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Lacock-Abtei bis Lacretelle (Bd. 6, Sp. 21 bis 23)
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Artikelverweis Lacock-Abtei, ehemaliges Augustiner-Nonnenkloster, 5 km südlich von Chippenham in Wiltshire (England), am Avon, 1232 gegründet, noch teilweise erhalten, doch im 16. Jahrh. in einen Herrensitz der Familie Talbot umgewandelt.
 
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Lacombe (spr. -kóngb'), 1) Louis Trouillon-, franz. Komponist, geb. 26. Nov. 1818 in Bourges, gest. 30. Sept. 1884 in St.-Vaast-la-Hougue am Kanal (la Manche), Schüler des Pariser Konservatoriums und 183439 noch Czernys, Sechters und Seyfrieds in Wien, trat zuerst mit Kammermusikwerken (Klavierquintett, Trio) hervor; weiterhin folgten Chorwerke: »Manfred«, »Arva«, »Sapho« (Preiskantate der Weltausstellung 1878), ein »lyrisches Epos«, eine einaktige Oper, »La Madone« (1861 im Théâtre Lyrique), Musik zu Niboyets »L'amour« u. a. Nachgelassene Werke sind: die Opern »Winkelried« (Genf 1892) und »Meister Martin und seine Gesellen« (Koblenz 1897). Lacombes Begabung war eine lyrische. Aus seinem Nachlaß erschienen ferner: »Dernier amour«, Gedichte (1886) und gesammelte Aufsätze unter dem Titel »Philosophie et musique« (1895). Vgl. Boyer, Louis L. et son œuvre (Par. 1888).
   2) Paul, Komponist, geb. 11. Juli 1837 in Carcassonne, wo er auch seine musikalische Erziehung erhielt, einer der bemerkenswertesten französischen Komponisten außerhalb der Bühne, erhielt 1889 den Chartierpreis für Verdienste um die Kammermusik. Seine Werke sind drei Symphonien, eine Suite pastorale, symphonische Legende, symphonische Ouvertüre, dramatische Ouvertüre, je eine Suite und ein Divertissement für Klavier und Orchester, drei Violinsonaten, zwei Klaviertrios, eine Serenade für Flöte, Oboe und Streichorchester, viele Klaviersachen, außerdem ein Requiem, eine Messe u. a.
 
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Lacon, s. Meyers Schnellkäfer.
 
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Lacondamine (spr. lăkongdamīn'), Charles Maria de, Reisender und Mathematiker, geb. 28. Jan. 1701 in Paris, gest. daselbst 4. Febr. 1774, betrat die Soldatenlaufbahn, ließ sich 1730 als Adjunkt für Chemie von der Akademie der Wissenschaften zu Paris aufnehmen, machte Reisen nach Kleinasien und Nordafrika und unternahm 1735 mit Bouguer und Godin im Auftrage der Akademie eine Reise nach Peru zur Messung eines Meridiangrades unter dem Äquator. Die Expedition verließ 16. Mai 1735 La Rochelle, langte 13. März 1736 in Guayaquil an und ging von hier auf beschwerlichem Landwege nach Quito, wo inmitten des Doppelkammes der Anden die schwierigen

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Messungen stattfanden. Erst 1744 trat L. die Rückreise an, auf der er als der erste wissenschaftlich gebildete Mann den Amazonenstrom hinabfuhr und von diesem die erste auf astronomische Bestimmungen begründete Karte entwarf. Auch brachte er von hier das erste Curare (Pfeilgift) mit nach Paris, wo er 26. Febr. 1745 eintraf. Lange bemühte er sich, ein allgemeines Maß einzuführen, wozu er die Länge des Sekundenpendels unter dem Äquator vorschlug; auch strebte er danach, die Einimpfung der natürlichen Blattern, die er in Amerika schätzen gelernt hatte, zum Gesetz zu erheben. Über seine Reise berichtet er in: »Journal du voyage fait par ordre du roi à l'équateur« (Par. 1751, Suppl. 1752); »Relation abrégée d'un voyage fait dans l'intérieur de l'Amérique méridionale« (das. 1745; neue Aufl., Maastricht 1778). Außerdem schrieb er: »La figure de la terre déterminée« (Par. 1749); »Mesure des trois premiers degrés du méridien dans l'hémisphére austral« (das. 1751); »Histoire de l'inoculation de la petite vérole« (Amsterd. 1773) u. a.
 
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Laconĭa, Hauptort der Grafschaft Belknap des nordamerikan. Unionsstaates New Hampshire, am Winnepesaukee River, nahe dem See Winnisquam, hat Fabriken von Strumpfwaren, Flanell, Eisenbahnwagen und (1900) 8042 Einw.
 
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Laconĭcum (lat.), bei den Alten ein kreisrunder, mit einer Kuppel überdeckter Raum, der zum Behuf eines trocknen Schwitzbades bis zu einem hohen Temperaturgrad erwärmt ward. Seiner Benutzung folgte in der Regel ein kaltes Bad.
 
