regierungspräsident in Trier, 1839 unter Altenstein Direktor im Ministerium des Unterrichts und zugleich Mitglied des Staatsrats. Nach Altensteins Tod verwaltete er dessen Ministerium vom 14. Mai bis 22. Okt. 1840, dirigierte dann die Abteilung für die evangelisch-geistlichen, die Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten im Eichhornschen Ministerium und ward 1841 außerordentlicher Regierungsbevollmächtigter bei der Universität Berlin. Als Eichhorn 1848 sein Amt niederlegte, verwaltete L. das Ministerium auch unter Schwerin und Rodbertus und errichtete den evangelischen Oberkirchenrat. Durch den Olmützer Vertrag im Dezember 1850 zum Rücktritt bewogen, ward er Wirklicher Geheimer Rat und Chef der Oberrechnungskammer. L. schrieb anonym: »Übersicht der französischen und preußischen Hypothekenverfassung« (Köln 1829) und »Preußens gerichtliches Verfahren in Zivil- und Kriminalsachen« (3. Aufl., das. 1842).
 
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Ladenbergĭa Klotzsch, Gattung der Rubiazeen, Bäume mit gewöhnlich großen, krautigen, oft lederartigen, kahlen oder behaarten Blättern, abfälligen Nebenblättern, weißlichen, wohlriechenden Blüten in oft sehr reichblütigen, meist endständigen Rispen und oft sehr großen, oblongen, keuligen oder zylindrischen Kapseln. Etwa 30 Arten, hauptsächlich auf den Anden Südamerikas. L. magnifolia Klotzsch ist in Neugranada und Peru weit verbreitet. Von L. pedunculata K. Seh. (Remijia pedunculata Tr.), einem Bäumchen, das von Neugranada bis Peru in ca. 1000 m Höhe gefunden wird, kommt die Rinde als China cuprea in den Handel; sie liefert ca. 2 Proz. Chininsulfat. L. hexandra Klotzsch, ein Baum von 610 m Höhe, mit großen, breit elliptischen, behaarten Blättern und 8 cm langen Früchten, liefert die Quina do Rio.
 
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Ladenburg (das Lupodunum der Römer), Stadt im bad. Kreis und Amt Mannheim, am Neckar und an der preußisch-hess. Staatsbahnlinie Frankfurt a. M.-Heidelberg, 111 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, Realschule, landwirtschaftliche Winterschule, Waisenhaus, Kreiserziehungsanstalt, Bezirksforstei, 5 Zigarrenfabriken, eine chemische und eine Gasmotorenfabrik, ein Eisenwerk, Hopfen- und Tabakbau und (1900) 3456 meist kath. Einwohner. Hier 15. Juni 1849 siegreiches Gefecht der badischen Insurgenten unter Mieroslawski gegen die Reichstruppen (Mecklenburger und Hessen). Vgl. Siewert, Lopodunum-Ladenburg 981898 (Karlsr. 1900).
 
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Ladenburg, Albert, Chemiker, geb. 2. Juli 1842 in Mannheim, studierte in Heidelberg, Berlin, Gent und Paris, habilitierte sich 1868 in Heidelberg, wurde dort 1872 außerordentlicher und 1873 ordentlicher Professor in Kiel, 1889 in Breslau. Er arbeitete über organische Siliciumverbindungen, Pyridinabkömmlinge, Synthese der Alkaloide und Konstitution des Benzols. Er schrieb: »Vorträge über die Entwickelungsgeschichte der Chemie in den letzten 100 Jahren« (Braunschw. 1869, 3. Aufl. 1902); »Theorie der aromatischen Verbindungen« (das. 1876); auch gab er ein »Handwörterbuch der Chemie« (Bresl. 18831895, 13 Bde.) heraus. Viel besprochen wurde sein Vortrag auf der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte: »Über den Einfluß der Naturwissenschaften auf die Weltanschauung« (Leipz. 1903).
 
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Ladenkassen, s. Meyers Kassen.
 
