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Lackfarben bis Lackmuspapier (Bd. 6, Sp. 20 bis 21)
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Artikelverweis Lackfarben (Lacke, Farbenlacke), chemische Verbindung oder Gemische von Farbstoffen mit basischen Oxyden, besonders mit Tonerdehydrat, Zinnhydroxyd, namentlich aber mit Stärke, die besonders für die Darstellung von L. aus Teerfarben wichtig ist, weil die letztern an mineralischen Stoffen schlecht haften. Eine innige Verbindung des Farbstoffes mit Tonerdehydrat oder Zinnhydroxyd wird erhalten, wenn man Farbstoffauflösungen mit den Salzen der genannten Oxyde versetzt und den Lack durch Ammoniak oder Soda fällt. Sind die Salze im Überschuß vorhanden, so wird bei einem hinreichenden Zusatz des Fällungsmittels mehr Oxyd gefällt, als dem Farbstoff entspricht, und man erhält Mischungen der eigentlichen Lackfarbe mit den Oxyden, verdünnte L. Enthält die Farbstofflösung schwefelsaure Magnesia und erhitzt man sie mit überschüssigem kohlensaurem Ammoniak zum Sieden, so erhält man äußerst lockern Magnesialack. Sehr schöne L. gibt Tonerdenatron, aus dem das Tonerdehydrat mit dem Farbstoff durch Säuren gefällt wird. Man benutzt L. als Wasser- und Ölfarbe, in der Buntpapier- und Tapetenfabrikation; sie besitzen eine gewisse Durchsichtigkeit (lasieren) und müssen gewöhnlich dünn aufgetragen werden, weil in stärkerer Schicht ihre sonst feurige eigentümliche Farbe häufig verschwindet und bisweilen metallisch grüne oder bronzeartige Reflexe (Bronzelacke) auftreten. Aus ein und demselben Farbstoff kann man je nach der Wahl des farbstoffaufnehmenden Körpers verschiedene L. darstellen. Vgl. Resinatfarben und Bersch, Fabrikation der Mineral- und Lackfarben (2. Aufl., Wien 1893); Jennison, Herstellung von Farblacken aus künstlichen Farbstoffen (deutsch, Dresden 1901).
 
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Lackfirnis, s. Meyers Firnis.
 
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Lackharz, soviel wie Gummilack, s. Meyers Lack.
 
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Lackieren, Gegenstände aus Holz, Leder, Metall etc. mit einem glatten, glänzenden oder matten, durchsichtigen oder undurchsichtigen Lackanstrich versehen. Die natürlichen oder mit Ölfarbe gestrichenen (grundierten) Oberflächen von Holz und Metall werden zum Schutz oder zur Verschönerung mit durchsichtigem Lack überzogen. Mit Ölfarbe gestrichenes Holz erhält dabei in der Regel nur einen Lackanstrich. Metall wird durch wiederholtes abwechselndes Auftragen der mit fettem Kopal- oder Bernsteinlack angemachten Farbe und des reinen Firnisses lackiert. Nach jedesmaligem Anstrich trocknet man die Gegenstände in Trockenräumen bei 5075° und gibt ihnen zuletzt durch Schleifen mit Bimsstein, Polieren mit Tripel

[Bd. 6, Sp. 21]


und Abputzen mit Puder den höchsten Glanz. Viel komplizierter ist das L. mit undurchsichtigen Lacken. Holz wird mit Bimsstein geschliffen, mit heißem Leinölfirnis, dem etwas Bleiweiß oder Umbra zugesetzt wurde, getränkt, zwei- bis viermal mit einer Grundfarbe aus Bernsteinfirnis, Bleiweiß, Mennige und Umbra überzogen, nach völligem Trocknen des letzten Überzugs geschliffen, dann wiederholt mit der in Bernstein- oder Kopalfirnis angemachten Farbe gestrichen, abermals geschliffen, zwei- bis dreimal mit Kopalfirnis überzogen, nochmals geschliffen, mit Tripel poliert und mit Puder abgeputzt. In die Lackierung werden manchmal Verzierungen aus dünner Perlmutter oder Metallblech eingedrückt und schließlich mit klarem Kopalfirnis überzogen (eingelegte Arbeit, Nacré chinois mit den Schalen von Nautilus oder Haliotis). Über orientalische Lackarbeiten vgl. oben, S. 19; über das L. des Leders s. Meyers Leder. Vgl. Creuzburg-Tormin, Lehrbuch der Lackierkunst (11. Aufl., Leipz. 1903); Andés, Handbuch für Anstreicher und Laikierer (3. Aufl., Wien 1905).
 
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Lackiererschulen, s. Meyers Malerschulen.
 
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Lack-lack, s. Meyers Lackdye.
 
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Lackmoïd, s. Meyers Resorcinblau.
 
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Lackmus (Lacca musica, L. musci), blauer Farbstoff, der aus verschiedenen Flechten, Roccella-, Variolaria- und Lecanora-Arten (früher fälschlich Moose, musci genannt, daher der Name), besonders aus Lecanora tartarea, namentlich in Holland dargestellt wird. Man überläßt die gemahlenen Flechten unter Zusatz von Kalk, Pottasche oder Ammoniak etwa vier Wochen der Gärung, verdickt dann die Masse, in der sich der blaue Farbstoff entwickelt hat, mit Kreide und Gips, bringt sie in die Form kleiner Würfel und trocknet sie. L. ist dunkelblau, matt, erdig und gibt mit Wasser eine blaue Flüssigkeit, die sich durch Säure zwiebelrot färbt, während die gerötete Lösung durch Alkalien ebenso leicht wieder blau wird. An der Luft ist es leicht vergänglich. L. enthält als wesentlichen Bestandteil einen Farbstoff, das durch Einwirkung von Luft und Ammoniak auf Orcin entstandene Azolitmin C7H7NO4, es dient zur Ermittelung der sauren, neutralen oder alkalischen Reaktion eines Körpers. Dies geschieht besonders bei der Maßanalyse durch Lackmustinktur, sonst aber durch Lackmuspapier (charta exploratoria). Zur Bereitung des letztern behandelt man 1 Teil gepulvertes L. 24 Stunden mit kaltem Weingeist, extrahiert es dann mit kaltem Wasser, versetzt die Hälfte des 10 Teile betragenden Filtrats vorsichtig mit verdünnter Phosphorsäure, bis sich die Flüssigkeit eben rötet, und tröpfelt dann von dem zurückgestellten Filtrat so viel hinzu, daß die Flüssigkeit wieder blau wird. Mit dieser Flüssigkeit (Lackmustinktur) tränkt man seines Filtrierpapier, das, nach dem Trocknen in Streifen geschnitten, an einem von Säure- und Ammoniakdämpfen freien Ort aufbewahrt werden muß. Zur Darstellung von rotem Lackmuspapier zieht man das trockne blaue durch sehr stark verdünnte Phosphorsäure und trocknet es.
 
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Lackmusflechte, s. Lecanora und Meyers Roccella.
 
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Lackmuskraut, s. Crozophora.
 
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Lackmuspapier und -Tinktur, s. Meyers Lackmus.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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