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Lacord., bei Tiernamen Abkürzung für:
 
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Lacordaire (spr. -dǟr'), 1) Jean Théodore, Reisender und Naturhistoriker, geb. 1. Febr. 1801 in Recey-sur-Ource, gest. 19. Juli 1870 in Lüttich, bereiste 182532 Südamerika und wurde 1835 Professor der Zoologie, später der vergleichenden Anatomie an der Universität in Lüttich. Außer Reiseberichten für die »Revue des Deux Mondes« schrieb er: »Introduction à l'entomologie« (Par. 183437, 2 Bde.); mit Boisduval: »Faune entomologique des environs de Paris« (1835); »Monographie des Érotyliens, famille de l'ordre des Coléoptères« (1842); »Monographie des Coléoptères subpentamères de la famille des Phytophages« (184548, 2 Bde.); »Histoire naturelle des insectes. Genera des Coléoptères« (1854 bis 1876, 12 Bde.).
   2) Jean Baptiste Henri Dominique, franz. Kanzelredner, Bruder des vorigen, geb. 12. Mai 1802 in Recey-sur-Ource (Côte-d'Or), gest. 22. Nov. 1861, studierte in Dijon die Rechte, trat 1824 in das geistliche Seminar St.-Sulpice, empfing 1827 die Priesterweihe und begründete 1830 mit Lamennais den »Avenir«. Gleichzeitig eröffnete er mit Montalembert eine freie Schule, ohne sich den Gesetzen der Universität unterwerfen zu wollen. Als der Papst den »Avenir« verdammte, unterwarf sich L. Aus Rom 1833 nach Paris zurückgekehrt, fesselte er seit 1835 in Notre-Dame durch seine Rednergabe sowie dadurch, daß er alle Interessen und Bewegungen der Zeit, die Sache der Nationalität und Freiheit, Industrie und Politik in den Kreis seiner Besprechungen zog, die Menge in hohem Grade. Da ihm der Erzbischof von Paris die Kanzel untersagte, trat er, um sich von dessen Autorität freizumachen, nachdem er in den »Considérations philosophiques sur le systéme de Lamennais« (1834) und der »Lettre sur le saint-siège« (1838) seine im »Avenir« geäußerten Grundsätze förmlich widerrufen hatte, 1839 auf einer italienischen Reise in den Dominikanerorden. Mit diesem Schritt hängt zusammen seine Schrift »Vie de saint Dominique« (1840; 11. Aufl., Par. 1901; deutsch, Regensb. 1871). Im Februar 1841 erschien er in der Kulte des Dominikaners wieder auf der Kanzel von Notre-Dame, 1848 sogar als Volksvertreter in der Konstituierenden Versammlung, legte aber schon im Mai sein Mandat wieder nieder. 1850 nach Rom gereist, ward er Provinzial des Dominikanerordens für Frankreich. Seit 1854 beschränkte er sich auf die Leitung seiner Schule zu Sorèze. 1860 wurde er in die französische Akademie aufgenommen. Seine »Œuvres complètes« (darunter auch seine Predigten) erschienen Paris 187273 in 9 Bänden, und 1901, 9 Bde.; einen Auszug aus seinen Werken enthalten die »Pensées choisies du Père L.« (hrsg. von Chocarne, 10. Aufl. 1902, 2 Bde.; deutsch, Brünn 188586); die »Kanzelvorträge in der Notre-Dame-Kirche« auch in deutscher Übersetzung (Tübing. 184652, 4 Bde.); »Œuvres posthumes«, Predigten aus den Jahren 1842 und 1843, gab Tripier heraus (1900, 2 Bde.). Seine Selbstbiographie enthält das vom Grafen Montalembert herausgegebene »Testament du Père L.« (1870; deutsch, Freiburg 1872). Aus dem umfangreichen Briefwechsel Lacordaires sind die »Correspondance inédite à sa famille, etc.« (hrsg. von Villard, 2. Aufl. 1876), die »Lettres à Théophile Foisset« (1886, 2 Bde.) und die »Lettres à la comtesse de la Tour du Pin« (2. Aufl.) hervorzuheben. Sein Leben beschrieben Chocarne (1866; 9. Aufl. 1905, 2 Bde.), Foisset (2. Aufl. 1874, 2 Bde.), Bleibtreu (Freib. 1873), Montalembert (Par. 1881), de Broglie (1889), der Graf d'Haussonville (3. Aufl. 1904), Ledos (2. Aufl. 1902) und Semeria (Rom 1903). Vgl. Nicolas, Etude historique et critique sur le Père L. (Toulouse 1886); Fesch, L. journaliste, 18301848 (das. 1897).
 
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La Côte, s. Côte.
 
