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Lacrōma bis Lacturcĭa (Bd. 6, Sp. 23 bis 25)
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Artikelverweis Lacrōma, dalmatin. Insel, nahe südlich von Ragusa gelegen, 1 qkm groß, hat ein Kloster mit einer 1193 von Richard Löwenherz gegründeten Kirche,

[Bd. 6, Sp. 24]


ein aufgelassenes Fort und prachtvolle Vegetation. L. war im Besitz des Erzherzogs Maximilian, nachherigen Kaisers von Mexiko, später des Kronprinzen Rudolf, nach dessen Tod es der Kaiser den Dominikanern schenkte. Vgl. die illustrierte Schrift der Kronprinzessin-Witwe Stephanie: »Lacroma« (Wien 1892).
 
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La Crosse (spr. -kroß), das kanadische Nationalspiel, ursprünglich von den Indianern erlernt, jetzt auch in England eingeführt. Es wird gespielt von zwei Parteien zu je zwölf Mann; Zweck jeder Partei ist, einen Gummiball mittels an langen Stielen befestigter Schlagnetze (crosse) zwischen zwei Malpfosten hindurch zu tragen oder zu treiben. Der Ball darf nur vom »Malhüter« oder, wenn er in ein Loch fällt, mit der Hand berührt werden. Das Schlagen mit dem Schlagnetz ist verboten, auch dürfen sich die Spielenden nicht festhalten.
 
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La Crosse (spr. -kroß), Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft im nordamerikan. Staat Wisconsin, an der Mündung des Flusses L. und des Black River in den Mississippi, Bahnknotenpunkt und Brückenplatz, Sitz eines katholischen Bischofs, hat ein Kloster, zwei kath. Waisenhäuser, Hochschule, Bibliothek, Opernhaus, Zollhaus und (1900) 28,895 Einw. (1880: 14,505), darunter 7222 im Ausland (3130 in Deutschland) Geborne. Die namhafte Industrie erzeugte 1900 in 255 Betrieben mit 3009 Arbeitern für 8,281,749 Doll. Waren, insbes. Sägeholz, Mehl, Bier, Eisengußwaren, Maschinen, Boote etc. Umfangreich ist der Holzhandel. Das steuerpflichtige Eigentum betrug 1890: 10,750,130, die städtische Schuld 297,500 Doll.
 
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Lac-spirit (spr. läck-spirrit), s. Meyers Lackdye.
 
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Lac sulfŭris (lat.), Schwefelmilch, s. Meyers Schwefel.
 
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Lactantĭus, Lucius Cölius L. Firmianus, lat. Kirchenschriftsteller, trat als Lehrer der Beredsamkeit zu Nikomedia in Bithynien zur Zeit Diokletians zur christlichen Kirche über und soll etwa 312 in Gallien Lehrer von Konstantins d. Gr. Sohn Crispus geworden sein. Die Zeit seines Todes läßt sich nicht bestimmen. Mit Minucius Meyers Felix (s. d.) und Arnobius (s. d.) bildet er die Klasse der sogen. christlichen Popularphilosophen; in seinem bedeutendsten Werk: »Divinarum institutionum libri VII«, zeigt er sich vor allem für die christliche Moral begeistert. Seine theologischen Vorstellungen sind noch wenig ausgebildet und oberflächlich, während seine wohlgeschliffene Sprache ihm den Namen eines Cicero christianus eingetragen hat. Kirchenhistorisch wichtig ist die Schrift »De mortibus persecutorum«, die neuere Kritiker (Brandt) ihm mit Unrecht abgesprochen haben. Neuere Ausgaben seiner Werke besorgten Fritzsche in Gersdorfs »Bibliotheca patrum latinorum« (Leipz. 1842 u. 1844), Migne (Par. 1844), Brandt und Laubmann (Wien 189097). Vgl. Pichon, Lactance (Par. 1901).
 
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Lactarĭus Fr., Pilzgattung aus der Ordnung der Hymenomyzeten und der Familie der Agarikazeen, fleischige, mit Milchsaft versehene Hutpilze mit häutigen Lamellen. Als Speiseschwämme werden geschätzt: der Reizker (Rietschling, Hirschling, Wacholderschwamm, L. deliciosus Fr., s. Tafel Meyers »Pilze I«, Fig. 1) mit safrangelbem, unveränderlichem Milchsaft, 29 cm breitem, flachem oder trichterig eingedrücktem Hut, vollem Stiel und weißem Fleisch; der Brätling (L. volemus Pr.) mit weißer Milch, trocknem, kahlem, 510 cm breitem, bräunlich goldgelbem Hut, vollem Stiel und weißem Fleisch. Giftig, mit scharfschmeckendem Milchsaft sind: der Giftreizker (Birkenreizker, L. torminosus Fr., s. Tafel Meyers »Pilze II«, Fig. 6) mit weißer Milch, fleisch- oder ockerfarbigem, dunkelgezontem, 37 cm breitem, klebrigschmierigem, am anfangs eingerollten Rande weißzottigem Hut und 35 cm hohem, glattem Stiel, auf Heiden und in Wäldern, namentlich unter Birken; der Mordschwamm (L. turpis Fr.) mit weißem Milchsaft und ungezontem, braunem, am Rande zuerst weißzottigem Hut und olivenfarbigem, klebrigem Stiel.
 