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Ladenpreis, der Preis, den die Ware beim Verkauf im Kaufladen hat. Seine Festsetzung erfolgt durch den Kaufmann nach Ermittelung des Selbstkostenpreises (Kalkulation). Will der Kaufmann richtig kalkulieren, so muß er dem Einkaufspreis hinzurechnen: die Einkaufskosten nebst Reisekosten, Provisionen, Lagermiete, ferner die Transportkosten, die staatlichen oder städtischen Zölle, die Kosten, die durch Bezahlung des Einkaufspreises entstehen, die sogen. Rembourskosten (Wechselcourtage, Stempelkosten etc.), die Ladenmiete und die Kosten für Beheizung. Reinigung etc. der Geschäftsräume, die Lager- und Versicherungskosten, die Verluste, die durch Schwund oder Verderben der Waren entstehen, die Ausgaben für Reklame, eine Risikoprämie zur Ausgleichung der Verluste, die durch unverkäufliche Waren entstehen, die Zinsen für das in den Waren angelegte Kapital bis zum Eingang des Verkaufspreises, die Verzinsung und Amortisation abnutzbarer Kapitalien, die Arbeitslöhne und Gehälter seines Personals, die Arbeiterversicherungskosten etc. Neben dem Ersatz der Selbstkosten wird der Kaufmann aber auch einen Gewinn, Unternehmergewinn, beanspruchen, bei dessen Bemessung er allerdings in der Regel durch die Rücksichtnahme auf seine Konkurrenten, auf möglichste Steigerung seines Absatzes, schließlich auch auf die Leistungsfähigkeit seiner Abnehmer in Schranken gehalten wird. Der durch solche Kalkulation ermittelte Verkaufspreis stellt den L. dar. Eigentlich müßte die Kalkulation für jeden Artikel besonders erfolgen; da dies aber sehr umständlich und manchmal schwierig ist, begnügt man sich in der Regel mit einer Durchschnittskalkulation, sei es für bestimmte Gruppen, sei es für alle Waren. An dem einmal festgestellten Satz wird zumeist längere Zeit festgehalten, und nur bei besonders starken Verschiebungen der Einkaufspreise wird die Kalkulation erneuert. Der kleine Händler kalkuliert freilich vielfach überhaupt nicht, sondern richtet sich bei Festsetzung der Ladenpreise nach andern Geschäften oder nimmt die Einkaufspreise als Selbstkosten an. Wie groß nun im praktischen Leben die Spannung zwischen Selbstkosten und L. ist, läßt sich allgemein nicht sagen. Nach den Veröffentlichungen des Vereins für Sozialpolitik 1888 und der hannoverschen Handelskammer 1889 schwankte sie im Kleinhandel zwischen 5 und 400 Proz. Das erklärt sich zum Teil daraus, daß jeder Kaufmann gewisse Artikel dauernd oder zeitweilig ohne Gewinn verkauft, um Käufer anzulocken, was er dann bei andern Artikeln wieder gut machen muß, daß Luxusartikel im allgemeinen höhere Zuschläge vertragen als Gegenstände des Massenkonsums, daß das Risiko des Liegenbleibens bei gewissen Artikeln (Mode-, Luxussachen) viel größer ist als bei andern, daß die Umschlagszeit der Waren von verschiedener Dauer ist etc. Mitunter erfährt der L. noch eine Abschwächung durch das Abhandeln der Kunden, dem freilich der Kaufmann vielfach durch Überfordern entgegentreten kann, so daß der Kunde nur einen scheinbaren Vorteil hat. Mehr und mehr hat sich das Publikum an feste Ladenpreise gewöhnt. Die Auszeichnung des Ladenpreises an der Ware erfolgt teils durch Zeichen, deren Bedeutung nur der Kaufmann kennt, oder, wie jetzt mehr und mehr üblich, durch Anbringung des Verkaufspreises selbst. Die Festsetzung der Preise, die früher vielfach durch die Obrigkeit erfolgte, ist heute dem Kaufmann überlassen. Nur können nach der Gewerbeordnung des Deutschen Reiches (§ 73) Bäcker und Verkäufer von Backwaren angehalten werden, Preis und Gewicht ihrer Waren durch sichtbaren Anschlag am oder im Verkaufslokal zur Kenntnis des Publikums zu bringen. Nach dem Gesetz zur Bekämpfung des unlautern

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Wettbewerbes (27. Mai 1896) kann derjenige, der über die Preisbemessung von Waren unrichtige Angaben tatsächlicher Art macht, die geeignet sind, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen, auf Unterlassung der unrichtigen Angaben in Anspruch genommen oder, wenn er sie wissentlich macht, mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft werden (§ 1 u. 4). Vgl. Kalkulation und die dort zitierte Literatur. Über den L. im Buchhandel s. Meyers Verlagsrecht.
 