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La Cour (spr. -kūr), Poul, Physiker und Meteorolog, geb. 13. April 1846 auf Skjärsó bei Ebeltoft in Jütland, studierte in Kopenhagen und Utrecht, machte 187072 meteorologische Studienreisen zu Schiff nach Wales und Messina, wurde 1872 Vizedirektor des meteorologischen Instituts in Kopenhagen, 1878 Lehrer an der Hochschule zu Askov in Jütland und 1891 zugleich Direktor der von der Regierung veranlaßten Versuche an der Versuchswindmühle daselbst. L. gab 1871 eine Methode zur Messung der Wolkenhöhe an, erfand 1874 die Phonotelegraphie (mit Stimmgabel), 1876 das Phonische Rad und 1880 dessen Synchronisierung, wodurch die Basis für mehrere Methoden der Telegraphie gegeben wurde. 1886 erfand L. die Spektrotelegraphie, 1895 den Kratostat, auch ersann er automatische Regulierungen zur Erzeugung von Elektrizität durch Windkraft und gründete 1903 die Dans Vind Elektrisitet Selskab zur Errichtung von Windelektrizitätswerken. Er schrieb: »Femaarsberetning fra det kgl. Landhusholdningsselskabs meteorologiske Comitee for 18661870« (1872); »Tonehjulet« (1878; deutsch: »Das phonische Rad«, Leipz. 1878), »Historisk Matematikc« (1888; 2. Aufl. 190003, 4 Tle.); »Historisk Fysik« (mit J. Appel, 18961901, 2 Tle.); »Forsögsmöllen« (190003, 3 Tle.; deutsch von Kaufmann: »Die Windkraft und ihre Anwendung zum Antrieb von Elektrizitätswerken«, Leipz. 1905) und gab Tycho Brahes »Meteorologiske Dagbog, 15821597« (1876) heraus. Seit 1904 redigiert er die »Tidsskrift for Vind Elektrisitet«.

[Bd. 6, Sp. 23]



 
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Lacretelle (spr. lakr'täl'), Jean Charles Dominique de, genannt der Jüngere. ausgezeichneter franz. Geschichtschreiber, geb. 3. Sept. 1766 in Metz, gest. 26. März 1855 in Bel-Air bei Mâcon, kam beim Ausbruch der Revolution nach Paris, wo ihm durch Fürsprache seines Bruders mit Ducos die Redaktion des neugestifteten »Journal des Débats« übertragen wurde. 1795 stand er an der Spitze der gegen den Konvent auftretenden royalistischen Sektionen. Am 18. Fructidor 1797 ward er verhaftet und zwei Jahre gefangen gehalten. 1800 ward er zum Mitgliede des Bureaus der Presse, 1810 zum Zensor ernannt und 1811 Mitglied, 1816 Präsident der französischen Akademie. Seit 1809 war er auch Professor der Geschichte an der Pariser Universität. Ludwig XVIII. erhob ihn in den Adelstand. Seine Werke bilden eine ziemlich vollständige Geschichte Frankreichs, unter ihnen stehen obenan die »Histoire de France pendant les guerres de religion« (1814 bis 1816, 4 Bde.; 2. Aufl. 1822; deutsch von Kiesewetter, Leipz. 1815) und die »Histoire de France pendant le XVIIIe siècle« (1808, 6 Bde.; 5. Aufl. 1830; deutsch, Berl. 1810). Die »Histoire de la Révolution française jusqu'au 18 et 19 brumaire« (182126, 9 Bde.) ist eine Darstellung der Revolution im Sinne der Ultrareaktionäre; besser ist Lacretelles älteres Werk über denselben Gegenstand: »Précis de l'histoire de la Révolution française« (1801 bis 1806, 6 Bde.), das von Rabaud-Saint-Etienne begonnen und vom 2. Band an von L. fortgesetzt wurde. Ferner sind von seinen Werken zu nennen: »Histoire de France depuis la Restauration« (1829 bis 1835, 4 Bde.); »Histoire de l'Assemblée constituante« (1821; 2. Aufl. 1844, 2 Bde.); »Histoire du Consulat et de l'Empire« (184548, 6 Bde.). Interessant sind auch die Denkwürdigkeiten aus seinem Leben: »Dix années d'épreuves pendant la Révolution« (1842) und das »Testament philosophique et littéraire« (1840, 2 Bde.). Sein Sohn Henri de L., geb. 21. Aug. 1815, gest. 1885, hat sich als Dichter und Schriftsteller (»Lamartine et ses amis«, 1878) bekannt gemacht; er war auch 187176 Mitglied der Nationalversammlung und seit 1876 Mitglied der Deputiertenkammer; ein andrer Sohn, Charles Nicolas de L., geb. 30. Okt. 1822, bis 1887 Divisionsgeneral, Verfasser eines Buches über Algerien, starb 14. Nov. 1891.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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