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Lactéscens (lat.), milchend, Milch gebend, von Pflanzenteilen, die Milchsaft enthalten.
 
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Lactūca L., Gattung der Kompositen, ein- oder zweijährige oder ausdauernde Kräuter, seltener Halbsträucher, mit grundständigen oder abwechselnden, ganzrandigen, grob gezahnten oder fiederspaltigen, am Rande und unterseits längs der Mittelrippe oft borstig gewimperten oder stachelspitzigen Blättern, sitzenden oder gestielten, meist etwas kleinen, rispig, gruppierten Blütenköpfchen und mehr oder weniger zusammengedrückten Früchten mit eine Haarkrone tragendem Schnabel. Etwa 90 Arten, meist in der Alten Welt, wenige in Nordamerika und Westindien. L. scariola L. (wilder Lattich, Zaunlattich, Skariol, Leberdistel), zweijährig, mit 0,601,25 m hohem, unterwärts stachligem Stengel, senkrecht gestellten (vgl. Kompaßpflanzen), lanzettlichen, mit pfeilförmigem Grund stengelumfassenden obern und buchtig-fiederspaltigen untern Blättern, gelben Blüten und bläulichgrauen Früchten, in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und Mittelasien, eingeschleppt in Nordamerika, wird als Stammpflanze des kultivierten Staudensalats (Gartensalat, L. sativa L., s. Meyers Lattich) betrachtet. L. perennis L. (blauer Lattich) mit fiederspaltigen Blättern, doldentraubig verästeltem Stengel und blauen Blüten, findet sich in Süd- und Mitteleuropa und wird gleichfalls als Salat benutzt, indem man die Blattrosette im Frühjahr mit Schieferplatten bedeckt und dadurch bleicht. L. virosa L. (Giftlattich, s. Tafel Meyers »Giftpflanzen I«, Fig. 7), zweijährig, mit steif aufrechtem, 0,61,5 m hohem, unterwärts stachligem, oberwärts rispig verzweigtem Stengel, länglich-eiförmigen, stachelspitzig bis fast buchtig gezahnten, bis auf die untersten mit herzförmigem Grund stengelumfassenden, bläulich-grünen, unterseits borstig stachligen Blättern, gelben Blüten und schwarzen Früchten mit weißem Schnabel, riecht stark, etwas betäubend, und wirkt scharf narkotisch. Er findet sich an felsigen Stellen und in Hecken des westlichen und südlichen Europa, in Deutschland nur an wenigen Punkten des südlichen und mittlern Rheingebiets. Alle grünen Teile der Pflanze enthalten weißen, bittern Milchsaft (lac, daher der Name), der, an der Luft erhärtet, das Lactucarium (f, d.) bildet. Denselben Milchsaft enthalten weniger reichlich auch L. scariola L. und L. sativa, und letztere Pflanze sowie L. altissima, die in Clermont-Ferrand angebaut wird und wohl nur eine Kulturform ist, werden ebenfalls auf Lactucarium verarbeitet. Das Kraut wurde früher arzneilich benutzt.
 
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Lactucarĭum (Giftlattichsaft), ein aus Lactuca sativa und L. virosa gewonnenes Arzneimittel. L. virosa (der Giftlattich) liefert besonders zur Blütezeit bei Verwundung einen weißen Milchsaft, der zu dunkel gelbbraunen, innen weißen, wachsglänzenden Klümpchen erhärtet. Dies in Zell an der Mosel bereitete L. germanicum riecht eigentümlich narkotisch, schmeckt äußerst bitter, erweicht in der Wärme, ist in keinem Lösungsmittel völlig löslich, enthält kristallisierbares indifferentes Lactucerin (Lactucon) C15H24O, einen kristallisierbaren Bitterstoff, Lactucin

[Bd. 6, Sp. 25]


C11 H14C4, in geringerer Menge amorphes bitteres Lactucopikrin C44H32O21, außerdem Lactucasäure und die gewöhnlichen Pflanzenbestandteile. Das L. anglicum bildet dunklere, sprödere, sonst dem deutschen Produkt gleiche Klumpen und wird bei Edinburg aus Lactuca sativa und L. virosa gewonnen. Österreichisches L., dem deutschen ähnlich, wird bei Waidhofen an der Thaya dargestellt. Auch das aus Lactuca altissima bei Clermond-Ferrand gewonnene L. ist dem deutschen ähnlich, während ein andres, L. gallicum (Thridax), aus Lactuca sativa durch Auspressen der ganzen Pflanze, Abscheiden des Eiweißes und Verdampfen des Saftes gewonnen, ein dunkelbraunes hygroskopisches Extrakt bildet und die wirksamen Bestandteile in viel geringerer Menge enthält. Als Arzneimittel kam das L. in Deutschland erst im 18. Jahrh. in allgemeine Anwendung. Früher fast dem Opium an Wert gleichgestellt und in ähnlichen Fällen wie dieses angewendet, ist es heute fast vergessen.
 
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Lacturcĭa, s. Meyers Ackerkulte.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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