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Ladenschluß, im Sinne der Gewerbeordnung die Vorschrift, daß in offenen Verkaufsstellen (Läden, Buden, Basaren, Verkaufsmagazinen etc.) zu einer bestimmten Zeit jegliche geschäftliche Tätigkeit zum Zweck des Vertriebs von Waren einzustellen ist. Nach § 1390 der Reichsgewerbeordnung ist der L. für offene Verkaufsstellen allgemein und zwingend auf 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens festgesetzt. Innerhalb dieser Zeit dürfen weder der Unternehmer und seine Angehörigen noch die Angestellten (Handlungsgehilfen etc.) für den geschäftlichen Verkehr tätig sein. Ein Verschließen des Ladens, Verhängen der Schaufenster etc. ist während der Zeit des Ladenschlusses nicht notwendig. Über 9 Uhr abends dürfen Verkaufsstellen für den geschäftlichen Verkehr nur geöffnet sein 1) für unvorhergesehene Notfälle, 2) an höchstens 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr abends, 3) in Landgemeinden und in Städten unter 2000 Einwohnern auf Anordnung der höhern Verwaltungsbehörde. Während der Zeit des Ladenschlusses muß auch der Automatenbetrieb eingestellt werden, jedoch ist er in Wirtschaften, soweit es sich um den Vertrieb von Gegenständen handelt, die zum Wirtschaftsbetrieb gehören, gestattet. Ebenso ist während dieser Zeit der Hausierhandel auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an andern öffentlichen Orten verboten. Ausnahmen hiervon können die Ortspolizeibehörden bei besondern Gelegenheiten oder für gewisse Arten von Geschäften im Interesse des Publikums gestatten. Auf Antrag kann die höhere Gemeindebehörde den L. auch für die Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends und 5 und 7 Uhr morgens anordnen (§ 139 s. der Gewerbeordnung).
 
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Ladepforten, auf manchen Kriegs- und Handelsschiffen seitlich in der Bordwand angebrachte Öffnungen zum Laden und Löschen kleinerer Stückgüter; diese L. werden in See wasserdicht mit Riegeln von innen verschlossen. Schiffe, die Holz verfrachten, haben vorn im Bug seitlich vom Vorsteven solche L.
 
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Ladeprofil, s. Meyers Lademaß.
 
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Ladepumpe, s. Meyers Gaskraftmaschine, S. 373.
 
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Laderampe (Ladebühne), eine feste oder auf Rädern bewegliche Fläche, deren oberer Teil in gleicher Hohe mit dem Fußboden der Güterwagen liegt, während im Anschluß daran eine geneigte Ebene zur Straßenhöhe hinabführt und so zur Erleichterung des Ein- und Ausladens von Gütern, Fahrzeugen, Vieh etc. dient. Für gewisse Zwecke, z. B. Langholzverladung, kann der geneigte Teil fehlen, indem die Ladebühne an beiden Langseiten senkrecht abschließt, und auf der einen Seite die Bahnwagen, auf der andern das Straßenfuhrwerk vorfährt. In der Regel sind die Laderampen sowohl für Seiten-als für Kopfverladung (über das Stumpfende eines Gleises hinweg in der Längsrichtung des Bahnwagens) eingerichtet, so unter anderm für lange Möbelwagen, die auf die Bahnwagen geschoben werden. Ladebühnen, die nur zum Umladen zwischen zwei Eisenbahngleisen liegen, bedürfen keiner geneigten Ausfahrt, werden dagegen oft mit Dach (auf Säulen ruhend) versehen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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